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Borussia bittet um Hilfe
Borussen-Vorstand bittet Mitglieder und Gönner um  Unterstützung

Neunkirchen. Gunther Persch, Sportvorstand von Fußball-Saarlandligist Borussia Neunkirchen, hat in einem offenen Brief Mitglieder und Unterstützer des Vereins um mehr Unterstützung gebeten.  Von Philipp Semmler

Transparenz zeigen und die Mitglieder wieder mehr ins Vereinsleben integrieren – das waren zwei der Ziele mit denen am 1. Juli das neue Vorstands-Team um den Vorsitzenden Alexander Kunz bei Fußball-Saarlandligist Borussia Neunkirchen seine Arbeit antrat.


Was die Transparenz angeht, da hat die Vereinsführung in den letzten Wochen bereits „geliefert“. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Mitte Juli legte der Club ausführlich Zahlen zu den ihn plagenden finanziellen Belastungen vor. Der Schuldenstand beträgt nach Angaben des neuen Vorstands rund 600 000 Euro (wir berichteten).

Beim Punkt die Mitglieder und Gönner des Clubs wieder mehr ins Vereinsleben zu integrieren, gibt es allerdings Startschwierigkeiten. Borussen-Sportvorstand Gunther Persch veröffentlichte am Donnerstag einen offenen Brief auf der Vereins-Homepage, in dem er mangelnde Unterstützung beklagt.



„Bei unserem Amtsantritt wurde uns vielfältige Hilfe versprochen. Doch mittlerweile fragen wir uns, wo all diejenigen sind, die uns ihre Unterstützung zugesagt haben. Bei einfachen Arbeiten sind immer die gleichen vor Ort – gute Helfer, aber zu wenige“, klagt Kunz dort.

Auf SZ-Nachfrage nennt der 48-Jährige auch ein Beispiel: „Letzte Woche haben wir das Fundament für eine neue Sponsorentafel errichtet. Da haben fünf Leute vom Vorstand geholfen und ein treuer Fan. Das war’s.“ Damit Menschen, die dem Verein helfen wollen, auch wissen, wo genau sie benötigt werden, möchte der Club demnächst eine Liste veröffentlichen, in der genau erläutert wird, wo Bedarf an helfenden Händen ist.

Mit zusätzlicher ehrenamtlicher Unterstützung will der Club auch mehr Einnahmen generieren. Auch dafür gibt Persch ein Beispiel. „In den letzten Jahren hat eine Firma den Essens- und Getränkeverkauf im Ellenfeld-Stadion übernommen. Da bleiben dann pro Saison 2000 bis 3000 Euro für den Verein hängen.“, erläutert der Sportvorstand. „Jetzt machen wir das selbst. Und am Ende bleiben dann vielleicht 15 000 Euro übrig.“ Geld, das der Club angesichts der Schuldenlast gut gebrauchen kann.

Nachdem die Borussia sportlich gut in die neue Runde der Fußball-Saarlandliga gestartet ist, warnt Persch auch davor, angesichts dieser Erfolge auf dem Feld die schwierige Gesamtsituation des Clubs nicht aus den Augen zu verlieren.

„Wir müssen höllisch aufpassen, dass durch den sportlichen Erfolg die prekäre finanzielle Situation nicht übertüncht –  und damit in ihrem Ernst nicht mehr wahrgenommen wird. An der prekären Lage hat sich nämlich rein gar nichts geändert.“, erklärt der 48-Jährige in seinem offenen Brief. Gegenüber der SZ ergänzt Persch: „Finanziell ist es für uns nach wie vor ein Kampf, aber wir können unsere Rechnungen bezahlen.“