1. Saarland
  2. Neunkirchen

Denise Thomas gibt nie auf

Denise Thomas gibt nie auf

Ottweiler. Das ist ein Arbeitsplatz, der volle Konzentration fordert: Bei der Ottweiler Firma Cogipharm in Räumen des Kreiskrankenhauses werden nämlich Medikamenten-Portionen individuell abgepackt

Ottweiler. Das ist ein Arbeitsplatz, der volle Konzentration fordert: Bei der Ottweiler Firma Cogipharm in Räumen des Kreiskrankenhauses werden nämlich Medikamenten-Portionen individuell abgepackt. Das Sortieren und Eintüten der Tabletten und Dragees in die kleinen mit Patientenname, Einnahmezeitpunkt und Medikation bedruckten Plastik-Beutelchen (neudeutsch Blistern genannt) übernimmt zwar eine computer-gesteuerte Maschine, doch die Menschen, die sie bedienen, tragen viel Verantwortung. Denn keine Packung verlässt die Firma in Richtung Kunden-Apotheke ohne weitere Kontrollen, die von den Mitarbeitern überwacht und dokumentiert werden. "Fehler darf es nicht geben", so Manuel Meissner, der Chef. Eine der Mitarbeiterinnen aus dem Team des Ottweiler Apothekers Manuel Meissner (Schloss-Apotheke) als Kopf der Cogipharm ist Denise Thomas. Die 26-Jährige ist pharmazeuthisch-kaufmännische Angestellte (PkA) von ihrer Ausbildung her also bestens vorbereitet für die Arbeit. Allerdings ist die zierliche St. Wendelerin keine Mitarbeiterin, wie jede andere: Seit ihrer Kindheit hat sie mit kranken Nieren zu kämpfen. Nachdem die Spenderniere ihrer Mutter abgestoßen wurde, lebt sie jetzt mit dem Ersatz-Organ Nummer zwei. "Seit ich 17 bin, gelte ich als 100 Prozent schwerbehindert, man wollte mich schon damals in Rente schicken", erzählt sie schnörkellos, um gleich zu betonen, dass sie aber immer unbedingt eine Ausbildung machen und auch in ihrem Beruf arbeiten wollte. Nach der zweiten Transplantation kam der Arbeitsplatz Apotheke nicht mehr in Frage, die Infektionsgefahr sei bei den zahlreichen Kunden-Kontakten einfach zu hoch. So suchte Denise Thomas gemeinsam mit ihrem Reha-Berater bei der Neunkircher Agentur für Arbeit, Stefan Schmidt, eine Alternative mit Bezug zum erlernten Beruf und "antibakteriellen" Bedingungen. Und so fanden die Firma Cogipharm mit ihrem ganz besonderen Anforderungsprofil und Denise Thomas mit ihren ganz besonderen Ansprüchen zu einander. Denn ihr Arbeitsplatz an der Blister-Maschine entspricht Reinraum-Bedingungen. Befördert wurde diese Verbindung (mittlerweile ein unbefristeter Arbeitsvertrag) durch die Bereitschaft der Arbeitsagentur, das Beschäftigungsverhältnis befristet finanziell zu unterstützen. Als gelungenes Integrationsbeispiel von Behinderten firmiert der Fall Denise nun bei den Fachleuten im Arbeitsamt, für die Firma Cogopfarm ist sie dank ihrer engagierten Arbeitseinsatzes ein Glücksfall und persönlich ist sie "sehr froh, diese interessante Beschäftigung gefunden zu haben". "Fehler darf es nicht geben."Manuel Meissner