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2010 stand der FV Eppelborn im Finale um die Deutsche Ü32-Meisterschaft

Zehn Jahre danach : Als die FVE-Oldies den FC Bayern herausforderten

Zehn Jahre ist es her, dass die Ü32 des FV Eppelborn im Finale um die Deutsche Meisterschaft auf den Rekordmeister traf. Viele der damaligen Kicker sind heute in einer erfolgreichen Spielgemeinschaft der Vereine aus Humes, Bubach-Calmesweiler und Eppelborn aktiv.

Fast genau zehn Jahre ist nun es her. Das dritte Juni-Wochenende im Jahr 2010, das die damaligen Ü32-Fußballer des FV Eppelborn vermutlich niemals vergessen werden. Bei der inoffiziellen Deutschen Meisterschaft in Hannover stießen die Eppelborner bis ins Finale vor. Und der Name des Gegners dürfte wohl auch Fußball-Laien ein Begriff sein. Die Saarländer nahmen es im Endspiel mit keinem geringeren als dem FC Bayern München auf.

Aber der Reihe nach: Obwohl die Vorbereitung nicht optimal gelaufen war und die Eppelborner sogar ersatzgeschwächt nach Niedersachsen gereist waren, überstand die Mannschaft die Vorrunde. Und die Erfolgsserie ging weiter. Im Achtelfinale siegte die Mannschaft mit 1:0 gegen den thüringischen Meister SSV Vimaria Weimar. Im Viertelfinale wurde die TSG Idar-Oberstein ebenfalls mit 1:0 bezwungen. Damit waren die Eppelborner die einzige Mannschaft, die im Halbfinale stand, ohne zuvor ins Elfmeterschießen zu müssen. In der Vorschlussrunde war es dann aber soweit. Gegen die Berliner vom Frohnauer SC stand es nach regulärer Spielzeit 0:0 – doch vom Elfmeterpunkt hatten die Eppelborner die besseren Nerven und gewannen mit 2:1.

Was folgte, gilt auch heute noch als einer der Höhepunkte der Eppelborner Vereinsgeschichte. Die FVE-Kicker trafen im Endspiel auf die Bayern. Und die erwiesen sich im Finale vor allem körperlich als zu stark für die FVE-Oldies, bei denen nach sieben Spielen in zwei Tagen die Kräfte nachließen. Trotz der 0:2-Niederlage durften die Eppelborner den Rasen in Hannover vor 2000 Zuschauern mit erhobenen Köpfen verlassen. Und sie verließen die Hauptstadt Niedersachsens auch nicht mit leeren Händen. Der FVE wurde als fairste Mannschaft des Turniers ausgezeichnet – was mit einem besonderen Pokal und 250 Euro für die Mannschaftskasse belohnt wurde.

Beim AH-Fußball kommen in der Regel die unterschiedlichsten Charaktere zusammen. Die einen wollen nach dem Ende ihrer Aktivenlaufbahn mit Vorfreude auf die „dritte Halbzeit“ nur noch gemütlich kicken, während andere den Sport weiter mit großer Ernsthaftigkeit betreiben. Bei den alten Herren der Spielgemeinschaft SG HUBE – und in dieser sind auch die Eppelborner Fußballer integriert – ist es eine gesunde Mischung. Die drei Teams sind einerseits sportlich sehr erfolgreich – pflegen aber auch eine gute Kameradschaft untereinander und abseits des Platzes. Aber was bedeutet eigentlich „HUBE“? Dabei handelt es sich um die SG Humes/Bubach-Calmesweiler/Eppelborn, bei der es eine Ü32, ein Ü40 und eine Ü50-Mannschaft gibt. „Die Spielgemeinschaft besteht schon sehr lange. Die drei Vereine arbeiten richtig gut zusammen. Die Trainings- und Spielorte werden abgewechselt, so dass jeder Club zu seinem Recht kommt“, erklärt Jörg Kühn. Der 45-Jährige ist beim FV Eppelborn AH-Vorsitzender und bereits seit frühester Jugend ganz eng mit dem Verein verbunden. „Ich habe nie woanders als beim FV Eppelborn Fußball gespielt. Nach meiner Jugendzeit war ich knapp zehn Jahre Spieler der ersten Mannschaft. Und nach zwei Jahren als Spielertrainer der Zweiten kam der Schritt in die AH“, berichtet Kühn.

Die AH-Fußballer der SG HUBE muss man Jahr für Jahr in den verschiedenen Altersklassen ganz oben auf der Rechnung haben. „Wir waren 2018 und 2019 mit der Ü40 und Ü50 beim Tag der Generationen im Finale. 2018 wurde die Ü40 Saarlandmeister“, erzählt der Vorsitzende stolz.

Und auch bis zur Unterbrechung der Saison durch Corona lief es für die Teams der Spielgemeinschaft richtig gut. Die Ü32 hatte im Saarlandpokal das Achtelfinale erreicht. Dort hätte nun ein Heimspiel gegen die FSG Schmelz-Limbach-Gresaubach angestanden. Die Ü40 der SG HUBE stand im Pokal bereits im Viertelfinale und hätte dort auswärts beim SC Ay Yildiz Völklingen antreten müssen. In der Meisterschaftsrunde wies die Ü40 bei 20:2 Toren eine weiße Weste auf, gewann alle ihre vier Begegnungen. Einziger ernsthafter Verfolger war die SG Urweiler-Freisen-Wolfersweiler, die allerdings im direkten Aufeinandertreffen der beiden Teams mit 2:7 untergegangen war. Auch die Ü50 der SG, die unter anderem 2017 Saarlandmeister wurde, war noch im Pokal vertreten. Sie hätte beim SC Roden antreten sollen.

 fv eppelborn deutscher vizemeister
fv eppelborn deutscher vizemeister Foto: Stefan Holzhauser

Die Teams eint alle ein Traum. Vielleicht noch einmal im Finale um eine Deutsche Meisterschaft stehen. „Es war ein richtig tolles Erlebnis, das wir niemals vergessen werden“, schwärmt der noch heute begeisterte Kühn. Und wer weiß – mit ein wenig Glück ziehen die Eppelborner den Bayern beim nächsten Aufeinandertreffen ja die Lederhosen aus.