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Handball
„100 Prozent“ für die Handballfreunde Illtal

Eppelborn. Nach vier Jahren beim SV 64 Zweibrücken wechselte Tobias Alt zu den HF Illtal. Am Sonntag trifft er auf seinen Ex-Verein. Von Lucas Jost

(jhl) Fußball? Nein danke! Handball? Schon eher! Das zeigte sich bei Tobias Alt früh. Auch wenn es ihm wohl gar nicht so bewusst war. „Das war eigentlich ganz witzig. Ich war im Fußball. Aber da habe ich anscheinend immer den Ball in die Hand genommen. Die logische Konsequenz war dann ins Handball zu gehen“, blickt er lachend auf seine Anfänge in Deutschlands zweitliebster Mannschaftssportart zurück. Drei, vielleicht dreieinhalb Jahre alt war er damals. Über verschiedene Jugendmannschaften in seinem Heimatort Quierschied und den umliegenden Ortschaften Fischbach und Dudweiler, je nachdem aus welchen Vereinen sich die Spielgemeinschaften sich damals zusammensetzten, landete er nach einem kurzen Zwischenstopp bei der JSG Saarbrücken West schließlich in der A-Jugend des SV 64 Zweibrücken in der Bundesliga. Parallel spielte er in der RPS-Oberliga der Herrenmannschaft der Zweibrücker Löwen.


Alt ist inzwischen deutlich älter. 21 Jahre, um genau zu sein. Zu den „Alten“ seiner aktuellen Mannschaft, dem Handballfreunden Illtal, gehört er damit noch lange nicht. Zu den Dienstältesten schon gar nicht. Erst seit dieser Saison ist der Rechtsaußen Teil der Zebra-Herde, die seit Jahren zu den Ligakonkurrenten seines Ex-Klubs gehören. „Ich habe aus dem Bauch heraus entschieden. Hauptgründe waren, dass ich etwas Neues sehen wollte. Und der zeitliche Aspekt“, führt er als Entscheidungsgründe für seinen Wechsel an. Denn mehr und mehr spanne ihn auch sein Studium ein. Aktuell studiert er im dritten Semester Sport an der Universität des Saarlandes. „Das Studium fällt einem dank Handball schon ein wenig leichter. Die Grundlagen, die Koordination, die Schnelligkeit sind da. Das überschneidet sich alles ein bisschen“, sagt er. „Abgesehen vom Schwimmen“, schiebt er mit einem Schmunzeln hinterher.

Seine Entscheidung, ins Illtal gewechselt zu sein, bereue der 21-Jährige nicht. „Ich habe hier viele neue Freunde gefunden“, erkennt er an. Freunde hatte Alt auch in seiner Zeit beim SV 64 gefunden. Doch am Sonntag haben sich die Seiten zum ersten Mal gewendet. Wenn die Handballfreunde Illtal den SV 64 um 18 Uhr in der Hellberghalle in Eppelborn empfangen, wird Alt zum ersten Mal gegen den Klub spielen, bei dem er die vergangenen vier Jahre verbracht hat. Entsprechend gut kennt er den Gegner. „Grundlegend unterscheiden sich die Mannschaften eher in der Abwehr. Zweibrücken mit einer offensiven 3:2:1 und der Aggressivität ist prädestiniert für ein frühes Stoppfoul. Illtal agiert eher mit einer 6:0- oder einer 4:2-Abwehr“, vergleicht der Linkshänder die Spielsysteme. „Im Angriff unterscheiden sie sich nicht so krass. Illtal hat mehr Spielzüge, ist etwas breiter in den Varianten aufgestellt. Zweibrücken ist eher auf individuelle Geschichten abgestimmt, zum Beispiel das Entscheidungsverhalten der Spieler.“



Ob es ein Nachteil ist, gegen seine Ex-Klub aufzulaufem? „Ich sage mal so: Ich gehe schon mit einem flauen Gefühl im Magen in das Spiel rein, weil das Freunde sind. Aber auf dem Spielfeld zählt der Konkurrenzkampf. Da gibt es keine Freunde mehr“, meint Alt. „Letzte Saison habe ich 100 Prozent für Zweibrücken gegeben. Am Sonntag werde ich 100 Prozent für Illtal geben.“