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Benefizkonzert für krebskranke Kinder
Dreistimmig für eine Herzenssache

 Beim Jubiläumskonzert „20 Jahre Evolution Lady Singers“ im Mai vergangenen Jahres platzte die Stummsche Reithalle fast aus allen Nähten.
Beim Jubiläumskonzert „20 Jahre Evolution Lady Singers“ im Mai vergangenen Jahres platzte die Stummsche Reithalle fast aus allen Nähten. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Die Evolution Lady Singers treten am Samstag, 2. Februar, zugunsten der Elterninitiative krebskranker Kinder auf. Von Michael Beer

Es wird still im Raum, als Michael Schneider Beispiele aus den Jahrzehnten, die er jetzt schon für die Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland unterwegs ist, vorstellt. Beispiele, was der Verein alles mit den Spenden unternimmt. Beispiele, die ihm selbst beim Erzählen mit viel Abstand zum Ereignis offenkundig zu Herzen gehen. Etwa, wenn der krebskranke Junge bei ihm anruft, dem der Verein eine Reise im Wohnmobil finanziert. Seine Eltern haben sich unter der Last der Erkrankung getrennt. Jetzt, in dem gesponserten Urlaub, freut sich der kleine Junge besonders über dies: Der Papa hat sie im Wohnmobil besucht. Michael Schneider ist Vorsitzender der Initiative. Mit in der Redaktion sind an diesem Vormittag vier Frauen der Evolution Lady Singers. Der Frauenchor gibt am Samstag, 2. Februar, ein Benefizkonzert in der Christuskirche Neunkirchen zu Gunsten der Initiative für krebskranke Kinder. Einlass ist ab 15 Uhr, Beginn um 16 Uhr, der Eintritt ist frei, aber der Chor hofft natürlich auf Spenden. Eine Herzensangelegenheit, wie die Vorsitzende Karin Pidun sagt. Spontan überlegt sie mit ihren Mitstreiterinnen Letizia Bruno-Hintsches, Uschi Peter und Gabriele Bier, ob der Chor nicht regelmäßig für das Projekt singen könnte.


Aber zunächst einmal haben die 45 Frauen den Termin am ersten Februar-Wochenende vor der Brust. Unter der Leitung von Hans-Werner Will singen sie in der Kirche, die in diesem Jahr 150. Geburtstag feiert. Sie hoffen auf ein volles Gotteshaus und viele Spenden für die Arbeit der Elterninitiative. Ihr Programm umfasst ein breites Spektrum, bezieht Pop und Rock, Schlager und Musical-Melodien mit ein. Von dem Auftritt soll es einen Mitschnitt geben. Die Evolution Lady Singers waren, da unterscheiden sie sich nicht von anderen Chören, in früheren Jahren um die 100 sangeslustige Frauen. Chöre haben es landauf landab schwer. Aber mit 45 Mitstreiterinnen, erläutert Pressefrau Peter, lasse sich dreistimmig noch optimal singen. Die Sängerinnen kommen aus dem ganzen Saarland, die jüngste ist 22, die älteste 80 Jahre. „Wir haben immer noch Neuzugänge“, sagt Chormitglied Gabriele Bier. Mit anderen Worten: Der Chor lebt. Und engagiert sich. Für die Caritas, die Aktion Herzenssache, Rothenbergschule, die Tafel. Jetzt für das Projekt, das mit vielerlei Ansätzen krebskranken Kindern helfen möchte. Im Rahmen des Weihnachtskonzertes 2016 habe es den ersten Kontakt gegeben zwischen den Lady Singers und dem Verein, erzählt Michael Schneider. Eigentlich sollte das Benefizkonzert schon vergangenes Jahr über die Bühne gehen, aber das passte terminlich nicht. Jetzt also im Jubiläumsjahr der evangelischen Kirche. Wenn der Vorsitzende der Initiative von der Arbeit des Vereins spricht, schütteln auch die Chorfrauen manchmal mit dem Kopf. 400 000 Euro braucht der, um seine jährlichen Ausgaben zu stemmen. Dass darin Personalkosten, etwa für Pflegekräfte oder Sozialpädagogen auf der Kinderonkologie in Homburg enthalten waren oder sind, in unterschiedlicher Zusammensetzung über die Jahre, lässt stutzen. Das, sind sich alle einig, sollte ja eigentlich im Budget der Klinik-Abteilung enthalten sein. Der Verein wurde 1982 gegründet und hat in den vergangenen Jahrzehnten nach Schneiders Worten auch schon medizinische Gerätschaften besorgt. 52 Ehrenamtler engagieren sich im Kern, zu besonderen Anlässen sind noch viel mehr Menschen mit an Bord. 820 Mitglieder hat die Initiative, das Geld kommt vorwiegend über kleinere Spenden zusammen. Schneider: „Mit 10 000 Euro ist man sicher unter den Top fünf der Großspender.“ Er betont, dass ihm fünf Euro genauso viel wert sind wie große Spenden: „Wir sind für jeden Euro dankbar, den wir bekommen.“ Die Elterninitiative hat unter anderem einen Sozialfond, der jährlich zwischen 120 000 und 150 000 Euro ausspielt und Eltern wie Kinder unterstützt. Er bietet einen Eltern-Geschwister-Wohnbereich im Klinikum, gibt Geld für Nachsorge oder Treffen von Hinterbliebenen - und einiges mehr.

Es sei ein kleiner Beitrag, sagt die Chorvorsitzende Pidun, den man aber von Herzen gern leiste mit dem Benefizkonzert. Vielleicht folgen ja weitere Vorstellungen für die Unterstützung der Elterninitiative.