| 21:21 Uhr

Eichenprozessionsspinner
Eine Gift-Raupe bedroht Schüler

Die Raupe eines Eichenprozessionsspinners kriecht auf einem Eichenstamm entlang. Die giftigen Raupen stellen auch für Menschen wie Eichen eine Gefahr dar. Auch im Kreis Neunkirchen.
Die Raupe eines Eichenprozessionsspinners kriecht auf einem Eichenstamm entlang. Die giftigen Raupen stellen auch für Menschen wie Eichen eine Gefahr dar. Auch im Kreis Neunkirchen. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Kreis Neunkirchen. Die Saison des Eichenprozessionsspinners startet. Auch auf Schulhöfen des Kreises. Von Michael Beer

Der Eichenprozessionsspinner startet in die Saison. Nicht gerade zur Freude von empfindsamen Menschen und nicht zur Freude der Kreisverwaltung in Ottweiler. Denn an einigen Schulstandorten, für die das Landratsamt zuständig ist, sind die Gespinstnester des Schmetterlings schon gesichtet worden: in Neunkirchen am Steinwald- und am Krebsberggymnasium, an der GGSNK in der Haspelstraße, in Illingen am Gymnasium und der Gemeinschaftsschule, in Schiffweiler an der Gemeinschaftsschule und am Gymnasium Ottweiler. Insgesamt kümmert sich der Kreis um 20 Schulen. Zum Glück starten jetzt die Ferien und die Schulhöfe sind in den kommenden Wochen mehr oder minder verwaist. Dennoch prüfen die Behörden alle weiterführenden Schulen auf Befall. Vorhandene Nester, erläutert Jasmin Alt von der Pressestelle, werden durch Fachfirmen entfernt. In beiden Schulen in Illingen und am Krebsberg in Neunkirchen haben Fachfirmen gestern die Nester entfernt. Am Steinwald sollen sie heute beseitigt werden.


Der Eichenprozessionsspinner ist für empfindliche Menschen wegen seiner giftigen Härchen gefährlich. Diese Härchen reizen die Haut. Bläschen können sich bilden, die Haut rötet sich. Das kann sich schmerzhaft über einen längeren Zeitraum hinziehen. Wer mit den Härchen in Kontakt kommt, sollte die Körperstellen abspülen und die Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen. Es ist auch nicht empfehlenswert, die großen Gespinstnester und Raupen selbst zu entfernen, da dadurch die giftigen Härchen aufgewirbelt werden. Oliver Martin, Leiter des Kreisumweltamtes, sagt zur aktuellen Situation: „Bei einigen Nestern ist die Verpuppung schon erfolgt, jedoch sind die Nester weiterhin gefährlich für den Menschen. Die direkte Nähe der befallenen Bäume sollte gemieden werde, solange die Nester noch vorhanden sind.“ Der Kreis Neunkirchen war in der Vergangenheit kein „Risiko-Gebiet“, wie das Zentrum für Bio-Dokumentation in Reden im vergangenen Jahr erläutert hatte. Stärker betroffen waren demnach bislang der Stadtverband Saarbrücken und von ihm ausgehend eine Achse von Westen nach Osten, also zwischen Warndt und Homburg. Das Insekt bevorzugt Wärme und Trockenheit, und wie der Name schon sagt bevorzugt Eichen, die einzeln und sonnig stehen. Das Klima in Saarbrücken ist trocken und warm, in Parkanlagen, aber auch auf Schulhöfen oder an Kindergärten passen die Bedingungen. Aber auch der Kreis Neunkirchen scheint dem Plagegeist zunehmend zu schmecken.