Drei Tage Messe in Neunkirchen

Neunkircher Messe : Mit voller Kraft in die Neunkircher Messe

Leistungsschau steht an diesem Wochenende Besuchern mit Informationen und Unterhaltung offen.

252 PS. Auf dem Weg vom Eisweiher zu der Halle der Neunkircher Verkehrsgesellschaft (NVG) bleibt der Blick an dem dunkelblauen Geschoss hängen, das auf den Namen Alpine A 110 hört. Ein Zweisitzer, zu haben für etwa 60 000 Euro, wie der nette junge Mann erläutert, der mit der Karosse unter einem kleinen Dächlein steht. Der Sportwagen könnte ja nass werden! Ein paar Herren sind schon knapp vor dem Eröffnungstreffpunkt bei ihm hängen geblieben und fachsimpeln. Genau, den Alpine aus dem Hause Renault, den gab es doch damals in der 60er und 70er Jahren. Anerkennende Blicke, ehe sie dann doch weitergehen. Die achte Neunkircher Messe wird schließlich in wenigen Minuten eröffnet. Und der Startschuss für die große Schau aus Handel, Handwerk und Gewerbe ist in der Kreisstadt ein kleines gesellschaftlichen Ereignis. Auch wenn das Wetter an diesem Freitagmittag nicht so toll ist wie bei der vorangegangenen Messe vor zwei Jahren, zum Start um 14 Uhr ist vor der Halle der NVG schon etwas los. Knapp 100 Menschen, darunter bekannte Gesichter wie das von Alt-Oberbürgermeister Friedrich Decker, warten auf den offiziellen Beginn mit Reden und Rundgang.

Während an den Ständen hier oder da noch etwas zurechtgerückt wird und der Mann im Rostwurststand auf die Gasflasche wartet, nimmt OB Jürgen Fried in seiner Rede schon Fahrt auf (der Anzug beinahe Alpine-blau) und lobt das Organisationsteam. Das sei mit viel Herzblut dabei, das Messe-Ereignis im Zwei-Jahres-Rhythmus zu stemmen. Die heimische Wirtschaft und den stationären Handel stärken, das ist für den Rathauschef eine wesentliche Aufgabe der dreitägigen Schau. Schon 2016 hatte er an gleicher Stelle betont, jeder Verbraucher müsse sich im Klaren darüber sein, dass die Strukturen des Handels vor Ort leiden, wenn die Schnäppchenjagd im Internet überhand nimmt. Das ist auch an diesem Freitag wieder seine zentrale Aussage. In Anlehnung an Bundesminister Horst Seehofers jüngste Einlassungen, Migration sei die „Mutter aller Probleme“ sagte Fried, der Online-Handel sei wohl eher als eine solche Mutter zu betrachten. Jeder Verbraucher solle sich beim Kauf im Internet auch seinen Ärger über verödende Geschäftszeilen in den Innenstädten  bedenken. Den Faktor Beratung gebe es nur in den Fachgeschäften vor Ort. Auch auf Globus kommt Fried kurz zu sprechen. Sorgen, das Warenhaus könne dem Innenstadthandel schaden, sucht er zu zerstreuen. Das Unternehmen biete in Neunkirchen nur Lebensmittel, sagt er, man solle sich „diesbezüglich nicht verrückt machen“.

Messe-Schirmherr Jürgen Barke, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, will sich auch in Sachen Internet-Handel nicht verrückt machen. Selbst wenn der stark wachse, auch der Handel vor Ort habe Steigerungsraten vorzuweisen, sagt er. Der Konsum in Deutschland habe zuletzt zugenommen, die Arbeitslosigkeit sei auf dem Niveau von 1981. Es bestehe mithin Grund zum Optimismus. Auf der Neunkircher Messe könnten sich die Besucher von der Leistungskraft der Unternehmen überzeugen und - da ist er einig mit OB Fried - gute Fachberatung in Anspruch nehmen.

Rund 100 Aussteller hat die Messe in diesem Jahr. 2016 waren es über 120 gewesen. Das sei den vollen Auftragsbüchern geschuldet, erklärt Fried. Stadt, Wirtschaftsförderung und Verkehrsverein stemmen die Leistungsschau auf dem NVG- und KEW-Gelände gemeinsam. Auf über 5000 Quadratmetern können die Besucher an diesem Samstag und Sonntag so ziemlich alles finden, was von Interesse ist: Ob Themen rund ums Haus, ob Garten, Freizeit und Wellness, ob Versicherungen und Dienstleistungen, Medien und Kommunikation, Tourismus und Sport - die Messe reicht mit ihrem Angebot in fast alle Lebensbereiche hinein. Und auf dem benachbarten Gelände der KEW zeigen das Energieunternehmen und seine Partner mit dem Klimaprojekt Neunkirchen, was es in der E-Mobilität und Energietechnik Neues gibt - auch unterhalb der 252 PS.

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