Nazis im Schafspelz

Homburg · Im Homburger Rathaus zeigt das Adolf-Bender-Zentrum noch bis zum 17. Mai die Ausstellung „Hass ist ihre Attitüde“ zum Rechtsextremismus. Sie zeigt, wie versucht wird, rechtes Gedankengut in jugendlichen Alltagskulturen zu etablieren.

Mit dem Thema Rechtsextremismus beschäftigt sich die Ausstellung "Hass ist ihre Attitüde" des Adolf-Bender-Zentrums (ABZ), die noch bis zum 17. Mai im Foyer des Homburger Rathauses zu sehen ist. Veranstalter ist das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Homburg. Die mittlerweile dritte Auflage dieser vom Saarland unterstützten Ausstellung zeigt ganz konkret an zahlreichen Beispielen, wie versucht wird, rechtes Gedankengut in jugendlichen Alltagskulturen zu etablieren. Ebenso werden Strategien rechter Gruppierungen sowie die Rolle der NPD dargestellt.

"Rechtsextremismus ist ein wichtiges Thema, das immer wieder beackert werden muss", erklärte der städtische Beigeordnete Rüdiger Schneidewind bei der Eröffnung der Ausstellung. Dabei wies er auf die Gründung des Bündnisses "Vielfältig statt einfältig" in Homburg hin, welches aufgrund der Kundgebung des Nationalen Widerstandes im vergangenen Jahr sowie der jüngsten Ereignisse Anfang März mehr denn je angebracht sei: "Viele Gruppen machen hier mit". Er forderte die Schulen auf, die Ausstellung im Rathaus zu besuchen und sich bei einer Führung mit einem Mitarbeiter des Adolf-Bender-Zentrums über das Thema informieren zu lassen. "Prävention ist wichtig", stellte der Beigeordnete fest und erinnerte gleichzeitig daran, dass Rechtsextremismus nicht nur ein Jugendthema sei.

Eröffnet wurde die aus 25 Tafeln bestehende Wanderausstellung mit einem Fachvortrag. Uwe Albrecht von der Fachberatungsstelle gegen Rechtsextremismus im Beratungsnetz gegen Rechtsextremismus im Saarland befasste sich mit der Geschichte des Rechtsextremismus, der Rolle der Frau im Rechtsextremismus, der vielfältigen Symbolik, Codes und Musik des heutigen Rechtsextremismus, ging aber auch ganz konkret auf die Situation im Saarland ein. Wie Uwe Albrecht vom Adolf-Bender-Zentrum erklärte, reiche Rechtsextremismus heute von einer bürgerlich-konservativen Fassade bis hin zum modernen Look mit popkulturellen Elementen. Nicht immer sei die rechtsextreme Ideologie auf den ersten Blick zu erkennen, was dazu führe, dass der erste Kontakt leider oftmals erleichtere werde.

Doch an den rassistischen, antisemitischen und fremdenfeindlichen Inhalten habe sich aber nichts geändert, so Uwe Albrecht in seinem informativen Vortrag, der mit Videoeinspielungen abgerundet wurde. "Wir finden es gut, dass auf dieses Thema aufmerksam gemacht wird", meinten die beiden Schüler Andreas Ecker und Isabelle Schubert. Sie gehören der historisch-politischen Arbeitsgemeinschaft am Johanneum an und engagieren sich mit anderen Schülern in gesellschaftspolitischen Projekten. Sie seien auf diese Ausstellung "angemessen" vorbereitet worden und es werde sicherlich auch eine Nachbereitung geben, betonte Ecker.

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Auf einen BlickDie Ausstellung "Hass ist ihre Attitüde" des Adolf-Bender-Zentrums St. Wendel im Foyer des Homburger Rathauses dauert noch bis zum 17. Mai und kann während der normalen Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden. Zur Ausstellung werden Führungen für Schulklassen ab Klassenstufe sieben unter der Leitung eines Mitarbeiters des Adolf-Bender-Zentrums angeboten. Weitere Informationen und Führungsbuchungen gibt es beim Kinder- und Jugendbüro der Stadt Homburg bei Sandra Schatzmann unter Telefon (0 68 41) 10 11 44 oder per Mail unter sandra.schatzmann@homburg.de re

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