Das Projekt "Begleitetes Wohnen in Gastfamilien" der Caritas in Neunkirchen, St. Wendel und Homburg

Begleitetes Wohnen : Das Projekt „Begleitetes Wohnen in Gastfamilien“

() Menschen mit psychischer Erkrankung – das klingt für viele wie ein Stigma und mag sogar abschreckend wirken, aber „fast jeder kennt jemanden in der Familie oder im Bekanntenkreis, auf den das zutrifft“, weiß Lisa Weidl vom Caritasverband Schaumberg-Blies.

Sie gehört zu dem Team des Verbandes,  das mit dem Projekt „Begleitetes Wohnen in Gastfamilien“ betraut ist. Dieses Projekt bietet Menschen mit psychischer Erkrankung die Möglichkeit, in einem familiären Umfeld zu leben. „Eine psychische Erkrankung kann vieles sein. Dazu zählen etwa auch Depressionen. Infrage kommen allerdings nur Patienten, die über eine gewisse psychische Stabilität verfügen. Die Gastfamilie soll nicht überfordert werden“, sagt Lisa Weidl.

Wobei auch der Begriff Familie dehnbar ist, denn es kommen nicht nur klassische Familien mit Kindern, sondern auch Lebensgemeinschaften, Alleinerziehende und Alleinstehende als Gastfamilie infrage, seit zwei Jahren auch für Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Erkrankung. Voraussetzung ist die Bereitschaft, psychisch erkrankte Menschen in den Lebensalltag zu integrieren und ein eigenes Zimmer für diese zur Verfügung zu stellen, bestenfalls mit eigenem Badezimmer. Im Kreis Neunkirchen gibt es derzeit elf solcher Familien, in Homburg sind es neun und im Kreis St. Wendel 43, plus drei Familien, die Gäste mit einer Behinderung aufgenommen haben. „Es ist übrigens auch möglich, sich im Rahmen des Projektes um erkrankte Geschwister zu kümmern“, betont Lisa Weidl.

Jede Gastfamilie wird mit 420 Euro Betreuungspauschale plus 277,20 Euro Nutzungsentgelt für die zur Verfügung gestellten Räume und 254,40 Euro Verpflegungspauschale vergütet. Bevor es zum Kennenlernen und Probewohnen kommt, suchen die Mitarbeiter der Caritas Familie und Gäste je nach Interessen und Neigungen füreinander aus. Der Fachdienst der Caritas begleitet die Familien mit ihren Gästen, für die das Projekt als Sprungbrett in die Eigenständigkeit dienen soll.

Die Stadt Homburg lädt im Rahmen des Projekts „Homburg lebt gesund“ gemeinsam mit der Gemeinnützigen Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit mbH (GPS) am Montag, 18. März 2019, zu einem Vortrag zum Thema „Betreutes Wohnen in Gastfamilien für Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung“ in den Sitzungssaal des Homburger Rathauses ein. Beginn ist um 18 Uhr.

Wer mehr wissen möchte, kann sich an Lisa Weidl von der Caritas wenden unter Tel. (0 68 51) 93 56 46 oder E-Mail an l.weidl@caritas-wnd.de. In Homburg gibt weitere Informationen am Abend der Veranstaltung oder per E-Mail: christine.becker@gps-srp.de oder laura.klein@gps-srp.de melden.

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