Närrisches Finale in Großrosseln

Närrisches Finale in Großrosseln

Großrosseln. Kein Karnevalsumzug am Fastnachtsdienstag ohne das Rossler Lied. "Mir Rossler sinn doll-doll" schallt es aus den Lautsprechern, sobald das Blaulicht des Polizei-Führungsfahrzeugs zu sehen ist. Wie auf Kommando beginnen alle in Hörweite mit dem Schunkeln und singen aus voller Brust mit

Großrosseln. Kein Karnevalsumzug am Fastnachtsdienstag ohne das Rossler Lied. "Mir Rossler sinn doll-doll" schallt es aus den Lautsprechern, sobald das Blaulicht des Polizei-Führungsfahrzeugs zu sehen ist. Wie auf Kommando beginnen alle in Hörweite mit dem Schunkeln und singen aus voller Brust mit. So auch gestern, als Tausende an der Umzugsstrecke bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Bewegung dringend nötig hatten.Herold Adolf Herth führte den Zug traditionell an, wenige Meter dahinter, nur von der Fußgruppe "Red Hat Ladies" getrennt, folgte Zugführer Karl Fuss in einer fahrenden Bütt hinter der das Motto der Großrosselner Karnevalsgesellschaft Doll Doll zu lesen war: "Mir honn Spaß, Doll Doll gibt Gas". Insgesamt waren es 85 Motivwagen, Fußgruppen und Musikkapellen, die "Doll Doll" und "Alleh Hopp" rufend durch die Hauptstraße zogen und jede Menge Konfetti und Süßigkeiten ins Volk warfen, mit dabei Prinzen- und Prunkwagen wie von den Beele's aus Ludweiler, den Kreislern aus Völklingen, der Arbeitsgemeinschaft Heidstock (AGH) oder den gastgebenden Doll Doll.

Aus allen Stadtteilen

"Wir haben Vertreter aus allen Großrossler Stadtteilen im Zug mit dabei", so Moderator Fred Schuler stolz. Zum Beispiel die Warndtkater oder die Hinne Hott aus Naßweiler, die Karlsbrunner XXL-Booze oder die Kosaken aus St. Nikolaus. Technisch noch nicht ganz ausgereift der Motivwagen der Gruppe Müller-Dangel-Gerlach-Hümbert zum Thema Energiewende. "Blasärsche" würden gesucht, um genügend Wind für eine Windkraftanlage zu erzeugen. Die beiden Karnevalisten auf dem Motivwagen konnten allerdings nicht genug Wind machen, das Windrad drehte sich keinen Millimeter. Herzhafte Lache und Applaus erntete die Gruppe allemal. Perfekt scheint dagegen die umgebaute Abfallverwertungsanlage zu funktionieren. "Wir machen aus Sündern liebe Engel", war auf dem Wagen der AVA-Gruppe mit dem Motto "Himmel und Hölle" zu lesen und tatsächlich folgten hinterher mehr Engel als Teufel.

Musik gab es mehr als genug, meist aus den Boxen der Umzugsfahrzeuge mit dem allgegenwärtigen "Gangnamstyle", bei dem Dutzende Zuschauer wie auf Kommando eine Tanzbewegung machen, die dem Reiten ähnelt. Auf handgemachte Musik setzten die Akteure des Musikvereins Rheingold. Auf ihrem Anhänger sitzend, hatten die Musiker aber schwer mit der Kälte zu kämpfen. Anders die Brassband Ludweiler und das Marching-Band-Fanfarenkorps und die Fanfarenzüge aus Farebersviller und Köllerbach: Sie hielten sich marschierend auf Temperatur. Dann fielen Fußgruppen auf, die mit einfachen Mitteln viel Farbe und Fantasie in den Umzug brachten wie die als Cocktails verkleideten Faasebooze um Alfred Müller, die historischen Warndtbauern ("Der Bauer hat im Warndt seine Frau gefunden"), die Comic-Helden aus Homburg-Haut, die Märchendarsteller um Thomas Löbenbrück. Als Loreley-Schönheiten waren Bernhard Haser und sein Team unterwegs mit dem Motto "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten". Erfolgreich der Kälte trotzten auch die Fußballer. Sie hatten sich als Gardemädchen verkleidet und hielten sich tanzend und singend warm.

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