1. Saarland

Neues Hörnchen aufgetaucht

Neues Hörnchen aufgetaucht

Im Neuweiler Forst, da tut sich was. Vor wenigen Tagen ist ein neues Grauhörnchen aufgetaucht. Neunkirchens Zoodirektor Norbert Fritsch und der Nabu haben sich ausgiebig mit dem Fund beschäftigt.

 Dies ist das Grauhörnchen, das schon mehrfach Menschen angefallen hat. Foto: Lange
Dies ist das Grauhörnchen, das schon mehrfach Menschen angefallen hat. Foto: Lange Foto: Lange

Dass das Grauhörnchen, das vergangenes Jahr für Schlagzeilen sorgte, offenbar noch lebt, das haben wir vor wenigen Wochen erfahren (SZ vom 11. April). Nun aber gibt es sogar Fotos von ihm. Und darüber hinaus auch von einem offenkundig jüngeren Tier, das unserem Leser Hans Lange in Neuweiler vor die Kamera lief. "Dieser kleine Kerl stand nur ein paar Zentimeter hinter der Terrassentür", schreibt er. Erst als Langes Hunde anmarschierten, trat der kleine Wicht den ,,geordneten Rückzug" an. Offenbar ist dieses Hörnchen nett und zutraulich. Im Gegensatz zu unserem "alten Bekannten", der schon mehrfach Menschen angesprungen und gebissen hat. So hat auch kürzlich noch Monika Haas mit dem aggressiven ,,Viech" Bekanntschaft gemacht. Sie, die in Bayern lebt und regelmäßig zu Besuch im Saarland ist, war auf dem Heimweg vom Altenheim in Neuweiler, als unterhalb des Berufsbildungszentrums der Vierbeiner auftauchte. Sie freute sich über den unerwarteten Anblick. Doch diese Freude sollte nicht lange vorhalten. Denn es sprang die Frau ganz plötzlich an, "verkrallte sich in meine Kopfhaut und rannte hektisch über meinen Rücken". Zweimal gelang es Monika Haas, das Tier abzuschütteln, ein dritter Angriff unterblieb, so dass die Frau ihren Weg fortsetzen konnte. Am Ende merkte sie, dass sie an der linken Hand und an der Nase blutete.

Mit den Hörnchen hat sich am Freitag auf Bitten der SZ der Naturschutzbund (Nabu) Saar beschäftigt. Geschäftsstellenleiter Wendelin Schmitt wusste Rat, indem er den Neunkircher Zoodirektor Norbert Fritsch kontaktierte.

Schmitt schickt voraus, dass sich Eichhörnchen und Grauhörnchen untereinander nicht fortpflanzen. Was nun aber das neu aufgetauchte Tier angeht, so handelt es sich nicht um ein ganz junges Exemplar, sondern um eines, das wohl schon im vergangenen Jahr das Licht der Welt erblickte. Man könne annehmen, so Schmitt, dass beide Grauhörnchen entweder aus Gefangenschaft ausgebüxt sind oder ausgesetzt wurden. Bei dem älteren Tier handele es sich wohl um ein Männchen, wie auch unser Leser Hans Lange in seiner E-Mail schrieb. Die Männchen, so Schmitt, seien angriffslustiger als die Weibchen. Sollte nun das erst kürzlich aufgetauchte Tier ein Weibchen sein, dann stünde der Vermehrung wohl nichts im Weg.

In England haben die grauen Vierbeiner die Eichhörnchen bereits erfolgreich verdrängt. Die größte Gefahr der flächendeckenden Verbreitung für uns Mitteleuropäer aber kommt aus Norditalien, wie im Nabu-Magazin "Naturschutz heute" nachzulesen ist. Vor Jahrzehnten dort ausgesetzt, haben sie sich mittlerweile so gut etabliert, dass sie sich bald anschicken könnten, den Alpenbogen zu umrunden oder zu überspringen - auch mit gravierenden Folgen für die Forst- und Landwirtschaft, wie es im Nabu-Magazin heißt.