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Generalsanierung : Eine Klinik will fit für die Zukunft werden

Generalsanierung : Eine Klinik will fit für die Zukunft werden

Das Neunkircher Haus der Stiftung Kreuznacher Diakonie plant Generalsanierung und will dafür 30 Millionen Euro investieren.

Ein Krankenhaus als Ort, wo sich Menschen Hilfe und Heilung erhoffen, soll  bei den im Gespräch bleiben aber nicht ins Gerede kommen.  Im Fall des Diakonie Klinikums Neunkirchen der Kreuznacher Diakonie, kurz DKN, vielen noch bekannt als Städtisches Krankenhaus Neunkirchen,  gab es offenkundig einiges Gemurre bei den Patienten. Unsere Zeitung berichtete kürzlich über eine Patienten-Beschwerde, darauf hin erhielten wir eine Menge Anrufe und Mails von Menschen, die sich im DKN  unzureichend betreut oder  wenig gewertschätzt fühlten.   In den sozialen Netzwerken liest man etliche negativen Kommentare, aber auch positive Bewertungen.

 Thorsten  Junkermann   Foto: Matthias Luhn
Thorsten Junkermann Foto: Matthias Luhn Foto: Matthias Luhn

Dr. Thorsten Junkermann, Geschäftsführer des Geschäftsfeldes Krankenhäuser und Hospize der Stiftung Kreuznacher Diakonie   und Dr. Michael Weber, ärztlicher Direktor des Diakonie Klinikum Neunkirchen, sowie die Leiterin der Stabsstelle Kommunikation bei den Kreuznachern   waren dieser Tage in Neunkirchen, um mit der SZ über die Situation am DKN zu sprechen.

Die gute Nachrichten zuerst: Es wird jetzt eine Menge Geld in die Hand genommen um das „stellenweise abgewohnte und von den Abläufen her eher schwerfällige Haus“  wieder fit zu machen. Zurzeit werden  in die Klinik-EDV  2,5 Millionen Euro investiert, eine Million fließt in neue Geräte. „Die  Infrastruktur war bei der Übernahme des Hauses aus der Trägerschaft der Stadt Neunkirchen Ende 2015/Anfang 2016 überholungsbedürftig“, bringt es Thorsten Junkermann auf den Punkt. Als Krankenhaus der Schwerpunktversorgung und akademisches Lehrkrankenhaus soll das DKN jetzt wieder besser aufgestellt werden: Eine Generalsanierung, die schätzungsweise 30 Millionen Euro kosten wird,  wird zurzeit von einem Fachbüro geplant. Anfang 2018 soll der Ablauf der Arbeiten eingetütet werden.

Wobei jetzt schon klar ist, dass die Arbeiten intelligent in den Krankenhausbetrieb integriert werden müssen, um Patienten und Abläufe möglichst wenig zu beeinträchtigen. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von rund acht Jahren“, gibt Thorsten Junkermann den Zeitrahmen vor, „das ist schnell für ein derartiges Projekt“.

 Aber nicht nur baulich soll es Veränderungen geben. Wie Michael Weber erläuterte, wird geprüft, wie die drei Klinik-Standorte der Diakonie (DKN, Fliedner-Krankenhaus Neunkirchen und Evangelisches Krankenhaus Saarbrücken) in der Region von ihren medizinischen Angeboten her effizient aufeinander abgestimmt werden können. So betreiben derzeit das DKN und das benachbarte Fliedner Innere Abteilungen. Solche Konstellationen bieten sich natürlich für Schwerpunktbildungen an einem Standort an.  Hinsichtlich des erst 2013 eröffneten Neubaus am DKN, für den damals noch die Stadt Neunkirchen als Krankenhausträger verantwortlich zeichnete, kommt bei Weber und Junkermann im Gespräch mit der SZ wenig Begeisterung auf.

Von Anfang an war dieses städtische Projekt umstritten. Vor allem wegen des so genannten Konfort-Traktes, von dem sich die Verantwortlichen einen Schub für ihre Klinik erhofft hatten, der aber bekanntlich ausblieb. Beträchtliche Defizite des Hauses zwangen die Stadt dann zum Verkauf. Sie hält nun nur noch fünf Prozent der Anteile. In den Plänen des aktuellen Klinik-Betreibers spielt der „von den Abläufen her schlecht angebundene“ Neubau nur eine untergeordnete Rolle. Dort sollen eher ambulante Dienste für Patienten und Praxen angeboten werden.

 „Wir sind immer noch in den roten Zahlen“, räumte jetzt auch Thorsten Junkermann ein. Aber mit den geplanten Investitionen und der systemischen Optimierung sollen nicht nur für die Patienten Verbesserungen erzielt, sondern auch wirtschaftlich Fortschritte gemacht werden.

 Doch zurück zu den aktuellen Beschwerden über das DKN: „Wir nehmen die Bewertungen des Patienten sehr ernst“, sagen Angelika Christ und Michael Weber. Jeder Patient habe in einem Abschlussbogen „Ihre Meinung“ zum Ende des Klinik-Aufenthaltes die Möglichkeit, Lob und Tadel zu formulieren.

Über einen Qualitätsmanagement-Beauftragten erhielten die Verantwortlichen Rückmeldung, um Fehler ausmerzen zu können. Im ersten Halbjahr 2017 habe man bei rund 5500 Behandlungsfällen 109 Rückläufe mittels der Fragebögen bekommen. „Die Beschwerden waren vor allem beim Service und bei der baulichen Ausstattung der Zimmer, beispielsweise wegen der Bäder“, so die DKN-Verantwortlichen.

 Michael Weber Foto: Petra Alles
Michael Weber Foto: Petra Alles Foto: Petra Alles

Bei rund einem Drittel der Rückmeldungen habe es sich um „reines Lob“ gehandelt.