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Kinder- und Jugendarbeit im Kreis Neunkirchen: Ehrenamt braucht Leidenschaft

Kinder- und Jugendarbeit im Kreis Neunkirchen : Ehrenamt braucht Leidenschaft

Kreis-CDU fordert Abbau von bürokratischen Hürden, um Engagement zu fördern.

Dem Ehrenamt insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit hat sich die Kreis-CDU angenommen. Sie hat eine ausführliche Anfrage an die Verwaltung gestellt, wie es denn um dieses Thema bestellt sei. Im jüngsten Kreistag erläuterte Sebastian Brüßel, der ehrenamtliche und hauptamtliche Beitrag von Bürgern sei ein „unverzichtbarer Beitrag für das Miteinander in unserem Landkreis“. Er betonte, eine nachhaltige Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in ihren unterschiedlichsten Facetten bleibe ein Ziel seiner Fraktion. Wichtig ist dem Christdemokraten die Frage, wie Anträge und Nachweise der geleisteten Arbeit im Zuge der digitalen Entwicklung für die Antragsteller einfacher zu gestalten sind. Es gelte, Ehrenamtler bürokratisch zu entlasten. Die Kreisverwaltung zeigt sich für eine papierlose Antragstellung offen, sagt aber auch, unter den derzeitigen Bedingungen seien zum Beispiel die in der ehrenamtlichen Arbeit notwendigen Nachweise noch an die Papierform gebunden. Landrat Sören Meng: „Es fehlt noch das Handwerkszeug.“

Die Christdemokraten wollten in ihrer Anfrage sehr detailliert wissen, wie gut oder schlecht Förderungen in der Jugendarbeit in Anspruch genommen werden. Sie fragen nach Anträgen für Jugendbildungsmaßnahmen wie Seminaren und Workshops, Anträgen für Aus- und Fortbildung in der Jugendarbeit, nach der Unterstützung für Freizeitmaßnahmen, musisch-kultureller Jugendarbeit und mehr. Der Kreis erfasst die Zahl der Teilnehmer von Veranstaltungen nicht. Aber er hat Zahlen dazu, was er in den vergangenen Jahren ausgegeben hat. Da die Förder-Beträge in den vergangenen fünf Jahren stabil geblieben sind, heißt es bei der Kreisverwaltung, sei darüber eine Entwicklung abzulesen. Während es im Bereich der Seminare und Fortbildungen ein Auf und Ab gibt, hat der Kreis bei Freizeiten, musisch-kulturellen und sonstigen Veranstaltungen im Vergleich zu vor fünf Jahren weniger Geld ausgegeben, allerdings mit zuletzt wieder steigender Tendenz. Bei dem Geld, das der Kreis etwa für Freizeiten zur Verfügung stellt, steuerte er 2013 noch über 45 000 Euro bei, im vergangenen Jahr waren es knapp 35 000 Euro. Binnen dieser fünf Jahre sind die Ausgaben für Jugendbildungsmaßnahmen von knapp unter 4000 auf rund 4700 gestiegen, allerdings mit einer starken Delle in 2015 (2600 Euro). Warum in diesem einen Jahr so viel weniger Interesse an einem Zuschuss bestand, weiß auch der Kreis nicht.

Ehrenamt lässt sich nicht lediglich an Zahlen festmachen, manches entzieht sich gänzlich der öffentlichen Wahrnehmung. Wie viele Menschen im Kreis sich auf die ein oder andere Weise engagieren und ob es dabei eine positive oder negative Entwicklung gibt, kann die Verwaltung in Ottweiler nicht statistisch belegen. Matthias Schilhab, Leiter der Neunkircher Ehrenamtsbörse, erläutert, die Ehrenamtskarte, die den Einsatz von Männern und Frauen mit Vergünstigungen würdigt, werde weder stärker noch schwächer nachgefragt. Schilhab weiter: „Ein Projekt, das optimistisch stimmt, ist das Reparatur-Café. Hier hat sich gezeigt, dass sich zahlreiche Menschen auch für ehrenamtliche Projekte begeistern lassen – wir waren überrascht von dem großen Zulauf.“

Das Ehrenamt werde breit gefächert im Landkreis gelebt. Ob in Hilfsorganisationen, im Sport oder bei den Karnevalisten – trotz unterschiedlichster Herausforderungen wie aktuell das Thema Datenschutz - viele Menschen seien leidenschaftlich engagiert. Schilhab: „Wir werden Ende August mit unserer Plattform Ehrenamtsbörse (ein Marktplatz) ins Netz gehen und dort aktiv Werbung für Jobs im Ehrenamt machen.“