| 20:08 Uhr

Polizeiorchester an Alex-Deutsch-Schule
Ein lehrreicher Hörgenuss für die Kinder

Mädchen der Alex-Deutsch-Schule mit Sängerin Susanne Thewes und Dirigent Peter Kästner.
Mädchen der Alex-Deutsch-Schule mit Sängerin Susanne Thewes und Dirigent Peter Kästner. FOTO: Erich Hoffmann / Picasa
Wellesweiler. Der musikalische Auftritt des Landespolizeiorchesters begeisterte die Schüler der Alex-Deutsch-Schule in Wellesweiler.

(red) Nach Gastspielen in den Gemeinschaftsschulen von Schiffweiler und Ottweiler begeisterte das Polizeiorchester des Saarlandes jetzt auch die Schüler der Alex-Deutsch-Schule in Wellesweiler. Bürgernähe suchen, Kontaktscheu beseitigen und Vertrauen bereits bei den Kindern und Jugendlichen schaffen, hießen auch hier im Katholischen Pfarrzentrum die tieferen Beweggründe einer breitflächig angebotenen Maßnahme, die nach Darstellung des stellvertretenden Dirigenten, Peter Kästner, als ganz wichtiges Modul polizeilicher Präventivarbeit zu betrachten ist.


Spätestens als Susanne Thewes, einziges weibliches Mitglied der mehr als 20 Köpfe zählenden Gruppe, Mark Forsters Erfolgshit „Chöre“ interpretierte und buntes Konfetti streuend durch die Reihen begeisterter Mädchen und Jungen rockte, war das Eis so richtig gebrochen. Nochmals ein gemeinsamer Song, Gruppenfotos mit der kontaktfreudigen Sängerin in schmucker Polizeiuniform und schnell noch eine Aufnahme mit allen Beteiligten, dann verabschiedete sich das junge Publikum wieder in Richtung Schulgebäude und Schulalltag.

Pädagogisch großes Geschick hatten zuvor alle Mitglieder des Orchesters über die gut anderthalbstündige Veranstaltung unter Beweis gestellt. Mit sehr viel Witz und profundem Sachwissen navigierte der Vollblutmusiker Niklas Müller durch die Veranstaltung, stellte die Instrumentengruppen geordnet nach Holz-, Blechblas- sowie Zupfinstrumenten vor, beorderte nacheinander kleinere Spielgruppen in die vorderste Reihe, die hier tolle Klangbeispiele für Flöten und Klarinetten, Trompeten und Posaunen, Saxophone, Wald- und Tenorhörner zum Besten gaben. „Ein toller Hörgenuss und gleichzeitig überaus lehrreich für unsere Schüler“, befand Lehrerin Andrea Moll, Initiatorin und selbst leidenschaftliche Querflötistin, ganz erfreut.

Als dann die orchestrale Gewalt des von Blechblasinstrumenten dominierten Ensembles das akustisch herausragend geeignete Pfarrzentrum in seinen Grundfesten erbeben ließ, vergaßen die Buben und Mädchen sogar für kurze Zeit den mechanischen Griff zu ihren Smartphones. Und jeder, der von einem uniformierten Orchester kaum mehr als zackige Klänge à la Preußens Gloria oder Radetzkymarsch erwartet hatte, sah sich gründlich getäuscht. Vielmehr waren es teils sehr gefühlvoll intonierte Melodien bekannter Kino- oder Fernsehstreifen aus der Erlebniswelt jüngerer Generationen. Ob Rocky, Star Wars, Muppet-Show oder Harry Potter, die unverwechselbaren Indikatoren filmischer Welterfolge zogen alle, Schüler wie Lehrer, in ihren Bann. Spektakuläres boten neben Susanne Thewes drei weitere Solisten. Zunächst der Recke Ivan Funaro, der seiner imposant großen Tuba – schaurig und faszinierend zugleich – drei Töne zugleich entlockte, wobei er seine eigene Stimme in den tiefen Instrumentenbass zu integrieren vermochte. Weiter demonstrierte anschließend Benjamin Becker in einem E-Bass-Solo, was man mit einer elektrisch verstärkten Gitarre, unverzichtbares Requisit jeder modernen Rockband, so alles anstellen kann. Herrlich anzuhören, wie sich die Kollegen des Orchesters nach und nach mit ihren klassischen Instrumenten in Beckers Vortrag einklinkten. Georg Fritz, der zuvor im Hintergrund eher unauffällig die Tasten des Klaviers bedient hatte, zauberte in der Folge eine E-Violine hervor und brachte mit dem 95-er Chart-Erfolg „Cotton Eye Joe“ den Saal endgültig zum Kochen. Auf einem Stuhl stehend entfachte der fiedelnde Polizist einen schwindelerregenden  Irish-Folk-Rausch, dem sich auch ein anderer „Geiger“ aus dem Publikum nicht entziehen konnte.

Hans Jürgen Geiger, so der vollständige und passende Name des Wellesweiler Musikoberen, ist neben seiner üblichen Unterrichtstätigkeit in der Alex-Deutsch-Schule für die Ausbildung der saarländischen Musiklehrer als Landesfachleiter zuständig und kennt sich in der methodisch-didaktischen Aufarbeitung entsprechender Lernstoffe bestens aus. „Das war richtig, richtig Klasse“, lautete kurz und bündig sein Urteil zu der Leistung des Landespolizeiorchesters.