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Neue Nutzung für altes Schloss rückt näher

Neue Nutzung für altes Schloss rückt näher

Großrosseln. Schon zu Jahresanfang hatte Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) es angekündigt: Der Regionalverband Saarbrücken, die Gemeinde Großrosseln und die Stadt Völklingen würden einen Zweckverband gründen, um das Karlsbrunner Jagdschloss vom Land zu übernehmen und neu zu nutzen. Und zwar noch im Januar

Großrosseln. Schon zu Jahresanfang hatte Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) es angekündigt: Der Regionalverband Saarbrücken, die Gemeinde Großrosseln und die Stadt Völklingen würden einen Zweckverband gründen, um das Karlsbrunner Jagdschloss vom Land zu übernehmen und neu zu nutzen. Und zwar noch im Januar. Dabei war offenkundig ein wenig Wunschdenken im Spiel - ganz so schnell ist es nicht gegangen.Doch jetzt kommt die Sache in Bewegung. Der Hauptausschuss des Großrosseler Gemeinderates hat am Dienstagabend in nichtöffentlicher Sitzung über das Thema "Zweckverband Regionalentwicklung Warndt" beraten - und hat, wie Dreistadt auf SZ-Nachfrage mitteilte, dem Rat empfohlen, die Verbands- Gründung mitsamt der vom Regionalverband erarbeiteten Satzung zu beschließen. Wenn der Rosseler Rat das am Donnerstag, 21. März, "hoffentlich" (Dreistadt) tut, sei die Sache aber noch nicht fertig, betont der Rathauschef. Die Kooperation braucht auch Zustimmung vom Völklinger Stadtrat und der Regionalversammlung. Die Zweckverbands-Gründung, das habe die saarländische Innenministerin Monika Bachmann (CDU) klargestellt, sei unabdingbare Voraussetzung dafür, dass das Land das Jagdschloss abgebe.

Doch die Zusammenarbeit im Zweckverband soll sich nicht nur darauf beschränken, das denkmalgeschützte barocke Schlösschen zu einer Art Warndt-Zentrum zu machen, sagt Dreistadt. Deshalb sei er froh über die weit gefasste Formulierung "Regionalentwicklung Warndt". Unters Dach des Zweckverbandes soll auch die Lokale Aktionsgemeinschaft (LAG) Warndt schlüpfen, die das europäische Leader-Förderprogramm für die Region betreut. Das spare Verwaltungskosten. Und öffne das Arbeitsfeld des Zweckverbandes.

Wenn es nach Dreistadt geht, soll die neue Gründung etliche weitere Projekte unter ihre Fittiche nehmen. Zum Beispiel das Erlebnisbergwerk Velsen. Das sei sehr wichtig für die Region. Um es zu erhalten, muss auf lange Sicht ein öffentlicher Träger her - "warum nicht der Zweckverband?", fragt Dreistadt. Den Verein, der sich jetzt ums Erlebnisbergwerk kümmert, könne man dabei einbeziehen, der Zweckverband sei ja offen für zusätzliche Partner.

Eine Chance bedeute die Neugründung auch für die beiden Schlammweiher St. Charles zwischen Großrosseln und Dorf im Warndt. "Ich bin sehr dafür, dass wir dort Photovoltaik installieren", sagt Dreistadt. Die bringe nämlich Geld in die Kasse, um das reizvolle Biotop des kleineren Weihers zu erschließen und zu pflegen. Doch trotz Profit-Aussicht könne die Gemeinde die Investition nicht stemmen, "wir bekommen die Kredite nicht" - für den Zweckverband sehe das anders aus.

Diese Ideen seien aber mit den Partnern noch nicht abgestimmt, "es sind bisher nur meine Spinnereien", sagt Dreistadt lachend. Erst einmal gehe es ums Karlsbrunner Jagdschloss - und da ist nun der erste Schritt getan. Foto: Jenal