1. Saarland

Narrenfreiheit für die Kultur

Narrenfreiheit für die Kultur

Also bei uns in der Redaktion sah man gestern nur sehr wenige "verboozte" Leute. Eine Kollegin hatte ein paar aparte Teufels-Hörnchen auf. Eine andere trug immerhin ein Tüll-Röckchen, und der eine oder andere Mann hatte ausnahmsweise mal eine Krawatte um. Ansonsten herrschte weitgehend Normalität - kleidermäßig

Also bei uns in der Redaktion sah man gestern nur sehr wenige "verboozte" Leute. Eine Kollegin hatte ein paar aparte Teufels-Hörnchen auf. Eine andere trug immerhin ein Tüll-Röckchen, und der eine oder andere Mann hatte ausnahmsweise mal eine Krawatte um. Ansonsten herrschte weitgehend Normalität - kleidermäßig. Seit Jahren verstärkt sich der Eindruck, dass die Fastnacht im Alltag an Bedeutung verliert. Und es gibt eine wachsende Zahl von Menschen, die ihr gar ausdrücklich aus dem Weg gehen. Vor ein paar Jahren noch wäre das schwierig gewesen. Kulturell fand neben Tätärätätä und Humtata nicht viel statt. Aber heutzutage? Kein Problem. Es gibt viel Kultur jenseits der fünften Jahreszeit. Und das sogar für die Kinder, die ja im Allgemeinen aus den Fastnachts-Klamotten kaum rauszukriegen sind. Zum Beispiel heute (Freitag): Da spielt um 16 Uhr das Rennquintett ein Kinderkonzert in der Musikhochschule. Wer die lustigen Musikanten um den Musikprofessor Peter Leiner mal erlebt hat, der weiß: Unterhaltsamer, einprägsamer und kindgerechter kann man Musik kaum präsentieren. Ein unbedingtes Muss für Kinder ab sechs Jahren. Und es hat keiner was dagegen, wenn die Knirpse als Cowboys, Prinzessinnen oder Harry Potters kommen. (Karten zu fünf Euro an der Tageskasse. www.hfm.saarland.de).Eine garantiert fastnachtsfreie Zone ist die Sparte4. Das wird Sparte-Chef Christoph Diem nicht müde zu betonen. So oder so lohnt sich hier heute Abend der Besuch besonders. Da findet nämlich endlich der schon länger versprochene Stadtsalon zum Thema "Vorurteil, Image und Wirklichkeit. Saarbrücken in der Außenansicht" statt. Dazu haben die listigen Salon-Plauderer Diem und Igor Torres (Architekturbüro baubar) unter anderem den Berliner Professor Werner Sewing eingeladen. Der kennt Saarbrücken noch gar nicht und schaut es sich heute einen Tag lang an. Sehr spannend dürfte das werden. Los geht es um 21 Uhr. Der Eintritt ist frei. Also, nix wie hin und Saarbrücken verteidigen! Und weil am Sonntag Valentinstag ist, noch ein kleiner Tipp für Leute, die gern tanzen und Jazz mögen. Im Kulturbistro Malzeit (Scheidter Straße1) gestaltet die Sängerin Petra Lamy wieder ein Bar-Jazz-Konzert - vielleicht nix für 18-Jährige, aber für alle anderen einfach wunderbar. (www.kwsb.de).