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Lebensberatung Neunkirchen gibt Jahresbericht 2017
Elternkonflikte als großes Thema

Erwachsene kamen häufig mit Belastung durch traumatische Erlebnisse und Depressionen in die Beratung.
Erwachsene kamen häufig mit Belastung durch traumatische Erlebnisse und Depressionen in die Beratung. FOTO: dpa / Marijan Murat
Neunkirchen. Fast 950 junge Menschen kamen 2017 in die Lebensberatungsstelle Neunkirchen. red

948 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im vergangenen Jahr das Angebot der Lebensberatung Neunkirchen des Bistums Trier in Anspruch genommen. Das teilt das Bistum mit. Gerade einmal acht weniger als noch im Jahr 2016. 442 weitere Personen nahmen an Elternkursen, offenen Sprechstunden oder Weiterbildungen der Lebensberatung teil, das weist der Jahresbericht 2017 aus.


Die wichtigsten Themen bei den Kindern und Jugendlichen waren: Partnerschaftskonflikte der Eltern, Trennung und Scheidung, Probleme durch inkonsequentes Erziehungsverhalten, Erschöpfung und Überlastung der Eltern sowie die psychische Erkrankung von Mutter oder Vater. 48 Prozent aller beratenen Kinder und Jugendlichen lebten nicht in ihrer Ursprungsfamilie.

Die Erwachsenen kamen am häufigsten mit folgenden Themen in die Neunkircher Beratung, so das Bistum: Belastung durch traumatische Erlebnisse, Depression, kritische Lebensereignisse und Verlusterlebnisse, Selbstwertproblematik und Kränkungen sowie Probleme durch körperliche Erkrankungen oder Behinderungen. Die durchschnittliche Beratungsdauer für einen abgeschlossenen Fall lag bei etwas mehr als elf Stunden. 2015 waren es noch etwa neun Stunden pro  abgeschlossenen Fall.



Das Fachberatungsteam um Diplom-Soziologe Martin Ludwig, dem Leiter der Lebensberatung, hat auch im vergangenen Jahr regelmäßig zusätzliche Sprechstunden in der Ottweiler Kindertagesstätte Lehbesch und im Neunkircher „Momentum“ angeboten. Hier bestehe die Möglichkeit, sich ohne Terminvereinbarung beraten zu lassen. Zusätzlich zum normalen Beratungsangebot bietet das Beratungsteam Mediation als Verfahren zur Konfliktregelung bei Familien- und Partnerschaftsproblemen an. Für Fachkräfte der Jugendhilfe sowie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im medizinischen Dienst oder in Bildungseinrichtungen wird eine fachliche Beratung bei der Einschätzung von Kindeswohlgefährdung angeboten. Für traumatisierte Flüchtlinge bietet das Team eine Erststabilisierung an. Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit werden durch Weiterbildung und Supervision unterstützt. Das Angebot in der Flüchtlingsarbeit erfolgt zusätzlich zum Regelangebot und wird durch das Bistum Trier extra finanziert.

Für Ratsuchende ist das Angebot kostenfrei. Die Arbeit der Erziehungs-, Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle kostete im vergangenen Jahr rund 308 000 Euro, finanziert zu 52 Prozent durch den Landkreis Neunkirchen, zu 43,3 Prozent durch das Bistum Trier und 4,7 Prozent durch die Stadt Neunkirchen.

Die Lebensberatung Neunkirchen befindet sich in der Hüttenbergstraße 42, Telefon (0 68 21) 2 19 19. E-Mail: lb.neunkirchen@bistum-trier.de