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Eisen und Stahl aus Neunkirchen
„Das hat die Identität der Region und der Menschen geprägt“

Ministerpräsident Tobias Hans bei der Feier anlässlich 425 Jahre Stahl aus Neunkirchen.
Ministerpräsident Tobias Hans bei der Feier anlässlich 425 Jahre Stahl aus Neunkirchen. FOTO: Saarstahl AG / Dirk Martin/Saarstahl AG
Neunkirchen. 425 Jahre Stahl aus Neunkirchen: Ministerpräsident Tobias Hans würdigt die Leistungsstärke des Unternehmens. Von Volker Fuchs

„Bemerkenswert“, „Herausragend“, „Etwas ganz Besonderes“. Mit diesen Worten beschrieben die Festredner am Donnerstagabend die Tatsache, dass in Neunkirchen seit 425 Jahren ununterbrochen Stahl produziert wird. Neunkirchen ist damit einer der ältesten noch aktiven Standorte der Eisen- und Stahlindustrie weltweit.


Dieses Jubiläum feierte Saarstahl Neunkirchen am Donnerstag mit einem Kundentag, zu dem mehr als 200 Kunden des Unternehmens aus aller Welt nach Neunkirchen kamen (wir berichteten). Und dort unter anderem die für 30 Millionen Euro modernisierte Walzstraße 32 besichtigen konnten. Abschluss des Kundentages war ein gemeinsames Abendessen im großen Zelt auf dem Hüttengelände.

Eingebettet darin waren mehrere Festreden. „Hier an diesem Standort haben Generationen von Stahlwerkern für Sie gearbeitet“, begrüßte Tim Hartmann, Vorstandsvorsitzender der Saarstahl AG die Gäste: „Das hat die Identität dieser Region und der Menschen, die hier leben geprägt.“ Saarstahl sei stolz auf die Investitionen und die Leistungskennzahlen des Werkes in Neunkirchen. Kunden aus Indien und Kanada, mit denen er gesprochen habe, hätten bestätigt, „dass hier Weltklasse-Stahl produziert wird“.



Saarstahl investiere weiter konsequent in die Zukunft. So habe man die Modernisierung von Anlagen in Völklingen und Burbach für 80 Millionen Euro auf den Weg gebracht, investiere 100 Millionen Euro in eine neue Stranggussanlage in Völklingen: Hartmann: „Wir wollen, dass die saarländische Stahlindustrie die modernste ist.“

425 Jahre Stahl aus Neunkirchen. Ministerpräsident Tobias Hans sprach von einem herausragenden Ereignis: „Das ist ein Stück Heimat für Neunkirchen.“ Hans unterstrich die Leistungsstärke des Werkes in Neunkirchen. „Was dort geleistet wird, macht diese Produktionsstätte zu einer der weltweit führenden.“ Die Investitionen des Unternehmens seien ein starkes Bekenntnis zum Standort.

Saarstahl stehe im internationalen Wettbewerb. Hier sagte Hans die Unterstützung der Landesregierung zu, um einen fairen Wettbewerb zu erreichen. Der Ministerpräsident sprach dabei den Streit um den EU-Emissionshandel ebenso an, wie Schutzzölle und Dumpingpreise. Hans: „Nur ein freier Handel kann am Ende erfolgreich sein.“

Vertriebsvorstand Klaus Richter warf in seiner Rede einen Blick in die Geschichte des Unternehmens. Als 1593 Eisen in Neunkirchen geschmolzen wurde, lag die Entdeckung Amerikas gerade einmal 101 Jahr zurück (1492). Als die USA gegründet wurden, wurde in Neunkirchen schon mehr als 180 Eisen hergestellt. In den mehr als vier Jahrhunderten hat das Werk mehrere Kriege, mehrfach den Wechsel der Staatszugehörigkeit und zahlreiche Eigentümerwechsel überstanden. Weiter sagte Richter: „Der Erfolg muss bemerkenswert sein: 425 Jahre zu überdauern und heute so zu strahlen.“

Saarstahl produziert auf den beiden Walzstraßen in Neunkirchen etwa 950 000 Tonnen Walzprodukte im Jahr. Etwa 70 Prozent davon gehen an Kunden in der Automobilindustrie. Weitere Abnehmer sind der Maschinenbau und die Elektroindustrie. In Neunkirchen sind rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt.