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Elefantendame Kirsty aus dem Zoo in Neunkirchen wurde eingeschläfert

Traurige Nachrichten aus dem Neunkircher Zoo : Elefantendame Kirsty wurde gestern Abend eingeschläfert

Gerade erst hat man sich im Neunkircher Zoo über die Geburt des Orang-Utan-Babys gefreut, jetzt trauert man um die beliebte und anhängliche Elefantendame.

Neunkirchen Man hört ihm die Ergriffenheit noch an, als er anruft. Zoodirektor Norbert Fritsch ist sichtlich bewegt, als er der SZ am späten Dienstagmorgen mitteilt: Elefantendame Kirsty musste gestern Abend eingeschläfert werden. Um die Mittagszeit ist sie in Hannover angekommen, wo sie in der tiermedizinischen Universität obduziert wird. „Die Entscheidung war schwer aber unumgänglich“, sagt Fritsch. Seit 2005 war Kirsty im Neunkircher Zoo, war damals zusammen mit der älteren Judy aus Dublin gekommen. Noch vor einem Jahr war sie topfit. Doch dann passierte das, was bei Elefanten über 50 häufig passiert: Sie baute sichtlich ab. Immer schneller ging das. Die letzten Tage war für die Pfleger und den Zoodirektor offensichtlich: Sie fühlte sich nicht mehr wohl. Hunderte Kilo Gewicht verlor die einst stattliche Vier-Tonnen-schwere Dame. Sie fraß nicht mehr, trank nicht mehr, legte sich nicht mehr hin, stand nur noch an einem Platz. Also hatte man sich „schweren Herzen“ entschlossen, sie zu erlösen. Gestern Abend war es dann soweit. Obertierpfleger Dirk Backes, Zoodirektor Norbert Fritsch und alle übrigen Zoomitarbeiter nahmen noch einmal Abschied.

Die 1967 in Indien geborene Kirsty war sehr auf Menschen geprägt. Den engen Kontakt hatte ihr Pfleger Peter Adamson in ihrer Zeit in Glasgow entwickelt. Auch mit Backes und Fritsch war Kirsty sehr eng. Für Fritsch war sie der Elefant, den er während seiner Tätigkeit im Zoo am besten und längsten gekannt hat, wie er erzählt. Er beschreibt sie als äußerst neugierig, als sehr explorativ. „Sie hat alles ausprobiert“, erinnert er sich und denkt gerne an die Geburtstagstorten, die sie mit Wonne verspeist hat, an die Trauungen, denen sie beiwohnte, oder an die Spaziergänge quer durch das Zoogelände, als dieser im ersten Lockdown vor einem Jahr geschlossen hatte.

Nach dem Tod von Kirsty sind nun noch zwei Elefantendamen im Zoo. Sie waren im vergangenen Jahr aus Leipzig gekommen. Ihre Haltung wird allerdings nicht mehr so menschenbezogen sein, sondern ganz zeitgemäß nur noch als geschützter Kontakt.