Neue Anklagen in der LSVS-Finanzaffäre

Landessportverband : Neue Anklagen in der LSVS-Finanzaffäre

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt frühere Verantwortliche wegen einer Beförderung der Untreue.

In der Finanzaffäre um den Landessportverband (LSVS) soll es zu weiteren Anklagen kommen. Das meldete am Donnerstag der Saarländische Rundfunk. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt dem Bericht zufolge die früheren Präsidiumsmitglieder Klaus Meiser, Franz Josef Schumann und Karin Nonnweiler der Untreue. Gegen weitere Sportfunktionäre sollen die Ermittlungen noch laufen. Hintergrund ist die Höhergruppierung einer Angestellten durch das Präsidium – entgegen der Empfehlung einer vom LSVS bezahlten Expertin. Dadurch soll laut SR ein Schaden von mehr als 12 000 Euro entstanden sein.

Angeblich erneut angeklagt: Der frühere LSVS-Vize Franz-Josef Schumann. Foto: Ruppenthal

Der Sportverband wollte die Mitarbeiterin vor drei Jahren befördern. Sie sollte die Leitung einer Geschäftsstelle an der Hermann-Neuberger-Sportschule übernehmen. Als es um die Bezahlung der Frau ging, bat man Sigrid Morsch um ihre Einschätzung. So berichtete es die frühere CDU-Bürgermeisterin von Oberthal kürzlich im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Finanzaffäre. Morsch beriet den LSVS in Fragen des öffentlichen Tarifrechts. Denn die LSVS-Beschäftigten werden wie im Landesdienst bezahlt. Morsch verfasste zu der Beförderung ein neunseitiges Gutachten. Ein Handicap: Eine Stellenbeschreibung gab es nicht. Sie kam zu dem Schluss, dass für die Mitarbeiterin die Entgeltgruppe E 9 „angemessen gewesen“ wäre, sagte Morsch im Parlament.

Allerdings: Die Frau befand sich bereits in der E 11. Und das Präsidium entschied, sie nun in die E 12 einzugruppieren. Eine Personalrätin begründete das im Ausschuss mit der Gleichstellung gegenüber einem männlichen Beschäftigten in gleicher Position. In der E 9 liegt das Einstiegsgehalt derzeit bei 2750 Euro – rund 560 Euro weniger als in der E 12 (3310 Euro). Morsch sagte im Untersuchungsausschuss, sie sei „verschnupft“ gewesen, dass das Präsidium ihrer Expertise nicht folgte. Sie will gegenüber den Verantwortlichen auch zweierlei Maß bei der Überprüfung der Gehälter beklagt haben: „Ihr könnt nicht bei den Kleinen alles tarifgerecht wollen und bei den Großen machen, was ihr wollt.“ Dazu muss man wissen: Die Geschäftsführer zählen verbandsintern zu den Besserverdienern. Nun befasst sich die Staatsanwaltschaft mit der umstrittenen Personalie.

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