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Fußball: Die Borussia muss nachsitzen

Fußball : Die Borussia muss nachsitzen

Im entscheidenden Spiel besiegt der VfB Dillingen Borussia Neunkirchen mit 2:0 und sichert sich den direkten Aufstieg in die Fußball-Oberliga. Die Borussia spielt fast 60 Minuten in Unterzahl.

Der VfB Dillingen krönt einen tollen Endspurt in der Fußball-Saarlandliga mit dem direkten Aufstieg in die Oberliga. Im entscheidenden Spiel gewann der bis dato Tabellendritte am gestrigen Sonntag gegen den Zweiten Borussia Neunkirchen mit 2:0 (1:0). Da Meister TuS Herrensohr auf den Aufstieg verzichtet, ist der VfB aufgestiegen. Neunkirchen muss auf die Relegation hoffen. Das erste Aufstiegsspiel geht am Mittwochabend (19 Uhr) in Nentershausen gegen die SF Eisbachtal über die Bühne.

„Nach diesem heftigen Gewitter (Trainer entlassen, Anm. d. Red.) im Dezember, ist das das Bestmögliche, was man für den Verein erreichen konnte. Alles richtig gemacht, würde ich sagen“, bilanzierte der 2. Vorsitzende des VfB, Frank Schnubel. Und Trainer Daniel Kiefer jubelte: „Damit hätte überhaupt niemand gerechnet. Aber so wie die Jungs zusammengerückt sind, das ist so ein geiler Haufen, sie sind brutal marschiert. Davor Hut ab! Respekt vor der Mannschaft. Und der Sieg heute war auch völlig verdient.“

Aus dem gesamten Saarland pilgerten rund 1000 Zuschauer in das Stadion an der Papiermühle. Die Borussia hatte die Unterstützung eines kompletten Fanblocks dabei, der zwar nicht ganz so groß war wie erwartet, sich aber schon 15 Minuten vor Spielbeginn mit Trommeln, Trompeten, Gesang und ersten Feuerwerkskörpern lautstark anmeldete. In einem hitzigen Spiel mit vielen bissigen Zweikämpfen erwischten allerdings die Gastgeber den besseren Start. Schon nach wenigen Minuten hatten sie durch Hassan Srour und Janek Vetter erste Chancen. Und nach nur zwölf Minuten schockte der 1,93 Meter große Innenverteidiger Marius Neumeier die Gäste, als er einen Eckball freistehend mit dem Kopf zum 1:0 verwerten konnte. Und es kam noch dicker für die Borussen. Verteidiger Kamil Czermurzynski grätschte Dillingens Juri Dil nach 35 Minuten an der Seitenlinie von den Beinen – und Schiedsrichter Tobias Hauer bestrafte den 26-Jährigen direkt mit der Roten Karte. Der Platzverweis war zu diesem Zeitpunkt eine sehr harte Entscheidung. „Wenn ich das Foul mit dem von Kevin Behrens vom 1. FC Saarbrücken vergleiche, war das heute viel weniger. Ich gehe rein, ja, treffe ihn aber nicht voll. Und der Schiri gibt direkt Rot. Das ist sehr lächerlich. Und er beeinflusst damit den gesamten Spielverlauf. Der Schiri hat uns das Spiel nicht verloren, das waren wir. Aber seine Leistung war katastrophal“, ärgerte sich Czermurzynski. Auch Neunkirchens Trainer Björn Klos konstatierte: „Wir gehen eh schon auf dem Zahnfleisch mit so vielen Verletzten. Ein Gegentor nach zehn Minuten, die Rote Karte. Heute hat alles gegen uns gesprochen, unser Plan war direkt über den Haufen geworfen.“

Nach der Pause machte Dillingen wie vor dem Seitenwechsel weiter und erspielte sich Torchancen en Masse. Zwei Freistöße des VfB segelten nur knapp an den Torpfosten vorbei und Srour setzte einen Schuss im Strafraum nur etwas zu hoch an. Borussia-Torwart Philippe Persch erklärte: „Dillingen hat extreme Geschwindigkeit über Außen. Wir haben das noch ganz gut verteidigt. Aber uns hat nach vorne völlig die Durchschlagskraft gefehlt.“ Der Schlussmann verhinderte mit einer starken Parade gegen Matthias Krauß das drohende 0:2 in der 65. Minute, war aber eine Viertelstunde später, als Dil nach einer Steilvorlage im Strafraum frei vor ihm auftauchte und den Ball kaltschnäuzig und überlegt in die kurze Ecke einschob, machtlos – das überfällige 2:0. Bei Neunkirchen war die Enttäuschung riesig. Klos: „Das ist am Ende ein gebrauchter Tag. Gerade, wenn man so lange auf einem Aufstiegsrang gestanden hat. Die Aufgabe am Mittwoch wird schwer genug, gerade jetzt in unserer Situation, personell, noch eine Extrarunde zu drehen.“