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Fußball: Die Borussia meldet sich schuldenfrei

Fußball : Die Borussia meldet sich schuldenfrei

Der Neunkircher Fußball-Saarlandligist erzielt nach eigenen Angaben eine Einigung mit seinen Gläubigern.

Bei Fußball-Saarlandligist Borussia Neunkirchen gab es in letzter Zeit wenig Grund zur Freude. Nach dem Abstieg aus der Oberliga startete der Traditionsclub schlecht in die neue Runde und holte aus den ersten drei Spielen gerade einmal zwei Punkte. Ein Umstand zaubert allerdings ein verhaltenes Lächeln auf die Gesichter der Verantwortlichen: Wie der Verein mitteilt, wurde durch die Einigung mit der Berufsgenossenschaft die mögliche Insolvenz endgültig abgewendet. Ein Insolvenzeröffnungs-Verfahren lief von April 2015 bis Ende Juni 2016, als der Verein seinen Antrag wieder zurückzog. Insolvenzverwalter war Rechtsanwalt Marc Herbert aus Saarbrücken.

„Wir haben eine Einigung erzielt, in deren Rahmen wir größere Beträge gezahlt haben. Für den Rest haben wir uns auf eine Ratenzahlung über zweieinhalb Jahre verständigt, die für den Verein stemmbar ist“, erklärt der Vereinsvorsitzende Martin Bach. Von den insgesamt knapp 140 000 Euro Verbindlichkeiten an die Kassen seien mittlerweile rund 60 Prozent abgebaut. Als öffentlich-rechtlicher Träger beharrte die Berufsgenossenschaft VBG wie zuvor schon Finanzamt und Krankenkasse auf die Rückzahlung der vollen Summe durch den Verein, was eine Einigung außerhalb des Insolvenzeröffnungs-Verfahrens notwendig machte. Auf SZ-Nachfrage verwies die VBG-Pressestelle darauf, dass sie sich prinzipiell nicht öffentlich über Mitgliedsunternehmen äußert.

„Jetzt ist alles in trockenen Tüchern“, meint Bach erleichtert. Die verbliebenen Restforderungen könne der Verein zurückzahlen, ohne sich „die Luft zum Atmen zu nehmen. Jetzt können wir uns wieder voll dem sportlichen Bereich widmen – unter anderem dem Aufbau der Jugendabteilung. Auch das Ellenfeldstadion und die damit verbundenen Kosten sind ein wichtiges Thema.“

Insgesamt fast 600.000 Euro Verbindlichkeiten haben Bach und der 2. Vorsitzende Michael Krebs nach eigenen Angaben in den vergangenen 27 Monaten abgebaut oder umgeschuldet. „Wir sind all denen zu Dank und Anerkennung verpflichtet, die Vertrauen in unser Projekt gesetzt und uns darin unterstützt haben, den schier ausweglos scheinenden Kampf zu gewinnen“, sagt Bach. „Ich denke dabei sowohl an private Gönner, die den Kampf ums Überleben der Borussia zu ihrem persönlichen Kampf gemacht haben, als auch an die vielen Unternehmen, die uns nicht im Stich gelassen haben. Die Insolvenz hätte den Abstieg in die unterste Liga zur Folge gehabt und wäre sicherlich das Ende des Vereins gewesen.“ Von nun an will der Verein „wirtschaftlich solide planen und nicht mehr Geld auszugeben, als wir einnehmen.“ Außerdem soll der Vorstand des Fußball-Saarlandligisten mit mehr Personen besetzt werden als bisher, um die Arbeit und die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.

www.borussia-neunkirchen.de