1. Saarland

„Nahtoderlebnisse ändern unser Menschenbild“

„Nahtoderlebnisse ändern unser Menschenbild“

130 Männer und Frauen wollten mehr wissen über ein Thema zwischen Himmel und Erde, das fasziniert. Im Dudweiler Bürgerhaus ging es um die Nahtoderlebnisse etlicher Menschen. Der Biologe und Autor Dr. Ulrich Warnke referierte darüber.

Das Thema Tod ist so alt wie der Mensch selbst. Doch die Fragen "Was passiert mit uns nach dem Tod?", "Gibt es ein Leben danach?" und "Sind wir mehr als unser Körper, unser Gehirn?" sind bis heute nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt.

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Wissenschaft systematisch Nahtoderlebnisse untersucht, um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, erklärte der Biologe und Autor Dr. Ulrich Warnke, langjähriger Dozent der Saar-Universität bei seinem Vortrag "Nahtoderlebnisse ändern unser Menschenbild" im Bürgerhaus Dudweiler.

Der aufgeklärte Mensch des 21. Jahrhunderts ist skeptisch - Menschen, die Nahtoderlebnisse schildern, werden nicht selten, mal platt ausgedrückt, als esoterische Spinner abgestempelt. Doch sie befinden sich in renommierter Gesellschaft: Das Nahtod-Buch des Neurochirurgen und Harvard-Professors Eben Alexander befindet sich seit Monaten auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Auch Warnkes Bücher verkaufen sich gut. Ein YouTube-Video, das ihn bei einem Workshop zeigt, hat mittlerweile mehr 200 000 Clicks. Und auch die rund 130 Besucher im Bürgerhaus Dudweiler zeigten: Das Thema "Was passiert mit uns nach dem Tod" stößt mehr und mehr auf Interesse.

Auffallend sei bei allen Nahtod-Betroffenen, dass sich ihre Schilderungen stark ähneln - unabhängig von "Parametern wie Bildung, Religion, Alter oder Wohnumgebung". Heute werden, dank der modernen Medizin, immer mehr Menschen zurückgeholt. Doch "Erfahrungen", so Warnke, "kann keine Wissenschaft messen". Alles spreche jedoch dafür, dass mit dem Erlöschen der Gehirnaktivität das Leben keineswegs vorbei ist. Im Gegenteil: "Der Körper verlässt lediglich die Geist-Seele." Meist würden die Nahtod-Erfahrenen beschreiben, dass sie sich vom Körper loslösen und von oben die Szenerie ihres Krankenbettes außerkörperlich beobachten. Danach würden sie einen Tunnel sehen, an dessen Ende ein warmes Licht erstrahlt. Für Warnke ist klar: Ab da begibt sich die Seele auf den Weg in die "Interwelt" - einer "reinen Geist-Seelen-Welt". "Spekulativ" sei die "Interwelt identisch mit der Masse-freien Vakuumphase" aus der modernen Quantenphysik: "Wir haben in uns einen Raum, der besteht nicht aus Masse. Das sogenannte Vakuum. Die Physik weiß nicht genau, welche Information, welche Energie da drin steckt". Aber "die sogenannte Dunkle Materie, Dunkel Energie, sowie Higgs-Feld und Gravitationsfeld" beschäftigt Physiker weltweit. Die moderne Quantenphysik wird schließlich den Schlüssel zu allen unbeantworteten Fragen liefern, ist sich Warnke sicher. Eines ist jetzt schon klar: Die Menschen, die dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen sind, änderten danach ihr Leben. Das Interesse an Macht oder Besitztümern nahm ab; in den Vordergrund traten Familienleben, Natur, Mitgefühl, Liebe und soziale Gerechtigkeit.

Glaubt man Warnkes Ausführungen, so muss sich keiner mehr vor dem Tod fürchten: "Der Tod ist" dann lediglich "ein neuer Übergang, diesmal eben nicht als Geburt in die irdische Welt, sondern zurück in die rein geistig-seelische Interwelt."