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Trampolin
„Das fühlt sich an wie Fliegen“

Wiebelskirchen. 51 Teilnehmer gingen bei den Saarlandmeisterschaften der Trampolinspringer an den Start. Die Jungs waren in der Unterzahl. Von Lucas Jost

Ganz gemütlich sitzt eine kleine Gruppe Kinder vor der Tribüne in der Ohlenbachhalle in Wiebelskirchen. Mal nur zu dritt, mal sitzen acht, neun Kinder beisammen und albern herum, zeigen sich gegenseitig Dinge auf ihren Handys, quatschen einfach und haben Spaß. Allesamt waren sie wegen der Landesmeisterschaften im Trampolinturnen im Neunkircher Stadtteil.


Von dem Stress der Wettkämpfe, die nur wenige Meter neben ihnen stattfanden, ließen sie sich nicht anstecken. Nur, wenn es darauf ankam, wenn sie aufgerufen wurden, traten sie fokussiert ans Sportgerät und turnten ihre Übung vor. Anschließend ging es wieder in die homogene Gruppe zurück. „Ich habe mit sechs Jahren angefangen, meine Mutter hat gemeint, ich könnte gerne neben dem Reiten noch einen Sport machen“, erzählt Samia Bonsangue vom TV Dillingen, die bei den Schülerinnen der Klasse W11/12 mitmachte. Ihr Vereinskollege Alessandro Brachmann (M13/14) sagt mit einem Lachen: „Wir haben in der Schule mit dem Trampolin geturnt. Ich wollte eigentlich nur Saltos schlagen.“ Was sie alle vereint: Die Liebe zum Sport. Und was den ausmacht, weiß Samias Schwester Melany, die mit strahlenden Augen erklärt: „Es macht richtig Spaß, wenn man ganz hoch springt. Das fühlt sich an wie Fliegen, das ist einfach toll.“

Klar in der Unterzahl waren am Sonntag die Jungen, die nur elf der 51 Teilnehmer ausmachten. Einer von ihnen war Lukas Giehl, der für den TB St. Johann Saarbrücken an den Start ging. „Natürlich ist es erstmal einfacher, weil es nicht so viele Gegner gibt. Ich komme ursprünglich aus Hessen, da war es ausgeglichener“, erzählt Giehl, der in der Klasse M13/14 Platz am Ende des Tags Platz zwei belegte. Noch vor dem Endkampf hatte er sich Hoffnungen auf den Titel gemacht: „Das ist schon realistisch, auch wenn es heute eine neue Übung ist. Die ist auf jeden Fall deutlich schwieriger“, sagte er. Anstatt der üblichen vier Salti beinhaltete seine Übung am Sonntag acht. Am Ende fehlte Giehl (24,950 Punkte), dessen Übung einen Schwierigkeitsgrad von 3,7 aufwies, nicht viel auf Tagessieger Duco Kors vom TV Dilingen (25,750; Schwierigkeit 2,8).

Nochmal eine Spur komplizierter waren Kür- und Final-Übung von Selin Wolf. Sie ging für Ausrichter TuS Wiebelskirchen an den Start und zeigte in der Klasse M13/14 von ihrer Pflicht an eine souveräne Leistung, die ihr nach jedem Auftritt großen Beifall einbrachte. Die Schwierigkeitsgrade von 4,2 waren unter den höchsten des gesamten Tags. „Ich habe das die ganze Zeit nicht so sauber hinbekommen. Das war heute besser als ich mir vorgestellt habe“, freute sie sich schon nach der Vorrunde. „Wenn man weiß, dass der nächste Wettkampf kommt, beginnt man so einen Monat vorher, mehr die Übung zu trainieren“, erzählte sie. Und das Training hatte sich gelohnt. Am Ende des Tages sicherte sich Wolf deutlich und verdient den Saarlandmeistertitel. Mit 29,800 Punkten war sie fast außer Konkurrenz und verwies Klara Reinstädler (TV Dillingen) und Amy Hillebrand (DJK Elversberg, beide 26,800 Punkte) deutlich auf die Plätze.

Ann-Kathrin Fleck (TV Liebenburg) und Angelina Göbl (TB St. Johann) lieferten sich in der Klasse W15/16 ein spannendes Rennen. Nach der Pflicht führte Fleck. Leider landete sie den fünften Kürsprung auf der blauen Umrandung, was zum Übungsabbruch führte und den Finaleinzug verhinderte. Am Ende belegte sie den undankbaren vierten Platz.