1. Saarland

Neue Erde für die Toten

Neue Erde für die Toten

Püttlingen. "Müde Böden, zähe Leichen" - so titelten die Kollegen von der Wochenzeitung "Die Zeit". Das Problem kennt man deutschlandweit: Lehmige Böden, moderne Kleidung und robuste Särge tragen dazu bei, dass auf Friedhöfen Verwesungs-Prozesse nicht richtig vonstatten gehen

Püttlingen. "Müde Böden, zähe Leichen" - so titelten die Kollegen von der Wochenzeitung "Die Zeit". Das Problem kennt man deutschlandweit: Lehmige Böden, moderne Kleidung und robuste Särge tragen dazu bei, dass auf Friedhöfen Verwesungs-Prozesse nicht richtig vonstatten gehen. Deshalb finden, nicht nur in Püttlingen, Friedhofs-Mitarbeiter mancherorts auch noch nach der üblichen 25-jährigen "Liegezeit" beim Neuanlegen von Grabfeldern häufig unverweste Leichen. Mit einem neuartigen Verfahren soll nun das Problem auf dem Friedhof Köllerbach gelöst werden (wir berichteten), der Stadtrat gab jetzt Grünes Licht dazu. Auf dem Köllerbacher Friedhof wird der Platz für die letzte Ruhe nämlich knapp, so dass der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Beschluss fasste, ein von der Liegezeit her abgelaufenes Grabfeld sanieren zu lassen. Die dabei notwendige Exhumation (Ausgrabung und Umbettung) der vor mindestens einem viertel Jahrhundert bestatteten Toten soll von dem deutschen Unternehmen Cemterra durchgeführt werden, das seit Jahrzehnten mit solchen Arbeiten vertraut ist und diese, allen Referenzen zufolge, auch mit der in diesem Fall gebotenen Pietät durchführt, hieß es in der Begründung. Gleichzeitig mit der Arbeit von Cemterra wird in dem Köllerbacher Grabfeld durch die saarländische Baufirma Jablonski & Busch die Erde komplett ausgetauscht und durch ein Gemisch aus Muttererde, Kies und Holzhackschnitzeln ersetzt, das in Zukunft eine raschere Verwesung als bisher ermöglichen soll. Das Alles kostet seinen Preis: Die dafür veranschlagten Ausgaben belasten den städtischen Haushalt voraussichtlich mit 260000 Euro. Die Arbeiten haben bereits begonnen.