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Eltern in Neunkirchen müssen Job und Erziehung derzeit unter einen Hut bringen

Corona Neunkirchen : Zwei Arbeitsplätze an einem Ort

Die Schließung der Schulen und Kitas erfordert von Eltern derzeit eine Menge Organisationstalent.

Die Freude am Freitag war bei den einen groß, bei den anderen hielt sie sich arg in Grenzen. Die einen, das sind die Schüler. Vier Wochen verlängerte Osterferien – wer hätte sich während seiner Schulzeit darüber nicht gefreut. Die anderen, das sind die Eltern, die sich bereits am Freitag ausmalen konnten, dass in den kommenden Tagen vieles organisiert werden muss und sich viele Fragen auftun werden. Oma und Opa sollen, so hieß es gleich, nicht für die Betreuung eingesetzt werden. Die Gründe sind hinlänglich bekannt und absolut nachvollziehbar: Alles muss getan werden, um die Verbreitung des Virus zu minimieren. Was also bleibt Eltern mit kleineren Kindern, die noch nicht alleine das Haus hüten können? Sie müssen die Betreuung selbst übernehmen. Die Eltern müssten sich organisieren, war immer wieder zu hören. Aber wie? Im besten Fall sind beide Eltern beruflich so flexibel, dass sie dies leisten können, was aber auf die wenigsten zutrifft. Besonders schwierig ist die Situation für Alleinerziehende, für die ein Spagat zwischen Arbeit und Kinderbetreuung nahezu unmöglich ist.

Aber immerhin leben wir im digitalen Zeitalter, so dass seit Freitag unter Eltern vor allem ein Begriff häufig verwendet wird – neben Corona, versteht sich –: Homeoffice. Arbeiten von Zuhause. Eine gute Sache, keine Frage, aber auch damit sind etliche Probleme verbunden. Zuhause bleiben und arbeiten und die Kinder betreuen bedeutet auch: zwei Arbeitsplätze an einem Ort. Kleine Kinder, die noch nicht in die Schule gehen, lassen sich nicht mal eben zwei Stunden im Kinderzimmer parken. Sie wollen beschäftigt werden, wollen spielen. Ihnen zu erklären, dass Mama und Papa „für die Arbeit“ arbeiten müssen – viel Spaß dabei.

Dass Schulkinder, vor allem die im Grundschulalter, in den kommenden sechs Wochen nicht aus der Übung kommen sollen, versteht sich von selbst. Dass manche Schulen von den Eltern aber verlangen, den Lehrstoff der kommenden Wochen quasi im „Homeoffice“ ihren Kindern zu vermitteln, ist Theorie am grünen Tisch. Und ist vor allem zum Nachteil der Kinder, die ohnehin in der Schule hinterher hinken. Die Schließung der Schule soll nicht zum Nachteil der Schüler sein, teilte das Kultusministerium am Freitag mit. Es wird sich zeigen, ob dem wirklich so ist. Bis alles wieder seinen normalen Gang geht, wird noch vieles organisiert werden müssen und es werden sich noch viele Fragen auftun. Nicht nur für Eltern.