| 20:25 Uhr

Handball
Das letzte Saarland-Derby

Eppelborn. Die „jungen Wilden“ der HSG Völklingen machen am Sonntag Jagd auf die Illtaler Zebras. Und stehen vor einer riesen Aufgabe. Von Lucas Jost

Entweder, es gibt einen gewaltigen Schock, oder es läuft alles weiter in erwarteten, geregelten Bahnen, wenn am Sonntag um 18 Uhr die Handballfreunde Illtal die HSG Völklingen empfangen. Ein Sieg oder ein Punktgewinn für die Gäste wäre eine faustdicke Überraschung, der Erfolg für Illtal fast Standard. Das heißt auch: Zu verlieren hat die HSG nichts. Vielleicht macht gerade das die Partie spannend: „Sie waren im Hinspiel auch schon nah dran, uns zu schlagen. Das war damals kein hochklassiges, sondern ein sehr enges, kampfbetontes Spiel“, berichtet HFI-Kapitän Sebastian Hoffmann. 21:16 mit besserem Ende für den Titelanwärter hieß es am fünften Spieltag nach 60 Minuten.


Derart Tor-arm wird das Rückspiel voraussichtlich nicht. „Im Hinspiel lag es auch daran, dass wir die Angriffe sehr inkonsequent zu Ende gespielt haben. Wir haben taktisch viel richtig gemacht, aber haben ganz viel liegen lassen. Von daher war es ein bisschen selbstverschuldet. Ich gehe davon aus, dass es torreicher wird. Gerade, weil Völklingen von hinten gerne auf die Tube drückt.“ Ein Blick auf die Tabelle und die 18 Spiele, die beide Klubs bereits hinter sich haben, verrät: Völklingen kann gar nicht gewinnen. Jedenfalls, wenn man Statistiken, Mathematik und Rechenspielchen sein Vertrauen schenkt. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Illtal ist zu Hause eine Bank, verlor noch keinen Punkt vor dem eigenen Publikum in der Hellberghalle und erzielte in Eppelborn durchschnittlich 31 Tore pro Spiel. Das Maximum an Treffern, das der sehr jungen Mannschaft aus der Hüttenstadt in der laufenden Saison gelang, liegt bei 30, zu Hause. Auswärts waren es nie mehr als 27. Außerdem haben die Handballfreunde auf ihrem Boden maximal 24 Gegentreffer zugelassen. Hoffmann: „Ich denke, so selbstbewusst müssen wir sein, dass wir sagen müssen: Wenn wir vorne mitspielen wollen, sind das Spiele, die wir gewinnen müssen. Das Leistungspotenzial ist groß, wir sind eingespielt. Zu Hause haben wir den Anspruch, dass wir jede Mannschaft schlagen müssen.“ Blöd: „Jetzt war nochmal eine Woche Pause, das ist immer blöd für den Spielfluss.“ Dieses Problem betrifft aber auch die HSG. Und obwohl von der Tabelle her alles eindeutig zu sein scheint, ist der Ausgang des einzig richtigen Saarland-Derbys der Handball-RPS-Liga keineswegs vorbestimmt. Der Oberliga-Zwölfte kann mit jedem Gegner mithalten, bewies das schon auswärts bei beiden Zweibrücker Mannschaften, wo er zweimal nur sehr knapp verlor. Daher gilt auch für Hoffmann: „Das ist ein Derby, da schaut man nicht auf die Tabelle. Da ist jede Mannschaft extra motiviert. Für uns wird es wichtig sein, dass wir schnell in unser Spiel finden. Dann wird es schwer, uns zu Hause in eigener Halle zu schlagen“