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"Die Kinder haben eine echte Begeisterung entwickelt"

Neunkirchen. Den Kommunionanzug hat Phillip dann doch zu Hause im Schrank gelassen. Sich derart feierlich einzukleiden war sein erster Impuls gewesen, als Klassenlehrer Georg Langen erklärte, was es mit einer Vernissage auf sich hat. Gestern nun war der große Tag für Phillip, Syziarr, Berfin, Emely, Vittorio, Rose, Piotr und alle anderen Talente der Klassen 3b, 3c und 4b

Neunkirchen. Den Kommunionanzug hat Phillip dann doch zu Hause im Schrank gelassen. Sich derart feierlich einzukleiden war sein erster Impuls gewesen, als Klassenlehrer Georg Langen erklärte, was es mit einer Vernissage auf sich hat. Gestern nun war der große Tag für Phillip, Syziarr, Berfin, Emely, Vittorio, Rose, Piotr und alle anderen Talente der Klassen 3b, 3c und 4b. Gemeinsam mit Mus-e-Schirmherrin Astrid Gercke-Müller eröffneten sie in der Volksbank Neunkirchen, Zweigstelle Bank 1 Saar, ihre Ausstellung "Im Farbenland". Was durchaus für gewisse Déjà-vu-Effekte bei der Laufkundschaft gesorgt haben könnte. 2007 hatten junge Künstler der Bachschule hier schon einmal die Ergebnisse ihrer zwei Mus-e Schulstunden pro Woche vorgestellt. Ziel des europaweiten künstlerischen Schulprogramms ist es, die Persönlichkeit von Kindern zu entfalten, ihre Kreativität und künstlerische Ausdrucksfähigkeit fördern und soziale Kompetenzen stärken. Dabei will Mus-e insbesondere Kindern in sozial benachteiligten Stadtteilen den Zugang zur Kunst eröffnen. Wie vielseitig das sein kann, spiegeln die Kohle- und Ölkreidebilder, Monotypien und Collagen in der Schalterhalle wider. In Vorbereitung des Theaterstücks "Kai-To, der singende Elefant" brachte die 3c mit Waltraud Holz leuchtende Urwaldmotive sowie fantasievolle Tiere und Pflanzen aufs Papier. Die Klasse 3d setzte sich unter anderem mit der Darstellung von Gefühlen auseinander: Freude, Wut, Erstaunen, Traurigkeit sprechen aus den knallbunten Aquarellen. Von Andro Hiegel lernen die Kinder, ihre Umwelt und ihr Gegenüber genau wahrzunehmen und dies bildnerisch umzusetzen. Mit Geschichten wie der vom Mädchen mit den feuerroten Haaren gibt Hildegard Meiser Impulse zur kreativen Arbeit. Unter dem Motto "Grün ist nicht gleich grün" reiste sie mit der 4b in diverse "Farbländer" und sogar ins All. "Es gibt nichts besseres als dieses Projekt", schwärmt Pädagoge Langen. Vier seiner Schüler hatten sich anfangs kategorisch geweigert zu zeichnen. Heute können sie richtig gute Bilder vorweisen. "In der Klasse hat sich eine Begeisterung entwickelt, die ich für diese Dinge niemals hervorgerufen hätte", meint Langen. Die Künstler würden Talente und Fähigkeiten wecken, die sonst verborgen blieben. nig