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Neun Kandidaten kämpfen auch in Heusweiler um Erststimmen

Neun Kandidaten kämpfen auch in Heusweiler um Erststimmen

Im Wahlkreis St. Wendel, zu dem Heusweiler gehört, kämpfen neun Kandidaten (mit sehr unterschiedlichen Erfolgsaussichten) um den direkten Einzug in den Bundestag – soviele wie in keinem anderen Wahlkreis an der Saar.

Die Wahlbenachrichtigungskarten sind verschickt, die Stimmzettel sind gedruckt, die Wahlämter in den Rathäusern haben geöffnet. Die Bundestagswahl 2013 ist angelaufen. Im Bundestagswahlkreis 298, St. Wendel, zu dem auch Heusweiler gehört, sind 183 944 Bürger in 16 Kommunen zur Wahl aufgerufen.

Jeder Wähler hat bei der Bundestagswahl zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählt er einen Kandidaten aus dem Wahlkreis direkt in den Bundestag (vorausgesetzt, der Kandidat bekommt genug Stimmen). Mit der Zweitstimme wählt er eine Partei und bestimmt damit, wie viele Sitze diese im neuen Bundestag bekommt. Wenn sie denn die Fünf-Prozent-Hürde überschreitet.

Im Wahlkreis St. Wendel kämpfen neun Kandidaten um die Erststimmen und damit den direkten Einzug in den Bundestag. Das ist die höchste Zahl in den saarländischen Wahlkreisen. Unter ihnen sind mit Nadine Schön, CDU, und Oliver Luksic aus Heusweiler, FDP, zwei Politiker, die schon jetzt im Bundestag als Abgeordnete mitarbeiten.

Christdemokratin Nadine Schön will ihren Wahlkreis verteidigen. Sie hatte bei der Wahl 2009 mit 40,1 Prozent der Stimmen das Direktmandat gewonnen. Rainer Tabillion von der SPD kam damals auf 30,9 Prozent und hatte damit sein Bundestagsmandat verloren.

Der Linken-Bewerber Hans-Kurt Hill erreichte 16,5 Prozent, Oliver Luksic, FDP, 6,8 Prozent. Er zog dennoch - über die Landesliste - in den Bundestag ein.

2009 gab es sechs Direktkandidaten, 2013 treten im Wahlkreis St. Wendel neun an: die Bundestagsabgeordnete Nadine Schön, CDU, aus Tholey, der Diplom-Verwaltungswirt Christian Petry, SPD, aus Illingen, der Kaufmann für Bürokommunikation Dennis Bard, Die Linke, aus Tholey, der Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic, FDP, aus Heusweiler, die Versicherungsfachfrau Iris Langguth, Grüne, aus Heusweiler, der Kommunikationstrainer Gerd Rainer Weber, Piraten, aus Schiffweiler, der Rechtsanwalt Peter Rüdiger Richter, NPD, aus Saarbrücken, der Kriminalbeamte Johannes Trampert, AfD (Alternative für Deutschland) aus Lebach und der Wirtschaftsingenieur Axel Magar, Partei der Vernunft, aus Tholey. Gewonnen hat der Kandidat, der die meisten Stimmen erhält.

Bei den Zweitstimmen haben die Bürger sogar die Auswahl unter zwölf Parteien: CDU, SPD, Linke, FDP, Grüne, Familie, Piraten, NPD, MLPD, AfD, pro Deutschland und Freie Wähler.

Zum Wahlkreis 298 gehören 16 Städte und Gemeinden (siehe Info). Insgesamt sind hier aktuell 183 944 Wahlberechtigte registriert. Das teilten Hauptamtsleiter André Hoen und seine Stellvertreterin Manuela Kleinbauer vom Landratsamt St. Wendel mit. Die Kreisverwaltung organisiert die Wahl in dem Wahlkreis. Vor Ort sind die jeweiligen Kommunen zuständig.

Die Bürger können in 268 Wahlbezirken des Wahlkreises ihre Stimme abgeben. Das sind einige weniger als 2009.

Damals gab es noch 281 Wahlbezirke. Damit die Wahl ordnungsgemäß läuft, sind mindestens 1900 ehrenamtliche Wahlhelfer im Einsatz.

Zum Thema:

Hintergrund Zum Wahlkreis 298 St. Wendel gehören alle Kommunen im Landkreis St. Wendel, zudem: Eppelborn, Illingen, Merchweiler, Ottweiler und Schiffweiler aus dem Landkreis Neunkirchen, Schmelz und Lebach aus dem Landkreis Saarlouis, sowie Heusweiler aus dem Regionalverband Saarbrücken. Bei den Zweitstimmen im Wahlkreis kam die SPD 2009 auf 25,4 Prozent (minus 8,1 Prozentpunkte), die CDU auf 34,6 Prozent (plus 1,1 Prozentpunkte), die Linke auf 19,2 Prozent (plus 2,2), die FDP auf 10,8 Prozent (plus 4), die Grünen auf 5,4 Prozent (plus 0,7). Die Piraten erreichten 1,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,2 Prozent (minus 5,1). vf