Was der Kreis an Schulen in diesem Sommer baut : Handwerker geben sich die Klinke in die Hand

Kreis hat in den sechs Wochen Ferienzeit viele Arbeiten zu erledigen in Förder- und Gemeinschaftsschulen, in Berufsbildungszentren und Gymnasien.

In den kommenden sechs Wochen, wenn die Schüler der weiterführenden Schulen im Kreis Neunkirchen die Lehrbücher gegen Badeklamotten und Sonnenbrille eintauschen, herrscht an vielen Schulen Hochbetrieb. Es ist wieder hohe Bauzeit. Der Kreis investiert in diesem Sommer rund fünf Millionen Euro in seine Einrichtungen (die Grundschulen sind in der Obhut der Kommunen). Die Hälfte davon, etwa 2,5 Millionen Euro, stehen gedrängt auf diesen engen Korridor der schulfreien Zeit auf dem Plan. Manches lässt sich während des laufenden Betriebs bewerkstelligen, erklärt Kreis-Bauchef Thorsten Mischo, manches eben am besten in der schulfreien Zeit (zum Beispiel neue Toiletten). Werden die Arbeiten zu komplex und eingreifend in die Bausubstanz, dann müssen auch mal Klassen verlagert werden wie derzeit Schüler der Förderschule Lernen, die mit weiteren ausgelagerten Klassen der Gemeinschaftsschule Neunkirchen Stadtmitte in Wiebelskirchen Unterricht haben in der Freiherr-vom-Stein-Schule.

Richtig rund geht es derzeit im Neunkircher Jägermeisterpfad. Die Förderschule Soziale Entwicklung zieht von St. Wendel nach Neunkirchen. Sie wird errichtet am Standort der Förderschule Lernen gegenüber des Berufsbildungszentrums. Die neue Adresse müsse zu Schuljahresbeginn startklar sein, sagt Mischo. Die Generalsanierung im Volumen von 2,5 Millionen Euro macht der Kreis im Auftrag des Landes, das für die Förderschulen verantwortlich zeichnet. „Wir sind dort schon einige Monate dran und jetzt in der Fertigstellung“, sagt Mischo. „Derzeit arbeiten dort fünf Gewerke gleichzeitig. Es ist schon spektakulär, was da auf engstem Raum geschieht.“ Die Schule erlebt eine Generalsanierung. Bis auf die Wände kam alles raus. Und auch am Gemäuer gab es kleinere Veränderungen. Die Förderschule Lernen war im Zuge der Inklusion in den vergangenen Jahren geschrumpft. Jetzt wächst sie ungefähr wieder auf ihre alte Schülerzahl von rund 180 an. Ein kleiner Erweiterungsbau wird noch nach den Ferien dazukommen. Dann ist der neue gemeinsame Standort on top. Auch an der Förderschule G, der Biedersbergschule an gleicher Adresse, sind Firmen aktiv: Dort gibt es neben Toiletten neue Türen und eine neue Aufzugsanlage. Kostenpunkt 90 000 Euro.

Jährlich fließen Millionenbeträge in die Bildungshäuser. Dennoch wirkt längst nicht alles halbwegs modern. 1995, berichtet Landrat Sören Meng, habe der Kreis die weiterführenden Schulen übernommen. „Sie waren nicht im allerbesten Zustand“, schiebt er hinterher. In über 20 Jahren habe der Kreis an Verbesserungen gearbeitet. Dabei kommen immer neue Herausforderungen dazu wie veränderte Brandschutzauflagen oder aktuell der Wunsch nach einer besseren Ausstattung im Digitalen.

Bei Letzterem sind im sogenannten Digitalpakt die endgültigen Bestimmungen noch nicht raus. Gleichwohl, sagt der Verwaltungschef, wolle sein Haus unbedingt in diesem Jahr beginnen. 200 000 Euro hat der Kreistag im Haushalt als Anschub eingestellt. Meng: „Wir müssen uns da jetzt bewegen. 100 000 Euro fließen zunächst in die Planung der Wlan-Versorgung am Steinwald-Gymnasium.“

Das Bauen in den Schulen sei eine Daueraufgabe, sagt Thorsten Mischo. Während im Jägermeisterpfad in diesem Sommer ein Projekt abgeschlossen wird, geht andernorts die ersten Gelder für Planungen raus wie etwa für den Neubau einer Sporthalle in Illingen. Dort rechnet der Kreis mit sechs Millionen Euro. Auch für die Generalsanierung der Gemeinschaftsschule Neunkirchen Stadtmitte schiebt der Kreis jetzt das Verfahren an. Dort spricht der Bauchef von einer Bausumme zwischen zwölf und 20 Millionen Euro.

Neben den Schulen kümmern sich Mischo und seine Leute auch um die Dienstgebäude der Kreisverwaltung. Gerade fertig geworden ist ein neues Entree im Witwenpalais in Ottweiler. Auch die Zulassungsstelle und damit verbunden der Eingangsbereich des Kreis-Jugendamtes werden ein neues Erscheinungsbild bekommen. Die Daueraufgabe Bauen insbesondere in den Schulen des Kreises geht massiv ins Geld. Und das, sagt Landrat Meng, ist nun mal endlich: „Wir haben viele Begehrlichkeiten. Mit unseren Schulen stehen wir im Dialog und können uns einigen. Schulen sind ein Lebensort. Dort gute Bedingungen zu haben steht beim Landkreis als Schulträger an oberster Stelle.“

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