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Chance für einen Neustart

Chance für einen Neustart

Neunkirchen. Ursel Jakoby ist es nicht anzusehen, dass sie schon bei der Geburtsstunde des Jugendcafés Neunkirchen vor 15 Jahren dabei war. An der Sozialpädagogin scheint die Zeit spurlos vorübergegangen zu sein. Die Einrichtung selbst in der Königstraße 11 war jedoch buchstäblich in die Jahre gekommen, hatte eine Renovierung dringend nötig

Neunkirchen. Ursel Jakoby ist es nicht anzusehen, dass sie schon bei der Geburtsstunde des Jugendcafés Neunkirchen vor 15 Jahren dabei war. An der Sozialpädagogin scheint die Zeit spurlos vorübergegangen zu sein. Die Einrichtung selbst in der Königstraße 11 war jedoch buchstäblich in die Jahre gekommen, hatte eine Renovierung dringend nötig. Gestern Nachmittag nun konnten sich die Vertreter der Jugendarbeit in Neunkirchen und vor allem der Geldgeber ein Bild vom "neuen" Jugendcafé machen. Nicht entgehen ließen sich die kleine Feier die Vermieter der Räume, das Ehepaar Thomé. "Eine außerordentliche Seltenheit, dass sich Vermieter einer Jugendeinrichtung so engagiert einbringen", wie Pfarrer Jochen Gabriel fand. Gabriel sprach für die Pfarrei St. Josef/St. Johannes, die Trägerin der Einrichtung ist. Sein Dank galt auch der Stadt und dem Kreis Neunkirchen, die das Jugendcafé finanziell unterstützen und vielen anderen wie etwa dem Jugendcafé-Beirat. Das Bistum Trier hat durch seine Stiftung "Menschen in Not" das kleine Internetcafé finanziert. Im Raum hinter der ebenfalls renovierten Küche können die Jugendlichen sich jetzt im Internet informieren über Weiterbildung, Ausbildungsplätze und Ähnliches. Da eine Etage obendrüber auch die beiden Streetworkerinnen eingezogen sind, ist das Jugend-Netzwerk in Neunkirchen noch ein bisschen dichter geworden. "Wir wissen, dass es hier große Defizite gibt und es nicht leicht ist, die Jugendlichen abzuholen", betonte Gabriel. Froh sei er daher, dass Ursula Jakoby mit dem Sozialpädagogen Marc Oster einen neuen Kollegen zur Seite habe, der im JuZ Saarbrücken Erfahrungen sammeln konnte, und den er schon lange von der Jugendarbeit in seiner Pfarrei kenne.Lobende Worte für die in warmem Gelb-Orange gehaltenen Räume zollten Landrat Rudolf Hinsberger sowie der ehrenamtliche Beigeordnete Claus Hoppstädter als Vertreter der Stadt. Hinsberger erinnerte sich, dass er vor 15 Jahren ein Erfolgserlebnis beim Tischfußball hatte. Die Eröffnungspartie mit einem Jugendlichen ging damals Unentschieden aus. Ein Tischfußballspiel darf natürlich im neuen Jugendcafé nicht fehlen. Besonders auffällig ist jedoch ein Graffiti des Künstlers Parscha Mirghawameddin, das mit Neunkircher Motiven die lange Wand hinter der neu gebauten Theke ziert. Jakoby und Oster wollen im neuen Jahr offensiv Werbung für das Jugendcafé machen, etwa an Schulen, damit es sich herumspricht, dass es sich lohnt, hierher zu kommen.

Auf einen BlickDas Jugendcafé in der Königstraße 11 in Neunkirchen ist geöffnet montags von 15 bis 20 Uhr, dienstags von 15 bis 20 Uhr, mittwochs jeweils auf Anfrage, donnerstags von 17 bis 22 Uhr, freitags von 13 bis 18 Uhr. Aktionen werden plakatiert.