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Neue Funktion für alte Kita gesucht

Neue Funktion für alte Kita gesucht

Frankenholz. Auf der einen Seite der Frankenholzer Höcherbergstraße nimmt die neue Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zunehmend und schneller als von vielen erwartet Form an. Der bislang in Teilen fertiggestellte Rohbau verheißt Zukunft

Frankenholz. Auf der einen Seite der Frankenholzer Höcherbergstraße nimmt die neue Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zunehmend und schneller als von vielen erwartet Form an. Der bislang in Teilen fertiggestellte Rohbau verheißt Zukunft. Aber wie geht es weiter auf der anderen Seite der Straße, dort wo heute noch der städtische Kindergarten bis zu seinem Umzug ins neue Heim sein Zuhause hat. Darüber machen sich viele Frankenholzer ihre Gedanken. Immerhin hat das jahrelang genutzte Gebäude durchaus historischen Wert und könnte in der Zukunft auch wieder an Bedeutung für das Gemeinschaftsleben gewinnen. So zumindest sieht es Bürger Manfred Barth, der seinen eigenen Vorschlag zur Zukunft des Baus an Frankenholz' Ortsvorsteher Rudi Müller bei dessen Besuch in unserer Redaktion (wir berichteten) so formulierte: "Wäre es nicht möglich, dass das jetzige Gebäude des städtischen Kindergartens, früher Grubenschlafhaus, Gruben-Hauswirtschaftsschule und auch Rathaus der ehemals selbstständigen Gemeinde Frankenholz, wie das Schulhaus in Höchen, zu einem Haus der Vereine werden könnte?"Der Gedanke scheint verlockend. Denn: Im Januar 2013 soll die Kindertagesstätte in die neuen Gebäude ziehen, dann würde der bisher genutzte Bau an der Höcherbergstraße leer stehen. Und sollte er dies nach dem Auszug noch zwei Jahre lang tun, "dann kann das Gebäude abgerissen werden. Ein entsprechender Stadtratsbeschluss besteht", so Müller.

Da käme eine Nutzung für die Vereine als Gemeinschaftshaus natürlich genau richtig. Doch bei seinem Besuch in unserer Redaktion gab Rudi Müller, angesprochen auf diesen Vorschlag, einiges zu bedenken. "Wenn wir dieses Haus zu einem Heim für Vereine machen würden, dann könnte das Folgen haben. Spätestens ein Jahr, nachdem die Vereine dort eingezogen wären, also Ende 2013, hätte wohl jeder dieser Vereine in seinem Raum eine Küche, einen Kühlschrank, Getränke. Das ganze Vereinsleben, das sich bisher in den Lokalen und Wirtschaften in Frankenholz abspielt, würde sich dorthin verlagern. Und genau das würde bedeuten, dass die Lokalitäten im Dorf leer wären." In diese Richtung könnte es gehen, befürchtet Rudi Müller. Zudem, so Frankenholz' Ortsvorsteher, könne er sich angesichts der aktuellen Haushaltslage nicht vorstellen, "dass die Stadt weiterhin so großzügig mit ihren Liegenschaften umgeht". Im Klartext: "Alles kommt auf den Prüfstand. Denn ein solches Gebäude wie das frühere Frankenholzer Bürgermeisteramt muss ja auch unterhalten werden. Und auch wenn es leer steht, muss es dennoch geheizt werden. Und wenn man es nicht heizt, dann fällt einem das Gebäude unter den Fingern zusammen."

Es bleibt also vorerst offen, ob sich das bisherige Zuhause der Frankenholzer Kindertagesstätte in der Zukunft behaupten kann. Findet sich kein solventer Käufer oder Mieter innerhalb der vom Stadtrat gesetzten Zwei-Jahres-Frist, so könnten, auch mit Blick auf die Unterhaltungskosten und die leeren städtischen Kassen, die Bagger anrollen. Allerdings, so Müller: "Dieser Beschluss wurde im Rat vor 2009 getroffen. Inzwischen ist der Stadtrat neu gewählt. Und natürlich kann ein solcher Beschluss auch gekippt werden."Foto: simmet press