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Neuer Tourismus-Masterplan bis 2020

Neuer Tourismus-Masterplan bis 2020

Saarbrücken. Bisher arbeiteten die verschiedenen Behörden und öffentlichen Unternehmen für Tourismusförderung im Großraum Saarbrücken zu sehr nebeneinanderher. Das hat jüngst das Gutachten der Kölner ift Freizeit und Tourismusberatung festgestellt (wir berichteten). Mit der "Tourismusstrategie Region Saarbrücken 2020" soll sich das jetzt ändern

Saarbrücken. Bisher arbeiteten die verschiedenen Behörden und öffentlichen Unternehmen für Tourismusförderung im Großraum Saarbrücken zu sehr nebeneinanderher. Das hat jüngst das Gutachten der Kölner ift Freizeit und Tourismusberatung festgestellt (wir berichteten). Mit der "Tourismusstrategie Region Saarbrücken 2020" soll sich das jetzt ändern.Bei der rund ein Jahr währenden Erarbeitung dieses neuen Tourismus-Masterplans für die Region saßen zahlreiche Akteure mit am Tisch. Neben den Auftraggebern Regionalverband Saarbrücken und Kontour wirkten auch Vertreter der Tourismuszentrale Saar, der Landeshauptstadt und der Stadt Völklingen mit.

Zusätzlich bezog die ift Erfahrungen und Anregungen von weiteren Experten aus dem Tourismus-Sektor der Region mit ein. Diese neuen Kooperations-Strukturen wolle man beibehalten, wenn es jetzt an die Umsetzung der Strategie gehe, erklärte Birgit Hoffmann, Projektverantwortliche beim Regionalverband, am Dienstag im Festsaal des Saarbrücker Schlosses. Dort fand eine Präsentation der Ziele, Leitlinien und des konkreten Arbeitsprogramms für und mit allen Beteiligten statt. 60 Projekte und Maßnahmen schlägt die Strategie-Studie zur Umsetzung in den nächsten zehn Jahren vor, um die Region touristisch besser aufzustellen.

Warum sich das lohnt, rechnete ift-Geschäftsführer Jan-F. Kobernuß vor. 2010 habe es im Regionalverband 530 000 Übernachtungsgäste gegeben sowie 1,7 Millionen Tagestouristen, wovon vor allem die Landeshauptstadt profitiere. Da ein Gast im Durschnitt pro Tag 122 Euro ausgebe, erbringe der Tourismus einen Umsatz von etwa 270 Millionen Euro im Regionalverband. Woran nicht nur die Gastronomie, sondern auch der Einzelhandel verdiene, den 64 Prozent der Gäste nutzten. "Tourismus ist aktive Wirtschaftsförderung" bekräftigte auch Sven Uhrhan, Fachdienstleister Regionalentwicklung beim Regionalverband. Indem Tourismusprojekte die Attraktivität der Region steigerten, trügen sie auch zur Verminderung der Abwanderung bei.

Doch womit lockt man Gäste aus einer Entfernung von 120 Fahrminuten nach Saarbrücken? Denn erst in diesem Umkreis findet man ein deutlich größeres Bevölkerungspotenzial, um die Touristenzahlen zu steigern. Mit Frankreich-Nähe? Mit Wandern und Radfahren? Dafür plädiert unter anderem die Tourismusstrategie. Hört man Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor der Völklinger Hütte, so funktioniert es am besten mit einem Leuchtturm wie dem Weltkulturerbe. 56 Prozent seiner Besucher kämen aus einem Kreis von über 100 Kilometern, nur 33 Prozent aus dem Bereich bis 50 Kilometer, habe Besucherforschung der Völklinger Hütte ergeben. Für die meisten sei das Weltkulturerbe zudem der einzige Besuchsgrund, sie nähmen kein weiteres touristisches Angebot wahr. Was wiederum auch beweist, wie wichtig es ist, was die Akteure rund um Saarbrücken jetzt vorhaben: gemeinsam planen, qualitätvolle Angebote schaffen und verknüpfen, um sie schließlich gemeinsam zu vermarkten.