1. Saarland

Neugestaltung bleibt umstritten

Neugestaltung bleibt umstritten

Völklingen. Vor rund einem Jahr haben Oberbürgermeister Klaus Lorig und sein Forbacher Amtskollege Laurent Kalinowski gemeinsam die neu gestaltete Forbacher Passage in der Völklinger Innenstadt eingeweiht. Damals standen noch einige Arbeiten aus. Inzwischen ist nahezu alles abgeschlossen

Völklingen. Vor rund einem Jahr haben Oberbürgermeister Klaus Lorig und sein Forbacher Amtskollege Laurent Kalinowski gemeinsam die neu gestaltete Forbacher Passage in der Völklinger Innenstadt eingeweiht. Damals standen noch einige Arbeiten aus. Inzwischen ist nahezu alles abgeschlossen. Zuletzt installierte der Eifler Künstler Christoph Mancke Ende Juli seine Wasser-Spielskulptur aus tonnenschweren Granitsteinblöcken (wir berichteten). Wie Stadtsprecher Uwe Grieger mitteilt, konnte die Installation bisher noch nicht in Betrieb genommen werden, weil die Verfugung noch aushärten musste.Auf den ersten Blick wirkt die Forbacher Passage wie eine Oase der Ruhe. Neben den Objekten von Mancke laden hainartige Bepflanzungen, Grünflächen, Sitzgruppen und weitere Skulpturen zum Verweilen ein. Insgesamt investierte die Stadt rund 1,4 Millionen Euro hierfür, öffnete den Platz nach allen Seiten, sorgte für mehr Licht.

Als wenige Wochen nach der Eröffnung die SZ eine Umfrage unter den Bürgern und Anwohner machte, zeigte sich Buchhändler Peter Balzert zufrieden. Und auch ein Jahr später kann er seine Aussage von damals bestätigen. "Die Passage macht Völklingen attraktiver, ist aber nur ein Mosaiksteinchen". Auch Harald Handel, der gerade im Bücherbasar des Lions-Club mithilft, gefällt die Forbacher Passage. Leider sei aber nichts für Jugendliche getan. Die Absicht der Stadt, sich in der City zu engagieren, findet er gut: "Die Stadtmitte hat Vorrang, um Kunden und Besucher anzulocken".

Ein Aspekt, den auch Heide Wießner, Mitarbeiterin des Modegeschäfts Pretty Woman in der Rathausstraße, anspricht. Um mehr Kunden nach Völklingen zu locken, müsse mehr passieren, sagt sie. "In der Rathausstraße wäre das Geld besser angebracht gewesen, danach hätte man sich auf die Poststraße konzentrieren sollen." Schön angelegt findet sie die Passage, vermerkt aber, dass sie kaum Menschen zum Entspannen nutzten.

Dass die Passage schöner geworden sei, bestätigt Tanja Eddamouni von Wolf's Backparadies in der Poststraße. "Aber es gibt Dinge, die man hätte eher machen sollen. Hier ist zum Beispiel nichts da, was Jugendliche anspricht." Marina Milioti, Besitzerin das Sonnenstudios Super Sun, das direkt an die Forbacher Passage angrenzt, ist unzufrieden mit dem Konzept. "Die Forbacher Passage bringt der Stadt nichts", sagt Milioti. Sie sei in erster Linie Geldverschwendung . "Die Leute wollen keinen toten, leeren Platz", kaum jemand nutze ihn. Weil hier auch regelmäßig Jugendliche randalierten, wie sie sagt, hätten Kundinnen Angst und mieden die Passage.

Dass es in der Forbacher Passage ein Problem mit Randalierern gebe, streitet Völklingens Polizei-Chef Werner Michaltzik auf SZ-Anfrage ab. "Randale ist sicherlich das falsche Wort", sagt er. Bisher sei nur eine Strafanzeige erstattet worden: Jugendliche hätten sich in ihrer Wortwahl "ungebührlich benommen" und mit einem Ball gegen Schaufenster geschossen. "Wir werden der Sache jetzt nachgehen und unsere Kontaktpolizisten öfter dorthin schicken", so Michaltzik weiter. Gefahr bestehe auf dem Platz aber nicht. "Randale

ist sicherlich das falsche Wort."

Polizeichef Werner Michaltzik

Meinung

Sicherheit muss sein

Von SZ-RedakteurBernhard Geber

Künstlerisch die Note gut, Nutzwert eher gering und Atmosphäre ungemütlich: Diese zwiespältige Meinung über die Forbacher Passage dauert an. Es wäre aber vermessen, nun ein Jahr nach der Neugestaltung Wunderdinge zu erwarten. Die Forbacher Passage kann sich nur in dem Maße entwickeln, wie auch in die Leerstände rundum wieder Leben einzieht. Es darf aber nicht sein, dass sich Menschen unsicher fühlen. Hier sind neben der Polizei auch der kommunale Ordnungsdienst und der (von der Stadt engagierte) private Wachdienst gefordert.