Schwäne in Furpach: Ein schönes Pärchen sind sie schon seit langer Zeit

Schwäne in Furpach : Ein schönes Pärchen sind sie schon seit langer Zeit

Die beiden neuen Höckerschwäne auf dem Gutsweiher in Furpach bleiben noch eine Woche auf der Insel.

Ein kleiner Menschenauflauf ist es dann doch geworden. Kein Wunder. Zum einen weckt so ein Feuerwehr-Auto immer die Neugier von Passanten, zum anderen war den Furpachern schon klar: Das könnten die neuen Schwäne sein. Auf der Insel selbst wird soeben letzte Hand an die großzügige Voliere gelegt. Das Schlauchboot steht bereit. Alle sind ganz schön aufgeregt. Man wartet nur noch auf den nigelnagelneuen Zootierarzt Mark Alexander Eichelmann, dann kann es losgehen. Bürgermeister Jörg Aumann beantwortet derweil mit Zoodirektor Norbert Fritsch gerne die Fragen der Schaulustigen.

Letzterer war die Schwäne holen. Hoch in den Norden musste er dafür fahren. Genauer nach Widmund bei Jever im östlichen Ostfriesland. „Ja, es sind Ostfriesen“, sagt Aumann und lacht. Heißt einer dann vielleicht Otto? „Namen haben sie nocht nicht, vielleicht könnte man da ja später mal einen Wettbewerb machen“, sinniert er. Verantwortlich dafür, dass das Schwanenpaar Einzug auf der Insel, die schon lange Schwaneninsel heißt, halten kann, ist Werner Tuba. Der ehemalige Förster hat sich intensiv umgetan im Internet, bis er endlich fündig wurde. Nicht, wie ursprünglich verkündet, in einer Auffangstation, sondern bei einem Vogelliebhaber und -züchter in der Nähe der Stadt, in der sich laut Werbung Land und Bier so gleichen. Aber nicht nur gefunden hat er sie, er hat sie auch bezahlt. 200 Euro pro Schwan. Und die Voliere hat er auch gebaut. Warum macht der sowas? „Der war ja mal Förster und ist einfach ein Naturliebhaber“, sagt Aumann.

Die Schwäne verbringen die Wartezeit in großen Transportboxen. Kein Laut ist zu hören. Sie scheinen völlig entspannt, ab und an guckt mal ein neugieriger Schwanenkopf hinterm Gitter hervor. „Wenn die diese Kiste um sich fühlen, dann fühlen die sich beschützt“, erklärt Fritsch. So haben sie auch die Fahrt gut und problemlos überstanden. Vier Jahre alt sind die beiden Schwäne. Sie kennen sich schon lange und sind schon lange ein Paar. „Sie haben sogar schon mal gebrütet“, weiß Fritsch, „aber damals wurde aus der Brut leider nichts.“ Jedenfalls sind das gute Voraussetzungen für schwänischen Nachwuchs auf dem Gutsweiher glaubt auch Ortsvorsteher Klaus Becker. Dann kommt der Zootierarzt, es geht los. Box eins kommt aufs Schlauchboot, das an jedem Ende ein Seil hat, mit dessen Hilfe die Feuerwehr für Bewegung sorgt. In Boot eins fährt der Zoodirektor mit. An der Seite läuft Tuba in Watthose mit, justiert von der Seite. Zurück geht‘s und die zweite Tour mit dem zweiten Schwan und Tierarzt Eichelmann folgt. In einem dritten Boot setzen Aumann und der SZ-Fotograf über. Viel sehen kann man vom Ufer nicht mehr. Die Tiere müssen dem Doktor ein bisschen Blut überlassen und werden geimpft, dann geht es ab in die Box.

„Jetzt staunt der Heiner da oben“, sagt Heimatvereinsvorsitzender Wolfgang Stemmler und meint damit Heiner Bauer, seinen vor nicht allzu langer Zeit verstorbenen Vorgänger. Stemmler wird sich die nächsten Tage um die Schwäne kümmern. „Bis die sich hier heimisch fühlen und wissen, dass es hier Futter gibt“, erklärt Hans-Joachim Heintz vom selben Verein. So drei Mal am Tag wird Stemmler in Watthose auf die Insel waten und für Futter sorgen. Nach etwa acht bis zehn Tagen in der sicheren Voliere dürfen die Tiere den Weiher erkunden. Dann werden sie weiter unter der Obhut von Heimat- und Angelverein stehen und im Zoo immer eine Anlaufstelle haben. Für den Unterhalt sorgt auch ein Spendenkonto, das nach dem Tod des letzten Schwanes eingerichtet worden war und auf dem schon 1380 Euro sind. Wenn alles gut geht, dann werden die Schwäne noch leben, wenn die Kinder vom Freitagnachmittag mit ihren eigenen Kindern an den Gutsweiher kommen. „So 20 bis 30 Jahre werden die“, sagt Frtisch, „es soll sogar ein Höckerschwan mal 60 geworden sein.“

Dass die beiden hier und alle ihre Nachkommen das schaffen, dafür kann jeder einzelne sorgen. Indem er nämlich die Tiere keinesfalls füttert.

„Das muss man unbedingt unterlassen“, erinnert Bürgermeister Jörg Aumann an den tragischen Tod der Schwanendame vor einigen Jahren. Neue große Schilder werden noch einmal darauf hinweisen. „Und wir hoffen, dass sich die Spaziergänger auch einmischen, wenn sie mitbekommen, dass sich jemand nicht daran hält.“

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