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Fußball
Ein Derby vor 1000 Zuschauern?

Wiesbach. Für beide Vereine ist es der absolute Höhepunkt der Saison: Am heutigen Freitag trifft der FC Wiesbach um 19 Uhr in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zu Hause auf den Nachbarn FV Eppelborn. Von Philipp Semmler

Eine volle Hütte erwartet heute Abend der FC Hertha Wiesbach. Wenn der FC um 19 Uhr den FV Eppelborn zum Derby empfängt, wird das Stadion des Oberligisten aus allen Nähten platzen. „Wir erwarten 1000 Zuschauer“, sagt Wiesbachs Präsident Helmut Berg. Damit es trotz der großen Kulisse einen reibungslosen Ablauf gibt, hat die Hertha ihr Helfer-Personal aufgestockt. „Es gibt mehr Verkaufsstände als bei normalen Heimspielen und wir haben mehr Ordner in der Parkplatzzuweisung und rund um den Platz im Einsatz“, verrät Berg.


Kurios: Während der 60-Jährige Berg heute Abend natürlich seinem Heimatverein Wiesbach die Daumen drückt, saß er beim bislang letzten Erfolg der Eppelborner in einem Pflichtspiel gegen Wiesbach noch beim FVE als Trainer auf der Bank: Am 20. Februar 2011 gewannen die Rot-Weißen ihr Heimspiel in der Saarlandliga gegen die Hertha mit 1:0. Eppelborns Außenverteidiger Sebastian Kleer kann sich an diese Partie noch gut erinnern. Er trug damals allerdings noch das Wiesbacher Trikot. „Damals hat Jan Dirnberger das entscheidende Tor gemacht“, erklärt der 34-Jährige. Sein persönliches „Derby-Highlight“ kam dann knapp zwölf Monate später: „Da haben wir mit Wiesbach zuhause 3:0 gewonnen. Da ist mir mein einziger Treffer in einem Derby gelungen“, erklärt er lachend.

Kleer hat übrigens soviel „Derby-Erfahrung“ wie kein anderer Akteur der heute Abend auf dem Feld stehen wird. Acht Jahre schnürte der Defensiv-Akteur für Eppelborn die Schuhe, sieben Spielzeiten stand er für Wiesbach auf dem Feld. Das heutige Derby wird aber sein letztes. Denn der aus Merchweiler stammende Kleer, der mittlerweile in Saarbrücken wohnt, verlässt den FV nämlich am Saisonende. Er wird zur neuen Saison Spieler und Co-Trainer unter Übungsleiter Peter Rubeck beim Verbandsligisten SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim. „Ich wollte eigentlich schon ein Jahr früher ins Trainergeschäft einsteigen. Nach unserem Oberliga-Aufstieg im vergangenen Mai habe ich das aber noch einmal verschoben“, berichtet Kleer. Der 34-Jährige ist nach einer Mittelfuß-Prellung rechtzeitig zum Derby wieder fit. „Wir gewinnen 2:1“, tippt Kleer.

Damit dies gelingt, dafür muss sein abstiegsbedrohtes Team beim Tabellen-Siebten aber an die Grenzen gehen. Und genau dies fordert Eppelborns Trainer Jan Berger: „Wenn du ein Derby gewinnen willst, darfst du nicht 100 Prozent geben. Dann musst du 200 Prozent geben.“ Hoffnung auf einen Sieg könnte dem FVE auch die bisherige Wiesbacher Statistik in Heim-Derbys in dieser Saison geben. Drei von vier Duellen gegen andere Oberligisten aus dem Saarland verlor die Hertha nämlich bislang: In der Hinrunde gab es beim 3:2 gegen den FSV Jägersburg den einzigen Sieg. Dem stehen Niederlagen gegen Saar 05 (0:6) und den FC Homburg (0:2) gegenüber. Zum Rückrundenauftakt vor knapp 14 Tagen zog der FC dann auch gegen den FV Diefflen vor heimischem Publikum den Kürzeren (1:2).

„Für mich ist das keine Statistik die beängstigend ist“, sagt Trainer Michael Petry. „Homburg spielt in einer anderen Liga. Gegen Saar 05 hatten wir einen rabenschwarzen Tag und gegen Diefflen war es ein 50:50-Spiel in dem wir am Ende Pech hatten“, ergänzt der 41-Jährige. Viel lieber bemüht der Übungsleiter eine andere Statistik: „Wir kennen Eppelborn aus vielen Spielen im Gemeindepokal, Testspielen und dem Hinspiel in der Liga in- und auswendig. Und diese Duelle haben wir alle gewonnen. Da haben wir eine weiße Weste.“



Personell können beide Clubs übrigens nicht in Bestbesetzung ins Lokalduell gehen. Bei Eppelborn fehlen mehrere Langzeitverletzte wie David Dräger (Kreuzbandriss) oder André Dalphin (Schambein-Operation). Hertha Wiesbach bangt um den Einsatz von Torjäger Björn Recktenwald (Beckenprellung). Auch Maurice Urnau (muskuläre Probleme) und Tobias Zöllner (Achillessehnenreizung) sind angeschlagen.