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DAK Gesundheitsreport Neunkirchen

DAK-Gesundheitsreport für Neunkirchen : Der Landkreis Neunkirchen schläft schlecht

DAK-Gesundheit Neunkirchen stellte aktuellen Gesundheitsreport vor. Sonderanalyse belegt starke Zunahme von Schlafstörungen.

Es ist ein Phänomen, aber niemand kann es bisher erklären: Die Menschen in den Landkreisen Neunkirchen und St. Wendel sowie in der Stadt Homburg sind kränker als anderswo im Saarland. Das ergab der DAK-Gesundheitsreport, den der Chef der DAK-Gesundheit Neunkirchen, Martin Weber, zum neunten Mal in Folge im Diakonie Klinikum (vormals städtisches Klinikum) vorstellte. So ist der Krankenstand der Bevölkerung im Saarland im vergangenen Jahr auf 4,6 Prozent gesunden. Mit 5,1 Prozent gab es jedoch in der genannten Region den höchsten Krankenstand im Saarland. Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 51 krank geschrieben. Der niedrigste Krankenstand im Saarland wurde mit 4,5 Prozent im Regionalverband Saarbrücken und in St. Ingbert gemessen.

Obwohl die Fehlzeiten wegen Erkrankungen am Muskel-Skelett-System um sechs Prozent gesunken sind, verursachen sie immer noch jeden fünften Ausfalltag in der Region. Mit einem Anteil von 19.8 Prozent am gesamten Krankenstand belegen psychische Erkrankungen wie Angstzustände und Depressionen den zweiten Platz. Die Krankschreibungen aus diesem Grund nahmen um 16 Prozent zu. Auch die Zahl der Verletzungen wie beispielsweise Arbeitsunfälle ist deutlich um 23 Prozent gestiegen. Verschont blieben die Menschen in den Kreisen Neunkirchen und St. Wendel sowie in der Stadt Homburg von einer Erkältungs- oder gar Grippewelle. Atemwegserkrankungen gingen im Vergleich zu 2015 um 19 Prozent zurück.

Die DAK hat auch wieder statistisch erfasst, wie lange ihre Versicherten auf der Arbeit fehlten. Gut ein Drittel, nämlich 32 Prozent der Erkrankten, erschienen ein bis drei Tage nicht zur Arbeit. Nur knapp sechs Prozent der Beschäftigten waren 43 Tage und mehr krank. Dies summiert sich dann jedoch auf so viele Tage und Wochen, dass die Langzeiterkrankten gut die Hälfte, nämlich 51,6 Prozent der Fehlzeiten ausmachen. Ein kleiner Teil der Versicherten ist also für das Gros der Krankschreibungen verantwortlich.

Als ein „unterschätztes Problem“ bezeichnet die DAK die starke Zunahme an Schlafstörungen. Für das Schwerpunktthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK Gesundheit im Saarland aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und nach eigenen Angaben zahlreiche Experten eingebunden. Die Ergebnisse wurden mit einer DAK-Untersuchung aus dem Jahr 2010 verglichen. Demnach berichten 45 Prozent der erwerbstätigen Saarländer von Schlafproblemen. Seite 2010 stieg der Anteil der von Ein- und Durchschlafproblemen betroffenen 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer um 18 Prozent an. Schwere Schlafstörungen haben sich seit 2010 sogar mehr als verdoppelt. Wer unter schweren Schlafstörungen leidet, sogenannte Insomnien, hat Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen, beklagt eine schlechte Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Generelle Schlafprobleme nehmen um satte 63 Prozent zu. Ursache für Schlafprobleme sind laut DAK-Report Saarland unter anderem Arbeitsbedingungen. Wer zum Beispiel häufig an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit arbeitet, steigert sein Risiko, schwere Schlafstörungen zu entwickeln. Auch starker Termin- und Leistungsdruck, Schichtarbeit und ständige Erreichbarkeit nach Feierabend gelten als wichtige Risikofaktoren.

Auffällig ist, dass relativ wenig Menschen mit ihrem doch lebensbeinträchtigenden Problem zum Arzt gehen, nämlich nur knapp 8 Prozent. Der am häufigsten genannte Grund dafür: „Ich wollte ohne ärztliche Hilfe auskommen.“ Erstaunlich ist nach Ansicht von Martin Weber, dass 10,5 Prozent der Geplagten „nicht wussten, dass ein Arzt ihnen helfen kann.“ Bei dieser Antwort wird natürlich auch der Ärztliche Direktor des Diakonie Klinikums Neunkirchen hellhörig. Dr. Michael Weber: „Unsere  Gesellschaft entwickelt sich weg vom gesunden Leben, Schlafstörungen sind eine Folge davon.“ Aus diesem Grund sei er auch absolut dafür, Gesundheitsvorsorge in den Unterricht zu implementieren. In der Familie könne das oftmals nicht mehr geleistet werden.

Schnelle Hilfe für Betroffene verspricht die DAK Schlaf-Hotline. Unter (040) 325 325 805 (Ortstarif) ist sie rund um die Uhr erreichbar.