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Diakonie-Klinikum Neunkirchen
Klinik: Lieber einigen als kündigen

Das Diakonie-Klinikum reagiert auf Vorwürfe, betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen.
Das Diakonie-Klinikum reagiert auf Vorwürfe, betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Kreuznacher Diakonie bestätigt Verhandlungen mit Mitarbeitern. Von Michael Beer

Betriebsbedingte Kündigungen im Neunkircher Fliedner- und Diakonie-Krankenhaus? Die Sorge um Arbeitsplätze ist jüngst gewachsen. Die Gewerkschaft Verdi sprach am Montag davon, die ersten Entlassungen seien geplant wegen eines Service-Centers, das in Kreuznach Abteilungen zusammenfassen soll (wir berichteten). Das kirchliche Unternehmen Kreuznacher Diakonie bestätigt auf SZ-Nachfrage, mit acht Beschäftigten im Gespräch zu sein, darunter einem Menschen mit Behinderung. Kristina Rogoß, Leiterin des Referates Kommunikation, erläutert den Stand der Dinge dabei so: „Insgesamt wurden 713 Mitarbeitende (geschlechtsneutrale Schreibweise, Anmerkung der Redaktion) vom Städtischen Klinikum Neunkirchen im Dezember 2015 von der Stiftung Kreuznacher Diakonie übernommen. Mit 23 Mitarbeitenden fanden persönliche Gespräche über einen möglichen Wechsel in das Service-Center der Stiftung zum 1. Januar 2019 statt. 15 Mitarbeitende haben bereits dem Wechsel zugestimmt, nur zwei Mitarbeitende davon arbeiten künftig in Bad Kreuznach, die weiteren 13 wechseln zwar organisatorisch, behalten jedoch ihren Arbeitsplatz in Neunkirchen.“ Mit eben jenen acht weiteren, heißt es weiter, liefen Verhandlungen, unter anderem mit dem Ziel eines vorzeitigen Wechsels in den Ruhestand. Rogoß: „Betriebsbedingte Kündigungen sind möglich, wenn eine Einigung nicht erzielt werden kann.“ Die Gespräche seien allerdings noch nicht beendet, betont sie, der Träger bemühe sich weiterhin um Lösungen. Auf die Frage, ob es denn dabei nicht nach Sozialplan geht, sagt die Referatsleiterin: „Die Sozialauswahl ist noch nicht abgeschlossen.“


Informanten hatten der SZ die Situation am Diakonie-Klinikum geschildert. Die Angst um den Job ist demnach durchaus groß. Und es ging auch um die Frage, ob bei organisatorischen Veränderungen Mitarbeiter nicht von Neunkirchen aus arbeiten könnten, auch wenn sie einer Abteilung in Bad Kreuznach zugeschlagen werden. Rogoß dazu: „Wo dies möglich ist, machen wir dies natürlich. Von den oben genannten 23 Mitarbeitenden, die in das Service-Center wechseln, arbeiten 15 Mitarbeitende künftig von Neunkirchen aus, diese sind entweder in der Verwaltung oder in der Technik an Ort und Stelle eingesetzt.“ Sie erklärt weiter, über die acht Menschen hinaus müssten sich keine Mitarbeiter wegen möglicher Kündigungen sorgen.

Die Kreuznacher Diakonie hat nach eigenen Angaben in ihren Häusern im Evangelischen Stadtkrankenhaus Saarbrücken, im Diakonie-Klinikum und im Fliedner-Krankenhaus in Neunkirchen, im Paul-Marien-Hospiz und im Fliedner-Hospiz insgesamt 1194 Beschäftigte.