| 20:52 Uhr

Fußball
Rohrbach im altehrwürdigen Ellenfeld

Rohrbachs Trainer Rüdiger Pfeifer freut sich auf das Spiel gegen die Neunkircher.
Rohrbachs Trainer Rüdiger Pfeifer freut sich auf das Spiel gegen die Neunkircher. FOTO: Andreas Schlichter
NEUNKIRCHEN. Borussia Neunkirchen hat zwei Spiele in Folge verloren. Nun kommt der SV Rohrbach ins altehrwürdige Ellenfeld. Mit Respekt – aber ohne Angst. Von Stefan Holzhauser und Philipp Semmler

Dass sich einmal Borussia Neunkirchen und der SV Rohrbach sportlich auf Augenhöhe begegnen würden, schien vor einigen Jahren noch undenkbar. Am Samstag empfängt nun die Borussia im alt ehrwürdigen Ellenfeldstadion um 16 Uhr den Saarlandliga-Aufsteiger aus Rohrbach zum Punktspiel. Nacht acht Spieltagen ist Neunkirchen mit 13 Punkten Tabellenachter. Rohrbach belegt mit drei Zählern weniger Rang 13 im Klassement.


Im Gegensatz zur jüngsten 1:2-Heimniederlage gegen den Mitaufsteiger SF Rehlingen-Fremersdorf kann der Rohrbacher Trainer Rüdiger „Rü“ Pfeifer wieder personell fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Benedikt Kastel, Moritz Junk, Marc Kevin Wunn und Alexander Schwarz fehlen noch. Angelo dal Col hat seinen Pferdekuss auskuriert. Auch Marius Schwartz steht nach einem Muskelfaserriss wieder parat. Und Patric Kropp ist nach seinem Wadenbeinbruch wieder zurück. Außerdem haben Marvin Kempf, Lars Borgard sowie Edin Makelic ihren Urlaub beendet.

Pfeifer geht nicht davon aus, dass seine überwiegend noch jungen Spieler zu viel Respekt vorm Ellenfeld zeigen werden. „Die Jungs waren ja noch nicht geboren oder zumindest noch zu klein, als die Borussia dort ihre ganz großen Erfolge gefeiert hat. Von daher ist das für sie ein Sportplatz wie jeder andere auch“, glaubt Pfeifer und ergänzt: „Ich selbst war jedoch zusammen mit mit meinem Vater als Borussen-Fans oft vor meist zwischen 25 000 und 30 000 Zuschauern im Ellenfeld.“ Es mache ihn stolz, nun zu einem Punktspiel dort antreten zu dürfen. Man fahre dort hin, um zu gewinnen. Besonders freue sich Pfeifer auf das Duell der Brüder Benjamin (Rohrbach) und Daniel Schlicker (Neunkirchen). Und nach der Partie wollen dann die Rohrbacher bei ihrem ehemaligen Sportheimpächter Sime Plazibat essen gehen, der unweit des Ellenfeldstadions ein Restaurant betreibt.



Dass Rohrbach bei der Nahrungsaufnahme nach der Partie Zählbares feiern kann, das wollen die Borussen unbedingt vermeiden. Denn schließlich stehen die Hüttenstädter gegen den Neuling nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge unter Druck. „Wenn wir nicht gewinnen, ist es mit oben mitspielen vorbei“, weiß auch Sportvorstand Gunther Persch. Sechs Punkte hat die Borussia aktuell weniger als Spitzenreiter SV Elversberg II. Der Abstand hätte kleiner sein können, hätte es nicht am Freitag vor einer Woche eine 0:2-Niederlage bei den SF Köllerbach gegeben. In dieser Partie konnte Neunkirchen alles andere als überzeugen. „Ich erwarte jetzt eine Reaktion von der Mannschaft“, sagt Persch.

In Köllerbach wich Trainer Björn Klos dabei vom gewohnten Angriffspressing zugunsten eines defensiveres Spielsystems ab. Ein Schachzug, der nicht aufging.„Gegen Rohrbach werden wir wieder wie gewohnt spielen“, kündigt Persch an. Nicht mit dabei sein wird gegen den Aufsteiger allerdings Mittelfeld-Neuzugang Janosch Scherer. Der 28-Jährige wurde vom Saarländischen Fußballverband für drei Spiele gesperrt, da er binnen einer Transferperiode zwei Mal den Verein wechselte. Scherer war zunächst nach dem Ende der vergangenen Spielzeit von Saarlandligist Spvgg. Quierschied zum Oberligisten VfB Dillingen gewechselt. Von dort schloss er sich Ende August der Borussia an. Der Verband sanktionierte solche „doppelten Wechsel“ innerhalb einer Transferperiode in der jüngeren Vergangenheit schon öfters mit Sperren. Nicht desto trotz will Persch Berufung einlegen. „Janosch hat bei uns einen Amateurvertrag unterschrieben. Deshalb ist die Sachlage anders als bei anderen Fällen.“