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Peter Habel will Oberbürgermeister in Neunkirchen werden
Mit Metal statt Musical ins Neunkircher Rathaus

 Der Furpacher Peter Habel, FDP, stellt sich in Neunkirchen als Oberbürgermeisterkandidat.
Der Furpacher Peter Habel, FDP, stellt sich in Neunkirchen als Oberbürgermeisterkandidat. FOTO: Peter Habel / alexa kirsch
Neunkirchen. Peter Habel aus Furpach möchte bei den OB-Wahlen im Mai für die FDP antreten. Von Michael Beer

Jetzt sind es drei. Peter Habel, Ortsvorsitzender der FDP in Neunkirchen, will sich um den Spitzenjob im Rathaus bewerben. Er habe sich entschlossen, für der OB-Wahl in Neunkirchen anzutreten, erklärte der 55-Jährige am Freitag gegenüber der SZ, damit die Bürger der Stadt auch die Möglichkeit hätten, sich für einen waschechten Neunkircher zu entscheiden. Natürlich möchte der Architekt dem Wähler damit auch die liberale Programmatik anbieten. Freiheit und Selbstverantwortlichkeit seien ihm wichtig. Habel wird auch auf dem Wahlvorschlag seiner Partei für den Stadtrat zu finden sein, erklärt er. Offiziell nominiert ist er noch nicht.


Die Kandidatur von Dirk Käsbach (CDU), ein Nordrhein-Westfale, der derzeit als Erster Beigeordneter und Kämmerer in Königswinter sein Geld verdient, habe ihm den letzten Impuls gegeben, sagt der Furpacher. Bürgermeister Jörg Aumann (SPD), der für seine Partei ins Rennen um den OB-Posten in der Kreisstadt geht, lebt seit Jahren in der Stadt, ist aber in Saarwellingen aufgewachsen. Zwei Verwaltungsleute zudem im derzeitigen Kandidaten-Tableau, denen Habel mit seiner Person einen unverstellten Blick von außen entgegensetzen möchte: „An der Spitze der Verwaltung braucht es keinen Verwaltungsmenschen, die Fachleute dort machen ihren Job gut und verantwortungsvoll.“ Sein Job wäre es, als Außenstehender anzupacken, neue Impulse zu setzen, Fördergeld zu akquirieren. Er erinnert an den saarländischen Innenminister, der schon im vergangenen Jahr moniert hatte, es würden viele Fördermöglichkeiten nicht ausgeschöpft.

Ein Liberaler will OB in Neunkirchen werden? Ihn hätten in den vergangenen Wochen Bürger unterschiedlicher politischer Couleur angesprochen, sagt Habel. Das habe ihn in seinem Gedanken bestärkt, die Wahlkampfstrapazen auf sich zu nehmen. Sicher mit dem Nachteil gegenüber SPD und CDU, nicht auf eine große Mitglieder-Basis bauen zu können. Und er müsse neben dem Wahlkampf auch seinem Beruf zu 100 Prozent nachgehen. Aber er sieht durchaus eine Chance.



Habel hat eine Lebenspartnerin und zwei erwachsene Kinder. Der Architekt hat in seiner beruflichen Laufbahn sowohl selbstständig als auch im Angestelltenverhältnis gearbeit. Aktuell ist ein Neunkircher Unternehmen sein Arbeitgeber. Nach dem Abitur am Krebsberg-Gymnasium habe er es zunächst mit Musik versucht. Doch das Gitarrenspiel in Bands schien nicht zukunftsweisend. Also studierte er Architektur von 1990 bis 1995 in Kaiserslautern. Als Student, plaudert er, habe er sich auf dem Bau ein bisschen Geld verdient. Die Gitarre nimmt er auch heute noch in die Hand, aber ohne weiterreichenden Anspruch. Musik muss bei ihm ein bisschen härter sein: „Mein Herz hängt am Metal.“ Musicalstadt Neunkirchen sagt ihm deshalb nicht besonders viel. Als wesentliches Thema in der Stadt benennt er die „gefühlte Unsicherheit“. Die Polizei müsse wieder präsenter werden im Straßenbild, die Citywache in der Wellesweilerstraße reiche da nicht aus. „Aus Neunkirchen für Neunkirchen“ - so umreißt er sein Motto. Und Habel will durchaus mit breiter Brust ins Rennen gehen. „Ich trete nicht an, um die anderen zu ärgern. Ich habe das Ziel, auch Oberbürgermeister der Stadt zu werden.“ Da hört man die Metal-Gitarre.