Hockey: Der HTC Neunkirchen weiter in der Erfolgsspur

Hockey : Der HTC Neunkirchen weiter in der Erfolgsspur

Mit dem Gewinn der Meisterschaft in der Hockey-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und dem damit verbundenen Aufstieg in die 2. Regionalliga gelingt dem HTC Neunkirchen ein weiterer, beachtlicher Erfolg in der noch jungen Vereinsgeschichte.

Die Mannschaft um Kapitän Jonas Neurohr liefert sich die ganze Saison über mit der TG Worms ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Erst am letzten Spieltag setzt sich der HTC mit einem 3:2-Sieg im direkten Duell mit Worms durch. Der knappe Sieg – vor der Rekordkulisse von über 200 Zuschauern – sichert Meisterschaft und Aufstieg mit einem Punkt Vorsprung.

Der Erfolg ist umso beachtenswerter, da der HTC die jüngste Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren in der Oberliga stellt. Hinzu kommt, dass während der Saison ein Trainerwechsel stattfindet. Der langjährige und erfolgreiche Spielertrainer Jan Dohd muss aus beruflichen Gründen das Traineramt zur Verfügung stellen und läuft nur noch als Spieler auf. Dohd wurde durch Rolf Altherr ersetzt. Altherr, ein Trainer mit Erfahrung aus höheren Spielklassen, wurde als hauptamtlicher Übungsleiter für alle Mannschaften des Vereins verpflichtet. Zu dieser Maßnahme meint der Vorsitzende Peter Bäsel: „Die Einstellung von einem hauptamtlichen Trainer ist eine Investition in die Zukunft des Vereins. Wir erhoffen uns davon eine noch qualifiziertere Ausbildung unserer Aktiven und die intensive Förderung der Jugend.“

Jonas Neurohr, der als Kapitän die Mannschaft auch in der kommenden Spielzeit führen wird, sieht die Aufgabe so: „Die neue Saison wird enorme Anforderungen an uns Spieler und den Verein stellen. Ein großes Plus ist, dass die Mannschaft nahezu unverändert bleibt. Unser Ziel ist der Klassenverbleib.“ Die 2. Regionalliga Hessen/ Rheinland-Pfalz/Saar ist vergleichbar mit der 4. Liga im Fußball. Trainingsauftakt für die 1. Mannschaft ist am 17. Juli.

Was die Herrenmannschaft in diesem Jahr schaffte, erreichten die Damen bereits 2016/2017. Die 1. Mannschaft stieg in die 1. Regionalliga auf, was der 2. Bundesliga im Fußball entspricht. Leider konnte die Klasse nicht gehalten werden.

Der HTC Neunkirchen ist der einzige Verein im Saarland, der Hockey als eigenständiger Verein betreibt. In jeweils vier Jugendmannschaften bei Jungen und Mädchen plus einer Mini-Mannschaft gehen 80 Kinder und Jugendliche dem Hockeysport nach. Bei den Erwachsenen sind es 60 Aktive in je drei Damen- und Herrenmannschaften. Insgesamt hat der Verein 170 Mitglieder.

Über die Philosophie und Ziele des Vereins sagt Bäsel: „Wir haben den Verein solide aufgestellt. Sowohl sportlich und als auch finanziell. Vorrang haben der Breitensport und die Förderung der Jugend. Die 1. Mannschaften sollen langfristig in den Regionalligen etabliert werden.“ Die, laut Bäsel vorbildlich von „Buwi“ Leiser gepflegte Anlage in der Lakeienschäferei ist eine der schönsten und modernsten Deutschlands. Das finden auch die Hockey-Landesverbände und der Bundesverband. In den vergangenen Jahren wurde der Verein mit der Ausrichtung zahlreicher Landes- und Deutscher Meisterschaften beauftragt. Zudem stellt die Anlage das Leistungszentrum Hockey des Saarlandes.

Als Folge der Insolvenz des Stammvereins Borussia Neunkirchen wird die Hockeyabteilung 2001 ausgegliedert. 2003 erfolgt die Neugründung unter dem Namen HTC Neunkirchen. Der Verein muss in den untersten Spielklassen starten. Doch schon fünf Jahre später spielen die 1. Mannschaften wieder in der Oberliga. Möglich wurde der Neustart durch die Initiative von Otto Jung. Dank seines Engagements konnte die Anlage in der Lakeienschäferei aus der Insolvenzmasse herausgehalten und in eine Verwaltungsgesellschaft ausgegliedert werden. In Anerkennung seines großen Engagements wird die Anlage „Dr.-Otto-Jung Hockeypark“ benannt. Der Verein wird laut Aussage des Vorsitzenden wirtschaftlich solide geführt. Bäsel: „Wir sind schuldenfrei. Die jährlichen Kosten von 18 000 Euro für Spielbetrieb und Instandhaltung der Anlage finanzieren wir durch Mitgliedsbeiträge, Zuschüsse vom Landessportverband (LSVS) und der Unterstützung eines Sponsors.“ Bäsel fürchtet jedoch durch die Schieflage des LSVS den Wegfall oder die Kürzung von Zuschüssen. Bäsel: „Das würde uns enorme Probleme bereiten.“ Damit es nicht dazu kommt, ist man auf der Suche nach Mitgliedern und Sponsoren.

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