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Willi Ertz ist tot
Ehemaliger Borussen-Torwart gestorben

Willi Ertz von Borussia Neunkirchen streckt sich hier in den guten alten Zeiten (Archivfoto von 1971) nach dem Ball.
Willi Ertz von Borussia Neunkirchen streckt sich hier in den guten alten Zeiten (Archivfoto von 1971) nach dem Ball. FOTO: Burghardt, Walter
Neunkirchen. Willi Ertz machte 750 Spiele für seinen Heimatverein. Er wurde 75 Jahre alt. Von Michael Kipp

Willi Ertz ist tot. Der ehemalige Bundesliga-Torhüter von Borussia Neunkirchen starb gestern nach kurzer Krankheit im Alter von 75 Jahren. Ertz lebte bis zuletzt in seiner Geburtsstadt Neunkirchen am Storchenplatz und schaute regelmäßig bei den Borussen-Spielen vorbei.


Er ist einer der ganz Großen des Saarsports – und das nicht nur wegen seiner 1,91 Meter. Der ehemalige Dreher absolvierte 44 Spiele für die Borussen in der 1. Bundesliga, in der 2. Liga 70, in der Regionalliga 153 und im DFB-Pokal elf. Insgesamt bestritt er zwischen 1955 und 1980 750 Spiele für seinen Heimatverein, blieb dabei einmal 995 Minuten am Stück ohne Gegentor. Sein größtes Spiel zeigte er wohl 1964 gegen die Bayern in München. Der 2:0-Sieg in der Bundesliga-Aufstiegsrunde gegen Beckenbauer, Müller und Co. war nur durch eine Ertz-Glanznummer möglich. Bayern blieb zweitklassig, die Borussen stiegen auf. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Bundesliga wählten Fans Ertz 2013 in eine „Saarland-Jubiläums-Elf“. Zur Wahl standen alle Saarländer, die seit 1963 in der Bundesliga spielten. Bis 2010 war er Torhütertrainer bei den Borussen. Und zeigte bis zuletzt Demut vor dem Spiel und Respekt vor den Gegnern. Denn auch das wird von Ertz bleiben: Er war ein bescheidener Mann, der nie seine Person in den Vordergrund stellen wollte. Ein wahrer Sportsmann ist von uns gegangen.