Neues Programm von Julanda Jochnagel & Karl Wilhelm Hühnerfeld

Saar-Fastnacht : Bei Julanda wird Tobias Hans zum Hänsel

In ihrem neuen Programm nehmen Julanda & Hühnerfeld auch AKK und ihren Nachfolger aufs Korn.

Wer würde ihr widersprechen wollen? „Jetzt schreib’ bloß was Scheenes, dann klappt das aach mit unsere Offtritte!“ Also gut: Julanda Jochnachel ist selbstredend die Schönste, Klügste, Beste... Von den Kerlen seit je so heiß umschwärmt, dass sie sich einen Aufpasser an ihrer Seite „zulegen“ musste, der ihr die Galane vom Leib hält. Dabei kennt Herr von Hühnerfeld das Gigolo-Gewerbe selbst schon von reichlich alters her. Schließlich war er „Jahrzehnte Eintänzer im Tanzcafé Thomé in Quierschied“, dem einst heißesten Kellerclub zwischen Göttelborn und Fischbach.

Gut, wer Komik mit feiner Ironie gleichsetzt, kann bei Julanda – oder Helene Rauber wie sie jenseits der Fastnacht heißt – und ihrem überreifen Escortboy Karl Wilhelm Hühnerfeld (Willi Fries) bloß verzweifeln. Alle die aber, die in der Faasenacht gern richtig ablachen, lieben das Duo, das dank Schorsch Seitz mittlerweile zum urkomischen Trio gewachsen ist. „Fifty Shades of Fasel-Ohmend“ heißt ihr neues Programm. Und eben das ist Programm, das Schwadronieren, Dummschwätzen, Labern. Julanda stets unverblümt direkt, obwohl sich der feine Herr von Hühnerfeld seit zwei Jahren redlich bemüht, ihren Brachialcharme zu kultivieren.

Diese Session muss Julanda sogar aufs glatte Tanzparkett. Zwangsläufig. Da ihre bisherige Stammbühne, der „Blaue Hirsch“ in St. Arnual, verkauft wurde, die traditionsreiche Kleinkunstbühne derzeit renoviert wird, brauchten sie ein neues Quartier. Im „Saarrondo“ (Termin: 2. März, eventuell auch am 3. März) am Saarbrücker Eurobahnhof haben sie es gefunden, dem Sitz der Tanzschule Bootz-Ohlmann. „Und da werde ich ihr den Chachacha schon beibringen“, meint Willi Fries alias Hühnerfeld. Vielleicht sogar einen heißen Tango.

Überhaupt sind sich (zumindest) die Bühnenfiguren offenbar nähergekommen. Erklärte Julanda voriges Jahr noch kategorisch: „Sex gebt’s net, das koscht jo extra“. Sagt Hühnerfeld jetzt: „Bei den Problemen sind wir noch per Sie, bei den Gefühlen vielleicht schon per Du“. Das lässt ja einiges erwarten. Zumal sich noch ein Dritter dazwischen drängt, Schorsch Seitz. Der Mundart-Entertainer hat Rauber und Fries nicht nur zusammengebracht, nachdem Rauber ihr langjähriger Bühnenpartner Jääb (Günther Tannrath) abhanden gekommen war, Seitz schreibt auch die kultigen Songs für das Programm, und mischt auch auf der Bühne munter mit.

Damit ist das erweiterte Doppel in der Saar-Faasenacht gefragt. In der Fernsehsitzung wie im ganzen Land. Doch Julanda und Hühnerfeld haben längst nicht nur in der Session Konjunktur, auch jenseits der Fastnacht bauen sie ihre Auftritte kontinuierlich aus. Die Mischung aus schrillen Pointen und ungebremster Improvisationslust kommt an. Zumal Julanda/Rauber nun quasi auch Hofkomikerin geworden ist. Sie wie Ministerpräsident Tobias Hans kommen aus Münchwies. Und sicher ist, dass „AKK und ihr Märchenprinz“, oder „Hänsel und Gretel“ wie sie bei Julanda und Hühnerfeld nur noch heißen, ihren Teil abbekommen werden.

Die Nachfrage nach ihren Auftritten steige und steige jedenfalls, sagen Fries und Rauber. Mehr lasse beider Terminkalender aber nicht zu. Denn zwischendurch rufen auch noch Film und Fernsehen. Willi Fries, Saarbrücker Kleinkunsturgestein, hat vor kurzem noch für einen „Freitagabendfilm“ der ARD in Ottweiler gedreht, spielte den „Hausmeister Düppenweiler“ in der „Villa Eva“, einem ehrenwerten Haus, in dem eine Gräfin mit Alt-68er-Vergangenheit residiert. Und Helene Rauber produzierte mit dem SR kürzlich „Julandas Heimsuchung“, wobei sie fast ihr Herz an einen Bäcker in Bliesmengen-Bolchen verloren hätte. Ein Glück, dass Herr von Hühnerfeld von all dem nichts ahnt...

Fifty Shades of Fasel-Ohmend: 2. März, 20 Uhr, Saarrondo am Eurobahnhof Saarbrücken (eventuell Zusatztermin am 3. März). Karten gibt es bei ticket-regional.de

www.saarbruecker-zeitung.de/fastnacht/

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