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| 20:20 Uhr

Empfang beim Hoppeditz
Die Hoppeditz-Märchenprinzessin hält Hof

Eingerahmt von Kinderprinzenpaaren von der Saar und aus der Pfalz:  der Märchenprinz, pardon die Märchenprinzessin zu Neunkirchen, Lena I. (in Blau) vom Karnevalsverein Hoppeditz.
Eingerahmt von Kinderprinzenpaaren von der Saar und aus der Pfalz: der Märchenprinz, pardon die Märchenprinzessin zu Neunkirchen, Lena I. (in Blau) vom Karnevalsverein Hoppeditz. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Tollitätenfest des Kinderkarnevalvereins Hoppeditz: Lena I. begrüßte Prinzenpaare aus dem Saarland und der Pfalz. Von Anja Kernig

Sie hat zwar Hosen an, die neue Märchenprinzessin des Kinderkarnevalsvereins Hoppeditz. Aber ein Junge ist Lena I. natürlich nicht. Dass das Motto am Samstag in der Stummschen Reithalle trotzdem „Der Märchenprinz lädt ein“ hieß, ist schlicht und ergreifend der Tradition geschuldet. Leider stand das Treffen der Kinderprinzenpaare, welches der Hoppeditz in schöner Regelmäßigkeit zu Beginn des Jahres ausrichtet, diesmal unter keinem besonders günstigen Stern: An drei Neunkircher Schulen liefen zeitgleich anwesenheitspflichtige Veranstaltungen, bedauerte Vorsitzende Ulla Karthein. So blieb der Faasend Nachwuchs-Adel weitgehend unter sich. Angereist waren die jugendlichen Hoheiten mit Gefolge aus Pirmasens, Bruchmühlbach-Miesau, Donsieders, Altenkessel, St. Wendel, Elversberg und Ottweiler.

Lena Sommerhalter selbst ist ein Glücksfall für den Hoppeditz. Die Kolbe-Schülerin sprang kurzfristig für die ausgefallene Märchenprinzessin ein. „Mama kennt Tante Ulla“, da habe sich das halt so ergeben, erzählte die Elfjährige. Dabei sind die Sommerhalters gar nicht so die Riesen-Karnevalfans, gehen lieber auf Mittelaltermärkte und üben sich im Bogenschießen. Und wenn schon, Lena gefällt ihre Rolle.

Vor allem auf den Rosenmontagszug freut sie sich, wenn sie Gutzjer vom Wagen werfen darf. Sie durfte selbst entscheiden, ob sie in Kleid oder Hose auftritt, und auch den Stoff dafür suchte sie sich selbst aus. Und was sagen ihre Freundinnen zu diesem „Job“? „Die finden das cool.“

Dass Lena Bühnenerfahrung mitbringt – sie spielt Posaune beim Musikverein Harmonie Wiebelskirchen und daneben noch Keyboard und Blockflöte – zeigte sich bei ihrer Jungfernrede: Souverän rezitierte die Elfjährige vom Blatt, das ihre Schwester Maike (9) hielt: „Heute seid ihr Großen nur die Nummer zwei“, klärte Lena I. alle Erwachsenen im Publikum auf. Und egal, wer bei den Spielrunden gewinnt, „Sieger wird heute Prinz Karneval“.

Fleißig wurde geraten, gepuzzelt und gewürfelt. Abwechslung brachten Büttenreden und eine Abordnung „Böser Hühner“ aus Ottweiler mit ihrem Schautanz „Küss keinen Frosch“. Ebenfalls aus der Residenzstadt angereist war Prinz Finn I. aus dem Hause Behnke mit seiner Prinzessin Emelie II., geborene Kunz. „Das wollte ich als kleines Kind schon: Prinz sein“, erinnerte sich der Viertklässler. Kein Wunder, seine Erzieherin im Kindergarten war zugleich Trainerin der Mini-Garde des KV Bürgergarde Ottweiler.

Letztes Jahr endlich kam dann tatsächlich die Anfrage: „Da sagt man nicht nein“, schmunzelte Papa Timon. Schön auch für den Kommunionsanzug von Finn, der so noch mal groß raus kommt.

18 Orden hat der Handball und Gitarre spielende Prinz in dieser Session schon im Amt geschenkt bekommen, der vom Hoppeditz ist Nummer 19: „Der kommt auch an einen Nagel an die Wand.“

Ein dickes Lob sprechen die Papas, Michael Kunz und Timon Behnke, der Grundschule Lehbesch aus, die beide Kinder besuchen. Dort bringt man dem Prinzenpaar und seinen Verpflichtungen viel Verständnis entgegen. Wobei die Eltern genau kucken, was geht und was nicht: „Die meisten Anfragen für Abendtermine lehnen wir ab“, betonte Kunz. Und Behnke ergänzte: „Es soll Spaß bleiben.“ Die drei Stunden beim Hoppeditz unter „ihres gleichen“ waren für Finn und Emelie dann auch mehr Vergnügen als Arbeit, den sie sich - wie ihre „Kollegen“ - redlich verdient haben.