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Mehrkosten für Neubau an GGSNK zu
Anbau an Schule wird deutlich teurer

Der Verbindungsbau an der Neunkircher Gemeinschaftsschule kommt voran, aber die kalkulierten Baukosten steigen stark an.
Der Verbindungsbau an der Neunkircher Gemeinschaftsschule kommt voran, aber die kalkulierten Baukosten steigen stark an. FOTO: Jörg Jacobi
Kreis Neunkirchen. Warum wird so oft alles teurer, wenn die öffentliche Hand baut? Von Michael Beer

So launig der Auftakt der Kreistagssitzung am Donnerstagnachmittag mit einem kurzen karnevalistischen Intermezzo auch war - es gab auch weniger fröhliche Momente. Der Neubau an der Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen, kurz GGSNK, wird wesentlich teurer als geplant. Gingen die Planungen ursprünglich von etwa einer Million Euro aus, ist jetzt von 1,75 Millionen Euro die Rede. Das veranlasste die CDU zu einigen kritischen Anmerkungen und Nachfragen. Gleichwohl stimmten auch sie letztlich den derzeit anstehenden Aufträgen für das Projekt zu.



Der Rohbau zwischen den beiden Gebäudeteilen in der Haspelstraße steht in großen Teilen. Ein Zurück, das sah auch CDU-Sprecher Lothar Dietz so, gibt es nicht. Ob auch gebaut worden wäre, wenn die aktuell im Raum stehende Summe von Anfang an bekannt gewesen wäre, wollte er dennoch wissen. Landrat Sören Meng und Kreis-Bauamtsleiter Thorsten Mischo bekräftigten beide, aufgrund von Vorgaben für Ganztagsschulen und Barrierefreiheit habe der Kreis keine andere Wahl gehabt. Die Kostensteigerungen führte Mischo unter anderem auf das zurück, was vorher niemand gesehen hat: den Untergrund. Die geologischen Gegebenheiten vor Ort, erläuterte Mischo, führten dazu, dass die Planung geändert wurde. Weniger Pfahlgründung und dafür deutlich mehr Beton kam in den Boden. Insgesamt sind Rohbau, Dach und Pausengänge die Kostentreiber in dem Projekt.

Neben den Erd- und Mauerarbeiten ging es am Donnerstag um Vergaben für Flachdach- und Fassade sowie Stahlbau. Jeweils 20 Prozent mehr als veranschlagt haben die Ausschreibungsergebnisse an Angeboten gebracht. Mischo erklärte auf die kritischen Nachfragen, die Kostenschätzungen beruhten auf den Planungen. Mit denen gehe der Kreis in die Ausschreibung und müsse schließlich sehen, welche Preise am Markt dann gefordert werden. Aufgrund der Anforderungen für den Brandschutz und der konjunkturellen Lage sehe man sich jetzt mit den Kostensteigerungen konfrontiert. Mischo erklärte auf Nachfrage aber auch, es müssten deswegen keine anderen Vorhaben des Kreises auf die lange Bank geschoben werden. Die Gesamtsumme für den Anbau in der Haspelstraße werde nicht weiter steigen.

400 000 Euro kommen vom Land für den Neubau. Ob SPD-Landrat Meng nicht bei seinem Parteifreund, Bildungsminister Ulrich Commercon nachfragen könne, ob auf diese Summe noch etwas draufkommen angesichts der deutlichen Kostensteigerungen, fragte CDU-Mann Sebastian Brüßel. Er habe bereits Kontakt zu dem Ministerium aufgenommen, antwortetete Meng. Der Zuschuss ist demnach gedeckelt, er werde aber gerne noch einen weiteren Anlauf machen.

Landrat Meng musste in der Sitzung aber nicht nur den Anbau an der GGSNK verteidigen, sondern zuallererst seinen Platz im Sitzungssaal. Ratsmitglied Klaus-Dieter Woll, in der aktuellen närrischen Session Neunkircher Prinz, saß zu Sitzungsbeginn in voller karnevalistischer Ausstattung auf Mengs Platz. „Als Prinz beleg ich heut den Thron, was taugt denn so ein Landrat schon“, begrüßte der Sozialdemokrat Meng. Der Landrat konterte: „Werter Prinz, erheb den Boller, das wird ja hier auch immer doller!“ Auf die „Neinkerjer Faasenacht“ gab es ein dreifaches Hei-joo.



Der Kreistag verfasste zudem eine Resolution zum geplanten Grubenwasseranstieg mit dem Tenor „Keine Experimente auf Kosten von Mensch und Natur“ < Bericht folgt