Ehemalige Kokereigelände und Bergehalde in Heinitz werden saniert

Kostenpflichtiger Inhalt: Bürger wollen schnelle Begrünung : Heinitzer wollen grüne Berge sehen

Das Vorgehen der RAG bei der Sanierung des ehemaligen Bergbaugeländes in Heinitz stößt bei vielen Bürgern auf Unverständnis. Die Planungen, den Wall später nicht zu bepflanzen, sorgen für Ärger.

Seit die RAG Montan-Immobilien Anfang 2018 mit der Sanierung der Fläche des ehemaligen Absinkweihers und der Bergehalde Geisheck in Heinitz begonnen hat, ist in dem Bereich in jeglicher Hinsicht viel bewegt worden. Was schon passiert und was noch zu tun ist erklärten Peter Steinmetz, Stefan von dem Broch und Rudolf Krumm von der Geschäftsleitung des Unternehmens am Donnerstag bei einer Baustelleninformation für die Bevölkerung.

Das Interesse war groß und sicher nicht nur wegen der Rostwürstchen und Kaltgetränke, für die ein Partyservice in Biergartenatmosphähre an der Baustelleneinfahrt in der Friedrichsthaler Straße gesorgt hatte. Begonnen hatte die Maßnahme im Februar 2018 mit der Rodung, der Baustelleneinrichtung und der Baugrundertüchtigung, „weil der Untergrund nicht tragfähig war“, erklärte Projektingenieur von dem Broch. Es folgte der Einbau der Profilierungsmassen und eines Dichtblocks, um Wassereintritt von außen zu verhindern. Nach dem Einbringen einer Kunststoffdichtbahn (KDB) kam es zu einer sechswöchigen Verzögerung, weil man auf nicht bekannte Altlasten gestoßen war. Bisher wurden 75 000 Kubikmeter Profilierungsmassen zur Modellgestaltung beigefahren und weitere 35 000 Kubikmeter Bergematerial von den Halden Madenfelderhof und Maybach nach Heinitz gebracht. Die werden benötigt, weil die RAG nach Abschluss der Arbeiten keine Begrünung vornehmen wird, sondern die gesamte Fläche der LIK-Nord als sogenanntes „Landschaftslabor Bergbaufolgelandschaft“ übergeben wird. „Der vorhandene Boden bietet Lebensraum für viele seltene Tiere“, erklärt von dem Broch.

Das gesamte Projekt soll im Februar 2022 abgeschlossen sein. Damit bliebe die RAG ihrem ursprünglich vorgesehenen Zeitrahmen von vier Jahren. Bei einem Rundgang über das Sanierungsgebiet wurde aber erkennbar, dass die Planungen, den späteren Wall nicht zu bepflanzen, bei den Anwohnern der Friedrichsthaler Straße in Heinitz auf erheblichen Widerstand stoßen. Die Befürchtung möglicher Bodenbelastungen entkräftete Ulrich Heintz, der Geschäftsführer der LIK-Nord. Er verwies darauf, dass die Maßnahme durch das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) genehmigt wurde, „und das sind Experten“, betonte Heintz. Was die Anwohner aber am meisten bewegt, ist das Erscheinungsbild nach Abschluss der Maßnahme. Die sprechen von einer „Katastrophe über Jahre hinweg, wenn wir aus unseren Fenstern schauen und nur schwarze Berge sehen“, meinte einer der Betroffenen. „Wir wollen wieder grün haben“, lautete deshalb die Forderung. Rudolf Krumm, der Unternehmensprokurist, verwies aber darauf, dass die RAG Montan-Immobilien an ihre Genehmigung gebunden ist und eine andere Ausführung nur mit einer Änderungsgenehmigung durch das Bergamt möglich ist. „Bis die aber kommt, ist die Maßnahme längst abgeschlossen“, meinte einer der Anlieger etwas sarkastisch. „Von unserer Seite gibt es keinen Widerstand, das Ganze später zu begrünen“, kündigte LIK-Nord-Geschäftsführer Ulli Heintz möglicherweise spätere Optionen an, „aber zurzeit ist es ein formelles Problem“. Ob das zur Zufriedenheit aller gelöst werden kann, bleibt abzuwarten.

rag-montan-immobilien.de

(heb)