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Der Arbeitskreis Inklusion der Lebenshilfe Neunkirchen stellt sich vor.

Lebenshilfe Neunkirchen : Barrieren auch in den Köpfen beseitigen

1965 wurde die Lebenshilfe Neunkirchen gegründet. Als die Arbeit immer mehr wurde, entschied man sich vor 25 Jahren, die Lebenshilfewerk im Kreis Neunkirchen gGmbH ins Leben zu rufen. Wir stellen sie vor. Heute: der Arbeitskreis Inklusion.

Inklusion ist für die Lebenshilfe Neunkirchen nicht erst seit der Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention ein Thema, so Lebenshilfe-Geschäftsführer Thomas Latz. Dabei sei ein allgemeiner gesellschaftlicher Wandel weg von der Integration hin zur Inklusion zu spüren: Die Umwelt müsse sich stärker auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung einstellen, um ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und dürfe nicht länger nur erwarten, dass sich die Menschen mit Behinderung ihrer Umgebung anpassten. Ein barrierefreier Zugang für Menschen mit Beeinträchtigung bedeute weit mehr als bauliche Veränderungen an Bushaltestellen und Bahnsteigen. Gerade in der heutigen Zeit sei es in seinen Augen auch wichtig, Menschen mit Behinderung einen barrierefreien Zugang zum Internet und den sozialen Medien zu ermöglichen.

Das wichtigste Ziel müsse aber sein, die Barrieren in den Köpfen der Menschen zu beseitigen. Um zu klären, wie inklusiv die Lebenshilfe Neunkirchen unterwegs ist, wo noch Handlungsbedarf besteht und in welchen Bereichen man Impulse setzen könne, habe sich bei der Lebenshilfe Neunkirchen ein eigener Arbeitskreis Inklusion gegründet, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den verschiedenen Lebenshilfe-Einrichtungen zusammenarbeiten. Es gehe darum, über den Tellerrand zu schauen und sich selbstkritisch zu hinterfragen.

Mit einer Fragebogen-Aktion in allen Einrichtungen der Lebenshilfe Neunkirchen wollten sich die Mitglieder des Arbeitskreises einen Überblick verschaffen, wie inklusiv die Lebenshilfe Neunkirchen in den verschiedenen Einrichtungen ist. Anne Arenz, Mitarbeiterin des Fachdiensts Hilfen zur schulischen Integration, und Sabine Stock, Mitarbeiterin der Eric Carle-Schule, stellten die Umfrageergebnisse in einer Einrichtungsleiterkonferenz im Centrum für Freizeit und Kommunikation der Lebenshilfe vor. Das Fazit der Umfrage: Inklusion als Prozess ansehen und im Lebenshilfewerk voranbringen, vorhandene Potenziale in den Einrichtungen erkennen, Ideenreichtum und Flexibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen sowie eine wertschätzende Führungskultur zeigen. Angesichts des Besuchsverbots während Corona komme der Überprüfung der inklusiven Werte in den Lebenshilfe-Einrichtungen besondere Bedeutung zu, betonte Anne Arenz. „Inklusion ist kein Thema, das man an die Wand schreiben kann, sondern hat mit Werten, Einstellung, Offenheit und Transparenz zu tun“, erklärte Anna Karina Wachter, Einrichtungsleiterin der Arbeitsstelle für Integrationspädagogik (AfI) bei einer Sitzung des Arbeitskreises Inklusion in der Lebenshilfe-Einrichtung „UN-KONVENTION-ell“ in Ottweiler. Um Inklusion zu erreichen, sei Öffentlichkeitsarbeit auch in leichter Sprache notwendig. „Solange die Notwenigkeit besteht über Inklusion zu sprechen, weil sie eben nicht selbstverständlich ist, solange haben wir Inklusion nicht erreicht “, findet Julia Gasper, Mitarbeiterin der Arbeitsstelle für Integrationspädagogik (AfI). „Es wird nach ihrer Ansicht noch viele Themen geben, die für den Arbeitskreis von Interesse sind“, erklärte Monika Zimmer, ebenfalls Mitarbeiterin der AfI. Dazu zähle beispielsweise die Frage, welche Auswirkungen Corona auf Inklusion hat.

Im Arbeitskreis Inklusion engagieren sich derzeit folgende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Lebenshilfe-Einrichtungen: Anne Arenz, Fachdienst Hilfen zur schulischen Bildung, Katharina Broy, Hirzbachhof, Julia Gasper, AfI, Céline Groß, Intergrative Kindertagesstätte Mainzweiler, Britta Held, Fachdienst Hilfen zur schulischen Bildung, Sascha Herold, Mitarbeiter im Fahrdienst und Schwerbehindertenvertreter, Joanna Schönecker, Frühförderung, Sabine Stock, Eric Carle-Schule, Anna Karina Wachter und Monika Zimmer, beide AfI.