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Corona steigt wieder im Kreis Neunkirchen, Bundeswehr unterstützt Gesundheitsamt

Steigende Fallzahlen im Landkreis Neunkirchen : Bundeswehr hilft bei Corona-Nachverfolgung

Gesundheitsamt arbeitet fünf Soldaten der Luftlandeaufklärungskompanie 260 aus Lebach ein.

Das Wochenende war hinsichtlich der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus turbulent im Kreis Neunkirchen. In drei Tagen, von Freitag bis Sonntag, gab es insgesamt 29 neue Infektionen. Und damit deutlich mehr als in den vergangenen Wochen. Auch in anderen Kreisen des Saarlandes gehen die Zahlen hoch. St. Wendel ist bereits Risikogebiet mit mehr als 50 Ansteckungen auf 100 000 Einwohner. Am Montag kamen im Landkreis Neunkirchen drei Infektionen hinzu.

Risikogebiet, Warngebiet als Stufe darunter – noch liegt der Kreis Neunkirchen unterhalb der Werte, die für das aktuelle Alarmsystem gelten. Die Entwicklung binnen sieben Tagen ist entscheidend. Montagabend hieß das noch Entwarnung. Kreis-Pressesprecherin Jasmin Alt verwies auf 41 Neuinfektionen binnen sieben Tagen. Im Kreis Neunkirchen leben 131 300 Menschen. Die Schwellenwerte von 35 und 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern bedeuten hier hochgerechnet: Es müssen mehr als 45,96 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen zusammenkommen, um zum Warngebiet zu werden. Wenn dies geschieht, so der Kreis, können weitere Schutzmaßnahmen durch die Landesregierung und die betroffene Kreispolizeibehörde erlassen werden. Also neue Einschränkungen, um der Pandemie zu begegnen. Der Kreis Neunkirchen wird zum Krisengebiet, wenn die Anzahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen die Schwelle von 65,65 überschreitet.

Landrat Sören Meng (SPD) erklärt auf Nachfrage, die Nachverfolgung der Ansteckungen und damit die Möglichkeit, eine ungehemmte Verbreitung zu vermeiden, sei bislang im Kreis gewährleistet. Diese Woche, sagt er weiter, kommen Bundeswehrangehörige, um die Arbeit des Kreis-Gesundheitsamtes zu unterstützen. Bei der personellen Verstärkung der Bundeswehr handelt es sich um fünf Soldaten der Luftlandeaufklärungskompanie 260 aus Lebach. Sie treten an diesem Dienstag ihren Dienst an und werden geschult. Schon am Nachmittag werden sie dann im Gesundheitsamt eingearbeitet. Meng ist zuversichtlich: „Wir können die Kontaktverfolgung noch sicherstellen.“ Zugleich möchte er wieder zentrale Testungen wie zu Beginn der Pandemie einführen, wenn sich die Ansteckungsrate weiter erhöht. Seit Monaten mahnt Meng zu größter Vorsicht. Die hohe Zahl an Fällen am Sonntag resultierten von einer privaten Trauerfeier. Meng: „Die Ansteckungen stammen nicht etwa aus der Gastronomie oder anderen Bereichen, sondern sie sind oft auf private Feiern zurückzuführen.“ Deshalb habe er auch mit den sieben Verwaltungschefs im Kreis einen Aufruf gestartet, um die Menschen zu sensibilisieren (siehe Facebook-Seite des Landrates).

Sensibilisieren möchte auch ein Leser, der sich anonym an die SZ gewandt hat. Er schreibt, er sei Gast der Trauerfeier gewesen, die für den deutlichen Anstieg an Infektionen am Samstag in Illingen gesorgt haben. Es habe längst nicht jeder der Trauergäste die Regeln mit der notwendigen Konsequenz beachtet: „Ich trug während meines Besuches der Trauerfeier eine Maske, die mich offenbar geschützt hat. Einer meiner Familienmitglieder wurde positiv getestet.“