| 21:10 Uhr

Ringen
Ein vorhersehbares Debakel

Hüttigweiler. Der Ringer-Bundesligist ASV Hüttigweiler verliert den Playoff-Rückkampf in Triberg mit 0:30 Von Benno Weiskircher

Voller Zuversicht sind die Athleten des ASV Hüttigweiler zum Playoff-Rückkampf nach Triberg angereist, obwohl mit Mihail Bradu und Mathias Schwarz zwei Stammringer fehlten. Doch dann musste der ASV-Trainer nach dem Abwiegen feststellen: „Triberg hat alles an Bord, was Rang und Namen hat.“ Gall rechnete dennoch mit zwei oder drei Einzelsiege. Am Ende musste der ASV-Coach die niederschmetternde 0:30-Niederlage mit „das Ergebnis ist ein Debakel, es war aber vorhersehbar“ kommentieren.


In den leichten Gewichtsklassen war der ASV chancenlos. Steven Ecker, Jan Wolfanger und Yanni Parisi gegen den amtierenden Europameister Kristian Fris unterlagen gegen internationale Spitzenringer deutlich. In den schweren Klassen zeigten die ASVler herausragende Leistungen, dennoch reichte es nicht zu Siegen. Denis Balaur war gegen den 30 Kilo schwereren 5. Olympiasieger Rares Daniel Chinton über die gesamte Kampfzeit der Aktivere, geriet aber durch umstrittene Entscheidungen des Kampfrichters Petar Stefanov in Rückstand. Zudem hatte Balaur den Rumänen auf beiden Schultern liegen, wurde aber vom Kampfleiter nicht dafür belohnt. So unterlag der sympathische Moldawier mit 5:8.

Auf der Siegerstraße befand sich auch lange Zeit Mihai Esanu. Er führte bis in die letzte Kampfminute mit 4:1. Dann gelangen dem Triberger noch Wertungen zum schmeichelhaften 6:4-Erfolg. Bärenstark präsentierte sich Till Bialek gegen Oliver Hassler. „Till hatte sich gut auf Hassler eingestellt, er war der agilere Ringer auf der Matte“, urteilte Gall. Gegen den Vizeweltmeister von 2014 unterlag das Hüttigweiler Eigengewächs mit 1:4. Oliver Hassler äußerte sich nach dem Kampf anerkennend über Till Bialek.



Hasslers Aussage „Ich wünsche mir Bialek als Trainingspartner“, bewertet Gall als großes Kompliment an die ringerischen Fähigkeiten des ASVlers. Durchaus Positives konnte der Hüttigweiler Trainer auch bei seinen Nachwuchskräften erkennen. So ging Mathis Jochum (15) gegen den dritten Deutschen Meister Benedikt Rebholz über die volle Kampfzeit und überließ seinem Gegner nur ein 0:8. Sehr couragiert auch das Auftreten von Kevin Gremm (16). Obwohl der Greco-Spezialist zwei Gewichtsklassen höher antrat, ließ er sich in seinem ersten Bundesligakampf durch den amtierenden deutschen Vizemeister Jan Rotter nicht vorzeitig besiegen. „Das macht Lust für die Zukunft“, gewann Gall dem Desaster in Triberg auch noch Gutes ab. Alexandru Burca überzeugte im Rahmen seiner Möglichkeit gegen Ahmed Dudarov. Dagegen musste sich Danny Hippchen gegen Roman Dermenji entscheidend geschlagen geben. Am Ende stand denn die 0:30-Niederlage.