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Die Christuskirche in Neunkirchen wird 150 Jahre alt

150 Jahre Christuskirche : Für viele Neunkircher ein Stück Heimat

Die Christuskirche in Neunkirchen hat so einiges erlebt. Nun wird sie 150 Jahre alt, und dieses Jubiläum soll gefeiert werden.

Zwei Weltkriege, Zerstörung, Wiederaufbau nach 1945, Neugestaltung in den frühen achtziger Jahren und eine umfassende Renovierung in den Jahren 2015/2016: Viel hat sie über sich ergehen lassen, die Christuskirche in Neunkirchen. Im Jahre 1869 von Stahlbaron Karl-Friedrich Stumm der protestantischen Kirchengemeinde des damaligen Stadtteils Nieder-Neunkirchen gestiftet, steht sie seit eineinhalb Jahrhunderten im Herzen der Stadt, ist eines der Wahrzeichen Neunkirchens und damit gleichzeitig Symbol für Vergangenheit, Gegenwart und auch für die Zukunft. Man findet die Kirche sogar im Stadtwappen. Es zeigt in schwarzem Feld eine silberne gotische Kirche mit Turm vor dem Kirchenschiff: die Christuskirche vor ihrem Umbau.

Mitte des 19. Jahrhunderts war die Zahl der Einwohner in dem von Eisenerzeugung und Bergbau dominierten Industriestandort Neunkirchen so angestiegen, dass das bisherige Kirchengebäude der seit dem 16. Jahrhundert dort bestehenden evangelischen Gemeinde zu klein geworden war. Im Jahr 1860 gab es rund 4000 evangelische Gemeindemitglieder in Neunkirchen. Ein Neubau sollte das Problem lösen, doch es gab Streit um den Standort. Er konnte erst im Jahr 1866 beigelegt werden, als Stumm das Angebot machte, für den Bau einer Kirche im Unterort die Kosten zu übernehmen, während die Gemeinde den Kirchenneubau im Oberort finanzierte. Am oberen Markt entstand in der Folge die Pauluskirche, am unteren Markt die heutige Christuskirche.

Die Grundsteinlegung für die Christuskirche erfolgte am 10. Mai 1867, nachdem der Architekt Heinrich Wiethase (Köln) den ausgeschriebenen Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Am 14. September 1869 wurde die Kirche eingeweiht. Über der Tür der Sakristei ist eine Metalltafel angebracht, die Auskunft über die Stifter der Kirche gibt: „Anno Domini MDCCCLXIX Guilelmo I Borussorum rege Fratres et Gente Stumm, Carolus, Fridericus, Ferdinandus, Hugo hanc aedem in Dei gloriam evangelicae ecclesiae pio animo donaverunt.“ „Im Jahre des Herrn 1869, als Wilhelm I. König der Preußen war, schenkten die Brüder und die Familie Stumm, Carl, Friedrich, Ferdinand, Hugo dieses Haus zur Ehre Gottes der evangelischen Kirche in frommer Gesinnung.“ Als Name war ursprünglich Hoffnungskirche vorgesehen, der sich aber nicht durchsetzte. 1931 erhielt das Gotteshaus dann schließlich den Namen Christuskirche.

Zwischen 1935 und 1941 musste der Kirchturm saniert werden. Dabei wurden die neugotischen Architekturteile entfernt und ein neuer Turmhelm aufgesetzt.

Im Zweiten Weltkrieg brannte die Kirche aus. Sie wurde 1949 durch Rudolf Krüger in veränderter Form wieder aufgebaut. Zwischen 1980 und 1984 wurde der Innenraum durch den Einbau von Funktionsräumen dann nachhaltig verändert.

Generationen wurden in der Christuskirche getauft, konfirmiert, getraut, unzählige Gottesdienste wurden in ihr gefeiert. Doch ist sie nicht nur Gottesdienststätte. Sie ist für viele ein Stück Heimat. Heimstatt natürlich des evangelischen Glaubens, Heimstatt der Musik als Gastgeberin vieler Konzerte, Heimstatt der Kunst als Ausstellungsraum, Heimstatt für viele Gruppen und Kreise, die sich seit Jahrzehnten in ihren Räumen treffen und in ihr Gemeinde erleben.